Seelenübungen
Nach Niederschriften und Notizbüchern in zeitlicher Reihenfolge
Meditation
Frage: Du strebst nach Selbsterkenntnis? Wird dein sogenanntes Selbst für das Ganze der Welt morgen mehr bedeuten als heute, wenn du es erkannt hast?
Erste Antwort: Nein, wenn du morgen nichts anderes bist als heute, und dein Erkennen von morgen nur dein Sein von heute wiederholt.
Zweite Antwort: Ja, wenn du morgen ein anderer bist als heute, und dein neues Sein von morgen die Wirkung deines Erkennens von heute ist.
Juli 1903
Meditation
Wer den Weltengeist leugnet, weiß nicht, dass er sich selbst leugnet. - Ein solcher aber begeht nicht bloß einen Irrtum, sondern er versäumt seine erste Pflicht:
selbst aus dem Geist heraus zu wirken.
September 1903 Der Mensch ist ein Schauplatz, auf dem sich Ewiges und Vergängliches begegnen —
sein Erkennen ist ein Erfahren des Ewigen, für das er selbst Erkenntnisorgan ist —
sein Handeln ist Handeln des Ewigen, für das er selbst nur der Vermittler ist —
Verstehe daher:
I. Du bist des Urgeistes Auge Er sieht durch dich sein Schaffen.
II. Du bist des Urgeistes Hand — Er schafft durch dich seine Schöpfung.
ca. 1903 Notizblatt
Schreitend bewegst du durch des Denkens Macht dich auf den Fluten des Sonderseins und folgst sieben Richtkräften unter der Wahrheit Führung;
Lust zieht dich hinab, die Richtkräfte stellend in des Unglaubens Gewalt;
Geist zieht dich hinan, die sieben hebend zu der tönenden Sonne.

Notizbuch 1903
- In dem Sondersein entdecke das Gesetz: denn das Gesetz wob der erste der Sieben in den Stoff.
- In der Bewegung entdecke das Leben: denn das Leben goß der zweite der Sieben in den Stoff.
- In dem Verlangen entdecke die Person: denn die Person prägte der dritte der Sieben in den Stoff.
- In dem Gedanken entdecke dich: denn dem Ich schenkte der vierte der Sieben sein Selbst.
- In deinem Verlangen entdecke die Entsagung: denn durch die Entsagung opferte sich der fünfte der Sieben, auf dass du Selbst seiest.
- In deiner Bewegung entdecke die selige Ruhe: denn die selige Ruhe opferte der sechste der Sieben, auf dass du als Selbst lebend dich bewegst.
- In deinem Sondersein entdecke dein ewiges Gesetz: denn als ewiges Gesetz hat der siebente der Sieben dein Selbst in Sonderheit geschaffen, und wird es als ewiges Gesetz aus der Sonderheit führen.
Für Clara Motzkus Notizbuch 1903
Aum - Vereinige dich, oh meine Seele mit der Weisheit, die ich ehre, und die alles durchströmt, aus der alles kommt, und zu der alles geht; ich rufe sie an, auf dass ihr Licht mich führe.
Aum - Vereinige dich, oh meine Seele mit der Liebe des Alls, die ich ehre, und die alles durchströmt, aus der alles kommt, und zu der alles geht; ich rufe sie an, auf dass ihr Licht mich führe.
Aum - Vereinige dich, oh meine Seele mit dem Ursein, das ich ehre, und das in allem ist, aus dem alles kommt, und zu dem alles geht; ich rufe es an, auf dass sein Licht mich führe.
Aum - Erleuchte Du, oh Ursein, meine Seele, die Dich ehrt, die von Dir kommt, und zu Dir geht; sie ruft zu Dir, auf dass sie von Dir geführt werde.
Aum - Erleuchte Du, oh Liebe des Alls, meine Begehrungen, dass sie Dich ehren, dass sie von Dir kommen, und zu Dir gehen; sie sollen Dich anrufen, auf dass sie von Dir geführt werden.
Aum - Erleuchte Du, oh Weisheit, mein Leben, dass es Dir lebe, dass es von Dir komme, und zu Dir gehe; es soll Dich anrufen, auf dass es von Dir geführt werde.
