Esoteric Lessons 1910–1912
GA 266II — 3 December 1910, Kassel
Esoterische Stunde
Esoterische Übungen sind die Technik des geistigen Lebens.
Maya = Maha-aya; ya oder ye = Sein; a= Negation; Maha-aya also: Großes Nicht-Sein.
Erst durch Luzifers und Ahrimans Einfluß sind wir physische Erdbewohner geworden; andernfalls würden unsere Iche in geistigen Regionen geblieben sein und unsere Körper auf der Erdoberfläche nur von jenen Regionen aus geleitet haben.
Trotzdem Luzifer und Ahriman gegen das unmittelbare Wirken des göttlichen Geistes ankämpfen, sind sie doch so vom Geiste gewollt, denn nur durch solchen Widerstand kommt das Ich zur vollen physischen Objektivierung.
Wenn Ahriman nicht wäre, würden wir gar nicht das Grün der Pflanze als solches sehen, sondern nur das Geistwesen, das in der Pflanze dargestellt ist. Die einzelne Pflanze ist gleichsam wie ein Haar am Erdkörper.
Erst durch Luzifer und Ahriman entsteht unser Egoismus. Aber es ist nötig, daß dieser in uns lebt und sich voll zum Ausdruck bringt; denn nur so kann sich alles Leben physisch völlig ausgestalten. Aber wir müssen uns bewußt werden, daß jedes Tun bei uns eine selbstische Färbung hat. Unser Mitleiden treibt uns zur Hilfeleistung, weil wir eben nicht mitleiden mögen.
Es gibt keinen Punkt im Weltenraum, in dem nicht Kraft wäre.
Alle Äthergehirne der Menschen sind verschiedener als die Blätter eines Baumes. Die leuchtenden Punkte in ihm gleichen einer Photographie des Himmels, der voller Sterne ist.
Im menschlichen Auge ist die Wirkung von Atma, Budhi und Manas ausgestaltet.

Dieses Symbol wirkt auch nachts auf uns ein. Wir sollen dort die chaotischen Eindrücke des Tages möglichst fern halten.
Wir sollen auch am Tage nicht bei alltäglichen Gelegenheiten, so beim Essen, über Theosophie schwatzen. Sie soll uns eine heilige Sache sein.