Esoteric Lessons 1904–1909
GA 266I — 27 February 1906, Berlin
Esoterische Stunde
Rosenkreuzerei. Stein der Weisen. Alchemie. Menschen atmen Kohlensäure aus und Sauerstoff ein, Pflanzen umgekehrt, Sauerstoff aus und Kohlensäure ein. Wir sind daher auf die Pflanzen angewiesen und sollen gegen niedere Reiche bescheiden sein. Rechte und linke Seite des Menschen sind verschieden. In der rechten Herzkammer ist das blaue Blut, welches in die Lungen geht, in der linken das rote, welches in den Körper getrieben wird. Die rechte Seite ist älter als die linke und muß abfallen. Der Mensch wird wieder Pflanze werden. Die rechte Seite des Gehirns hängt mit Hoffart und Stolz zusammen; ein hervorstehendes Kinn deutet auf Geiz. Lunge, schnelles Atmen hängt mit Neid, die Leber mit Zorn zusammen. - Unser Denken können wir am leichtesten verändern, schwerer unsere Gefühle, am schwersten den Willen. Letzterer hängt mit unserem äußeren Karma, unserem Tun in früheren Inkarnationen zusammen, das Gefühl mit unserem Innen-Karma, unserem früheren Gefühlsleben. Das Denken liegt zwischen Geburt und Tod. Ein Mensch kann in diesem Leben mit seinem Verstand die ganze Welt begreifen, nach dem Tod wird er alles vergessen haben. Wir müssen mit den Gedanken in das Gefühl arbeiten. Wenn wir dieses ändern, arbeiten wir für unsere Individualität, die durch die Inkarnationen geht. Die Persönlichkeit liegt zwischen Geburt und Tod. Durch Gedanken ist alles, die ganze Welt aufgebaut, unser Gefühl entspricht der Bewegung in der Natur, unser Wille der Kraft in der Bewegung. Z. B. die Kraft, welche einen losgelassenen Stein zur Erde zieht, ist auch in meinem Willen, mit welchem ich etwas ausführe. Der Blitz und Donner sind in der Natur das, was im Menschen der Zorn ist. Wenn wir unser Gefühl und unseren Willen ändern, ändern wir dadurch die Erde. Unser äußeres Karma bestimmt, in welches Volk, in welche Familie wir geboren werden. Wir haben diesen Menschen etwas abzutragen, was wir ihnen schuldig sind, und es ist daher gut, daß wir unser äußeres Karma nicht so leicht ändern können. Durch unser Innenleben sind wir niemandem etwas schuldig geworden, wir dürfen daher unser Innenkarma, unser Gefühlsleben leichter ändern. Unsere Gedanken-Welt formen wir mehrere Male um. Sie war eine andere als Kind, ehe wir zur Schule kamen. Durch diese wurde sie geändert. Dann durch das Leben, dann durch die Theosophie. Wir ändern unsere Gefühle dadurch, daß wir unsere Gedanken bis zum Gefühl durcharbeiten. Dies geschieht durch Meditation. Wir müssen die Sätze lieb gewinnen, sie müssen uns zur Gewohnheit werden. Durch Konzentration wirken wir auf unseren Körper, unseren Blutkreislauf ein. Dadurch ändern wir die Welt. Dreiklang: Gedanke, Gefühl, Wille.