Für Clara Motzkus 1903
Der Wahrheit Same liegt in der Liebe;
der Liebe Wurzel suche in der Wahrheit
so spricht dein höheres Selbst.
Des Feuers Glut wandelt Holz in wärmenden Strahl,
Des Wissens lösender Wille das Werk in die Kraft.
Dein Werk sei der Schatten, den dein Ich wirft,
wenn es beschienen wird durch die Flamme deines höheren Selbst.
Ohne den Glauben bleibt das Werk tot:
er facht an des Werkes Atem, und trägt ihn in die Höhen des Äthers,
er saugt in sich des Werkes Atem und bringt ihn als Opfer des Werdenden dem Seienden dar.
Juli 1903 Notizbuch
Begreife: dass du auf deinen Füßen stehst.
Begreife: dass du im Irdischen gehst.
Begreife: dass du aus menschlicher Kraft handelst.
Begreife: dass du von der Sonnennähe lebst.
Begreife: dass dein Wirken in dem Sonnensystem sich erschöpft.
Begreife: dass dein Leben innerhalb der Menschlichkeit sich erschöpft.
Begreife: dass du empfindest, was die Elemente dir geben können.
Begreife: dass du willst, was die Elemente in dich legen.
Begreife: dass du ein menschlich gewordener Elementargeist bist.
Begreife: dass du mit deinem Handeln dich fixieren sollst.
Begreife: dass du mit deinem Denken dich befreien sollst.
Begreife: dass du mit deinem Sinnen dich vergöttlichen sollst.
ca. 1903/04 Notizblatt
- Ich sauge den Strom des Seins
Ich ströme aus mein Sein aller Welt
- Ich sauge das Leben aller Wesen
Ich ströme aus mein Leben allen Wesen
- Ich sauge das Fühlen alles Lebendigen
Ich ströme aus mein Fühlen allem Lebendigen.
- Ich sauge in mich der Menschen Denken
Ich ströme aus sinnvollen Willen allen Menschen
- Es webt in mir der Dinge Wesen-Weisheit
Ich ströme aus mir der Weisheit Gnadengabe
- Es glüht in mir der Welt Schöpfermacht
Ich ströme aus mir empfangene Macht.
- Es lebt in mir das ewig lebendige Sein
Ich lebe im ewig lebendigen Sein.
Für Franz Seiler 1904
Erkenntnis kann nur Richtung sein,
aber die Richtung ist ein Strom des Lichts;
und das Licht ist der Führer des Lebens
in jeder Stunde.
Für Maria v. Strauch-Spettini März 1904
Sprosskraft wird vom Licht zum Leben gerufen
Wunschkraft wird vom Geiste zur Liebe gerufen.
Herbst 1904 Notizbuch
Ich bekenne mich zu mir: A
Ich bekenne mich zur Menschheit: U
ch bekenne mich zum Leben: M
E.S. Berlin, 21. Dezember 1904 Notizblatt
Vater
Wort
Geist
Der Vater offenbart sich dem Wort
Das Wort offenbart sich dem Geist
Der Geist offenbart sich dem Vater
Der Vater verbirgt sich im Sohn und offenbart sich dem Geist
Der Sohn verbirgt sich in dem Geist und offenbart sich dem Vater
Der Geist verbirgt sich in dem Vater und offenbart sich dem Sohn
Der Vater offenbart sich [sich] selbst.
Für V. Berlin, 2. Juli 1904 Notizbuch
Um mich Geist ringsum
Ich = Welle im wogenden Weltgeist.
Ins Ich strömt Geist
Aus dem Ich strömt Geist
Ich will den Geist erfassen
Ich will den Geist bewahren
Geist-All erfährt im Geist-Ich das Geist-All.
Notizbuch 1904
Ich ziehe den Geist an
Ich beruhige die Bewegung
Ich umgreife den Geist
Ich brenne als Geist
Ich leuchte als Geist
Ich benenne den Geist
Ich bin Geist.
Notizbuch 1904
Ich opfere die Empfindung - grün
Ich opfere die Lust - indigo
Ich opfere mich - gelb
Ich will den Gedanken -rot
Ich will die Liebe - orange
Ich will das Sein - violett
Notizbuch 1904
Mein Gemüt empfinde andachtvoll
Den erhabnen Geist,
Der durch alle Räume strahlt;
Ihn empfindend, lernt ihn kennen
Meiner Seele tiefstes Innenleben.
Mich erleuchten, mich erwärmen wird er,
Wenn ich strebend, denkend stets mich ihm nahen will.
Für Helene Lehmann ca. 1905/06
Gleich nach dem Erwachen:
Unempfänglich gegen Sinneseindrücke.
Nichts sonst denken als:
Selbst im Geiste
Du herrschest im Sphärenraume
Du scheinest im Licht
Du wirkest im Feuer
Du bist Weisheit, Schönheit, Kraft
Du bist Ich
Ich will Du sein.
Für Johanna Mücke 1906
In den reinen Strahlen des Lichtes
Erglänzt die Gottheit der Welt.
In dem reinen Feuer des Äthers
Erstrahlt der Ichheit hohe Kraft.
Ich ruhe im Geiste der Welt,
Ich werde mich immer finden
Im ewigen Geiste der Welt.
Kraft in meine Seele
Für Johanna Mücke ca. 1906
Ich will ruhen in der Gottheit der Welt
In der Gottheit der Welt mich finden
Mich finden und im Innern ruhen
Ruhen mich hingebend Gottes Gnade
Gnade der Geistesmächte in mir fühlend
Fühlend seligen Frieden durch sie
Sie rufend für meine Seele.
Für Margarete v. Ploetz ca. 1906
Du ruhest in der göttlichen Welt
Du empfindest dich in der göttlichen Ruhe
Deine Seele erlebt die göttliche Ruhe
Die göttliche Ruhe strömt in Dir.
Für Moriz Piza ca. 1906
In der Gottheit der Welt ruhe ich
n der Seele der Welt lebe ich
In dem Geiste der Welt denke ich.
ca. 1906 Notizblatt
Geister von unten behaltet das Schlimme
Geister von oben gebet das Gute
Allgeister umschwebet, opfernd dem Einen Umstrahlenden.
1906 Notizbuch
Allherrschend preise ich
Im Weltenhaus die Harmonie
Den Feuergeistern danke ich der Zahlen Weisheit
An Liebesseelen lobe ich des Maßes Güte
In Tragekräften fühle ich des Baues Festigkeit
So fass ich dankend, lobend, fühlend
In mir nachklingend Gottes Schöpfertöne.
Für Hans Blieffert
Anfang Februar 1906
Drei Paare lösen die Rätsel des Seins:
Kraft und Zahl, Licht und Weisheit
Wärme und Begierde; ihr Binden und Lösen
Erschließt dem Forscher die «große Welt»;
Und kann ihr Einen und Entzweien
In seiner Seele sich enthüllen
Steht er im geistigen Reich.
Entwurf
Will ich die Kraft gebrauchen
Forsch ich nach der Zahlen Geheimnis
Begehre ich nach Weisheit
Such ich im Licht das Wesen
Streb ich nach Offenbarung
Sie wird mir in des Lebens Wärme.
Entwurf
Meines Forschens Ziel sei
Wie Kraft und Zahl
Wie Licht und Weisheit
Wie Wärme und Begehren
ich finden im Weltenall
Entwurf
Enthüllt mir drei Paare
Des ewigen Seins und Lebens
Die Rätsel der großen
Und der kleinen Welt:
Kraft und Zahl
Licht und Weisheit
Wärme und Wille
Kraft und Zahl
Licht und Weisheit
Wärme und Wille
Enthüllt ihr drei Paare
Des ewigen Seins und Lebens
Mir die Rätsel des Außen
Und auch des Innen der Welt.
Notizbuch 1906
Reden Taten und Worte
Spricht Gefühl und Gedanke
So verhüllt die Welt ihr Wesen
Lerne schweigen und dir wird
Lerne schweigen und mächtig wird dein Geist
Begib dich der Macht
Des Geistes Macht will ich schauen
Durch Schweigen
In Geistes Reich will ich treten
Durch Wollen
Des Geistes Wollen soll mir werden
Durch Fühlen
Lern ich in Taten und Worten schweigen
Werde ich den Geist kraftvoll fassen
Entwurf-Fragmente
Lerne schweigen und dir wird die Macht.
Begib dich der Macht und dir wird das Wollen.
Begib dich des Wollens und dir wird das Fühlen.
Begib dich des Fühlens und dir wird Erkenntnis.
E.S. Köln, 1. Dezember 1906
Rätsel schafft des Menschen Ich
Rätsel in der Sonne Licht
Rätsel in der dunklen Nacht
Klar doch glänzt im wahren Geist
Licht das jedes Rätsel löst
Eint das Herz sich diesem Geist
Strahlt der Weisheit Frieden mir.
Notizbuch 1907
Standhaft stelle ich mich ins Dasein,
Leiten lass ich mich von Geisteskraft,
Ruhen will ich in Gottes Wesenheit,
Suchen will ich mich im Geistes-Sein.
Finden werd ich mich in mir
Wenn ich finde Gott im Weltenall.
So will ich leben für und für.
Für Wilhelm Gneiting-Zimmermann ca. 1907
In des Lichtes reinen Strahlen
Leuchtet die Gottheit der Welt
In meines eignen Wesens Tiefen
Strahlet die Göttlichkeit meines Selbst
Ich lebe in der Gottheit der Welt
Stets finde ich mich in der Gottheit der Welt
Ich finde da mein Selbst.
Für Henry B. Monges ca. 1907
In den reinen Strahlen des Lichtes
Erglänzt der Geist der Welt
In der reinen Wärme für alle Wesen
Erstrahlt die Seele eines Lebens
Ich ruhe in der Seele der Welt
Ich werde mich selber finden
Im Geiste der Welt.
Notizbuch 1908
In der Finsternis finde ich Gottes-Sein 2
Im Rosenrot fühl ich des Lebens Quell 3
Im Ätherblau ruht des Geistes Sehnsucht 4
Im Lebensgrün atmet alles Lebens Atem 3
In Goldesgelb leuchtet des Denkens Klarheit 6
In Feuersrot wurzelt des Willens Stärke 7:
Im Sonnenweiß offenbart sich meines Wesens Kern.
Entwuf Notizbuch 1908
Morgens:
In mir ist ein Ich, das wirket vom Weiten ins Nahe
Vom Nahen ins Weite.
Finsternis: In der Finsternis finde ich doch das göttliche Sein. Rosenrot: Im Rosenrot fühle ich alles Lebens Quell.
Blau: Im Ätherblau findet die Seele sich in Hingabe. Grün: Im Lebensgrün atmet alles Lebens Atem.
Gelb: Im Goldesgelb leuchtet des Denkens Klarheit. Rot: In Feuers Rot kraftet des Willens Stärke
Weiß: Im Sonnenweiß offenbart sich meines Wesens Kern.
Notizblatt 1908
Das Ich ist alle Wesen
Alle Wesen sind das Ich
Das Ich empfängt der Wesen Offenbarung
Der Wesen Offenbarung strahlt aus dem Ich
Das Ich hat in sich der Wesen Wirkung
Der Wesen Wirkung wird überwunden vom Ich
Das Ich ist geboren aus überwundener Wirkung
Die überwundene Wirkung löst sich vom Ich.
Notizbuch 1908
Abends: Wahrheiten aus Theosophie
Morgens: Nach dem 🕈 und nach der Rückerinnerung der Wahrheiten aus Theosophie:
Ich ruhe in der Gottheit der Welt
Ich will leben in der Seele der Welt
Ich will denken im Geiste der Welt.
Für Marie Kaiser ca. 1908
Meditation zum Schutz gegen außen
Die äußere Hülle meiner Aura verdichte sich.
Sie umgebe mich mit einem undurchdringlichen Gefäß
gegenüber allen unreinen, unlauteren Gedanken und Empfindungen.
Sie öffne sich nur der göttlichen Weisheit.
Für Elsa Möller
auch E.S. Kassel, 26. Februar 1909
Von lichtgebender Sonne
Durch lebenspendendes Strömen
In die empfangende Menschenseele
Zur haltenden Erde
Notizbuch 1910
In den reinen Strahlen des Lichtes
Finden wir Ruhe und Kraft
In der reinen Wärme der Seelen
Finden wir Kraft und Ruhe
Du wirst Dich finden
In der Gottheit der Welt
Jetzt und immer.
Für Otto und Anna Rebmann 1910
In DIR DU Geist der Welt
Will ich mich selber finden
Finden, dass Ruhe DEINES Wesens
Mir bringe Seelen-Frieden
Frieden der mich führt
In Lebensläufen und Lebenszielen:
Ich in DIR.
Für Auguste Daeglau ca. 1910/11
Des Geistes Wesen erfüllet
Des Raumes Weiten
Belebet der Zeiten Folge
Gestaltet zur Empfindung
Des Tieres Seelen-Leiblichkeit
Und entreißt im Menschen
Sich dem Außenwerk
Um sich selbst zu schauen.
Notizblatt 1910
Ein Welten-Ton bin ich
Tönend im Weltenraum.
Lebend im Ton als Weltgefühl
Kraftet aus mir das Wort hervor.
Für Alma v. Brandis ca. 1910
Michael!
Prestami la tua spada
Affinché io sia armato
Per vincere il drago in me.
Empimi della tua forza
Affinché io sgomini
Gli spiriti che vogliono paralizzarmi.
Agisci dunque in me
In modo tale che risplenda la luce
del mio io e possa così esser condotto
A quelle azioni degne di te.
Michael!
Für Giovanni Colazza ca. 1910
Michael!
Leihe mir dein Schwert
Damit ich gewappnet sei
Den Drachen in mir zu besiegen.
Erfülle mich mit deiner Kraft
Damit ich in Verwirrung bringe
Die Geister, die mich lähmen wollen.
Wirke in mir
Dergestalt, dass das Licht strahle
Meines Ich, und ich so geführt werden kann
Zu Handlungen, die Deiner würdig sind.
Rückübersetzung
Des Lichtes webend Wesen, es erstrahlet Durch Raumesweiten,
Zu füllen die Welt mit Sein.
Der Liebe Segen, er erwarmet
Die Zeitenfolgen,
Zu rufen aller Welten Offenbarung.
Und Geistesboten, sie vermählen
Des Lichtes webend Wesen
Mit Seelenoffenbarung;
Und wenn vermählen kann mit beiden
Der Mensch sein eigen Selbst,
Ist er in Geisteshöhen lebend.
München August 1910
Des Lichtes webend Wesen, es erstrahlet
Von Mensch zu Mensch,
Zu füllen alle Welt mit Wahrheit.
Der Liebe Segen, er erwarmet
Die Seele an der Seele,
Zu wirken aller Welten Seligkeit.
Und Geistesboten, sie vermählen
Der Menschen Segenswerke
Mit Weltenzielen;
Und wenn vermählen kann die beiden
Der Mensch, der sich im Menschen findet,
Erstrahlet Geisteslicht durch Seelenwärme.
München August 1910
In der Lichtesluft des Geisterlandes
Da erblüh'n die Seelenrosen,
Und ihr Rot erstrahlet
In die Erdenschwere;
Es wird im Menschenwesen
Zum Herzgebild verdichtet:
Es strahlet in der Bluteskraft
Als das Erdenrosenrot
In die Geistesfelder wieder hin.
Für Mieta Waller ca. 1910
🕈
In der Gottheit der Welt
Ruhet mein Wesen
In dem Geiste der Welt
Ruhet meine Seele
In der Seele der Welt
Ruhet mein Geist
So für immer.
Für Walter Hering
21. November 1910
Gott in mir hält mich und baut
auf mir mich selber durch mich.
Fehler an mir sind die Erscheinung
von Fehlern in mir.
In mir mich erkennen heißt
mir mich durch mich mir
für mich offenbaren.
Aus mir dringt nur, was ich in
mir durch mich schaffe um mich
in mir mich selber mir zu
offenbaren.
Notizbuch 1910
Es drängt sich an den Menschensinn
Aus Weltentiefen rätselvoll
Des Stoffes reiche Fülle
Es strömt in Seelengründe
Aus Weltenhöhen inhaltvoll
Des Geistes klärend Licht
Sie finden sich im Menscheninnern
Zu weisheitvoller Wirklichkeit.
Für Lina Schliephak-Utter 5. Dezember 1910
In deinem Denken leben Weltgedanken,
In deinem Fühlen weben Weltenkräfte,
In deinem Willen wirken Weltenwesen.
Verliere dich in Weltgedanken,
Erlebe dich durch Weltenkräfte,
Erschaffe dich aus Willenswesen.
Bei Weltenfernen ende nicht
Durch Denkenstraumesspiel - -;
Beginne in den Geistesweiten,
Und ende in den eignen Seelentiefen: —
Du findest Götterziele,
Erkennend dich in dir.
München August 1911
In meinem Denken leben Weltgedanken
In meinem Fühlen weben Weltenmächte
In meinem Wollen wirken Willenswesen
Erkennen will ich mich
In Weltgedanken
Erleben will ich mich
In Weltenmächten
Erschaffen will ich mich
In Willenswesen
So ende ich nicht bei Weltenenden
Und nicht bei Raumesweiten
Ich beginne bei Weltenenden
Und bei Raumesweiten
Und ende erst bei mir
Erkennend mich in mir.
Für einen russischen Anthroposophen 1912
Es muss sein Sondersein und Leben opfern,
Wer Geistesziele schauen will
Durch Sinnesoffenbarung;
Wer sich erkühnen will,
In seinen Eigenwillen
Den Geisteswillen zu ergießen.
München August 1911
Gedanke deute mir
Gefühl führe mich
Zum Willen Wesen
Die Weltenwege
Zum Eigenorte
Im Geistesfelde
Ich bin.
Notizbuch 1911
In dem kleinen Samenkorn
Verbirgt der Rieseneiche Wuchs sich
Es ruht im Kleinen
Das Größte seelenhaft
Und seelenhaft in mir
Erstrebt meines Geistes Wesen
In Weltenweiten sich selbst zu schauen.
Notizbuch 1911
Meine Seele erfühle Weltengeist
Blickend geistig in das All
Meine Seele erhole Geisteskraft
In sich selber sich kehrend
Findend Macht, sich in sich
Zu halten
Zu stützen.
Für Antoinette Fabre ca. 1911
Salzwürfel
Die Form sich lösend im Wasser
Die Farbe lebendig werdend
Und zur Lilie sich entfaltend
Daraus einen weißen Schmetterling sich erhebend
Diesen zum denkenden Geistwesen
In den Weltenraum fliegend
ca. 1911, Notizbuch
Ich blicke auf die Pflanze
Ich lasse von der Erde weg
Zwei Kräfte walten:
Sonnenwärts Lichtesstrahlen
Die umschlungen sind
Von spiraligen Wärmeströmen.
Durchseelt denke ich mir
Die Ströme von solchen Wesen
Die Pflanzenwärme sondern
Von dem Pflanzenlicht.
Kann ich Pflanzenlicht
Zur Flamme beleben,
Die Wärme von sich abstößt
Wie im Tode der Mensch seinen Leib,
So führt mich dies ins Devachan.
ca. 1911, Notizbuch
Ich stelle vor mich hin des Löwen Bild
Wie er in Form und Farbe mir erscheint
Wie er von Kleinem zum Großen wächst
Wie er in Leidenschaften rast
All dies vollzieht im Physischen sich
Doch so erschöpft sich nicht sein Wesen
Ich lasse von oben auf ihn herniederströmen
Unsichtbares Lichtgebilde
Von Gefühlen beseelt
Die nach Irdischem sich sehnen
Und vom Willen hingelenkt
Zum irdischen Gebilde
Dann lasse ich in dies Lichtgebilde
Von unten nach oben einströmen
Sehnsucht die nach den Weltenweiten strebt
Und niedergehalten wird vom obern Gebilde
Verschwinden soll dann alles, was das Auge sieht
Was bleibt führt mich ins astralische Gebiet.
ca. 1911, Notizbuch
- Friede leite meine suchende Seele
In ihrem Suchen nach Gutem
- Wahrheit leite meine strebende Seele
In ihrem Streben nach Licht
- Gott in mir leite mich selbst
In allem Suchen nach Licht, Liebe, Erkenntnis.
Für Anna Wager Gunnarsson
20. April 1912
Du meine Seele erkühne dich
Deine eigenen Kräfte zu gebrauchen.
August 1912
Geist: Es denkt mich: Frömmigkeit
Chr.: Es webt mich: Dankbarkeit
Vater: Es wirkt mich: Andacht.
Für Julius Breitenstein
22. Dezember 1912

Für Max Kändler Dezember 1912
Es webt mich - Dankbarkeit
Es denkt mich - Frömmigkeit
Es wirkt mich - Andacht, Ehrfurcht.
Für Lucie Bürgi Dezember 1912
Liebe Weisheit Leben
erfüllet mir
Herz Seele Geist
Für einen russischen Anthroposophen ca. 1912
Meine Seele wende
nach oben sich,
zu fühlen
mütterlichen Weltengeist.
Meine Seele wende
nach unten sich,
zu fühlen
väterliche Erdenseele.
Ich, Euer Sohn,
suche Euch,
zu empfangen
Licht, Liebe, Wahrheit.
Für Rudolf Toepell ca. 1912/13
Gott ist Einer
Er offenbart in drei Gestalten sich.
Ahnt in Weltenweiten
Die Seele mütterlichen Sphärengeist
Fühlt aus Erdentiefen
Die Seele väterliche Lebensseele
So offenbart sich im dritten, im Menschen
Eins in drei; drei in Eins.
God is one.
He manifests himself in three aspects,
If in the world's space
The soul senses the motherly spirit of spheres
If out of the depths of the earth
The soul feels the fatherly soul of life
Then in the third, in the human being,
One is manifested in Three;
Three in One.
Für einen englischen Anthroposophen ca. 1912/13

Für Lucie Bürgi ca. 1912/13
Ausgebreitet in Raumesweiten
Ausgebreitet im Zeitensein
Fühl ich den allwaltenden Geist
Und blick ich in mich
Fühl ich ihn in mir
Fühle ich beide als eins
Finde ich Gott in mir.
Für Walter Hering 11. Januar 1913

Ich leuchtet / Aus Seelenleib / Seelenleib zehret /Am Sonnenleib / Sonnenleib weset in Sinnenleib / So bin ich / Als zehrende Flamme Leben
Für Lucie Bürgi ca. 1913
Seelen-Ich, du bist auf Seelengründen im Seelenraume in mir,
Seelenraum, in Weiten wirken deine Worte,
Seelengründe, in Tiefen wirken eure Kräfte.
Für Karl Wendel 1913
In den Weiten des Alls
Regte die Kraft sich auch
Die meiner Seele Dasein gab
So will ich ahnend dieser Kraft gedenken
Vertrauend von ihr hoffen
Sie bringe mir das Licht
Das mein Leben stets erleuchtet.
Für Else Mletzko 1913
Seh ich auf zur Sonne
Erscheint mir Gott im Lichte
Fühl ich im eignen Herz
Schlägt Gottes Kraft in meinem Blute
So will ich hegen
So oft meine Seele mich drängt
Zu blicken nach Gottes Güte
Und beten will ich
Dass oft meine Seele mich drängt
Es wird so mir Ruhe
Es wird so mir Stärke
Und rechte Lebenskraft.
Für Karla-Ruth Holz 1913
- Gott in mir
- Geist in jeder Weltgebärde
- Unbewegter Beweger
Für Trifon G. Trapesnikov ca. 1913
In der Ferne winket das Geistbild
Und das Geistbild ist bei Gott
Und ein Gott ist das Geistbild
In ihm ist das lebendige Ich
Und das lebendige Ich ist das Licht der Menschen.
vermutlich 1914 Notizblatt
In reinem Wollen walten die Götter,
Sie säen die Saaten und wirken ihr Wachsen.
In reinem Wollen ernten sie Früchte,
Und niemand darbet, der sie genießt.
Für Ellen Rennit 17. Juli 1914
Von oben Ja
Von vorne Aum
Von links MEB
So bist du
So lebest du
So sinnest du
In 🕈
Ruhe im Bewusstsein
Notizblatt 1914
Es lebet die Kraft - Kopf
Meiner Seele - Herz
In Ruhe — Lunge
In mir — ganzer Körper
Und führt — Hände
Mein Sein - im Schweben
In Sicherheit — Schutzgeist
Notizbuch 1915
In lichten Höhen
Wo sonnenglitzernd
Die freundlichen Libillen
Verflatternd Wärmestrahlen
Dem Lebensraum vermählen
Verweile du meine Seele:
Sie weben mein gedenkend
Aus Trauer Kraft;
Schon fühl ich
Wie sie mich fühlen;
Wie sie erwarmend
Mich durchdringend strömen;
Der Geist schmilzt
Im Weltenweben
Die Erdenschwere
Zu Zukunftlicht.
Entwurf Notizbuch
In lichten Höhen
Wo sonnenglitzernd
Die freundlichen Libillen
Beweglich Wärme strahlen
Verweile du meine Seele
Im Denken dich dir
Enteilet fühle dich!
Die Kraft die du wendest
Zum Höhenflug
Entlastet dir
Das körperschwere Fühlen.
Jetzt fühle auch
Was du gedacht!
Der Denktraum ist nicht Traum
Wenn du meine Seele
Ihn fühlend wirklich lebst!
- März 1915 Notizblatt
Es strahlet aus der Höhe
Der Sonne helles Licht
Doch Geisteskräfte leben
Im lichten Sonnenschein.
Es lebet in dem Innern
Des Menschen Herzenswärme
Doch Seelenkräfte strahlen
Aus warmer Herzenskammer.
Im Geist des Sonnenlichts
Da waltet Gottes Weisheit
In warmer Herzenskraft
Da walte Seelenliebe.
Für Martha Kraul ca. 1915
Finsternis durchdringt die Welt
Schwarzes Kreuzesholz bildet sie ab
Licht erlöset aus der Finsternis
Helle Rosen die siebenfach strahlen
Sind des Lichtes Offenbarer
Und dir, du meine Seele
Enthülle das Geheimnis sich.
(Seelenruhe)
Für Arild Rosenkrantz 1915
Gebet
Oh, ihr Mächte in der geistigen Welt,
lasset mich aus meinem physischen Leib heraus
wissend in der Lichtwelt sein,
im Lichte sein,
um den eigenen Lichtleib zu beobachten,
und lasset die Gewalt der ahrimanischen Kräfte
nicht zu stark sein über mich,
dass sie mir nicht unmöglich machen
zu schauen, was da in meinem Lichtleib vorgeht.
V. Dornach, 2. Januar 1916
Es webet in Weltenweiten
Der schaffende Weltengeist;
Aus Weltenweiten in meine Seele
Erstrahlet er die Kraft des Lebens.
Für Lucie Bürgi 1916
Wurzel-Kraft meiner Seele
Wende sich an dich mein Ich
Dann erstrahlet Geistes Kraft
Durch all mein Wesen.
Entwurf Notizbuch
Ein Atemzug aus der Geisterwelt ist
Was im Erwachen in den Leib
Was im Einschlafen aus dem Leib
Als Wesen des Ich erströmend
Erlebt sich im Wechselsinn des Daseins
Im Atmen des Geisterwebens bin ich
Wie Luft ist im Lungenleibe
Nicht Lunge bin ich; nein Atemluft
Doch Lunge ist, was weiß von mir:
Erfass ich dies - erkenne ich
Mich im Geist der Welt.
Für Marie Steiner
15. März 1916
Suche dein «Ich»
In Formen des Seins
Im Sein des Lebens
Im Leben des Denkens
Denke im Fühlen
Fühle im Wollen
Das Wollen formend
dein «Ich»
Dein «Ich»
formet dein Wollen
Dein Wollen ist Gewissen deinem Fühlen
Dein Fühlen ist Gewissen deinem Denken
Dein Denken webet dein Leben
Dein Leben traget dein Sein
Dein Sein beweget in Welten-Formen
Dein «Ich» an sein Ziel.
Für Karl Habel ca. 1916
Meditationsworte die den Willen ergreifen
Sieghafter Geist
Durchflamme die Ohnmacht
Zaghafter Seelen.
Verbrenne die Ichsucht,
Entzünde das Mitleid,
Dass Selbstlosigkeit,
Der Lebensstrom der Menschheit,
Wallt als Quelle
Der geistigen Wiedergeburt.
- September 1919
Licht fühle ich um mich,
Es ist Weltenlicht;
Licht fühle ich in mir,
Es ist Menschenlicht;
Und empfangen will ich
Menschenlicht als Weltenlicht,
Weltenlicht als Menschenlicht.
Für Georg-Moritz v. Sachsen-Altenburg nach 1919
Ahriman, du bist der kalte Geist
Meine Seele, du entführest sie
In der Menschenfeindlichkeit Bereich
Lucifer, du bist die Feuerkraft
Meine Seele, du entführest sie
In des Eigensinnes Machtgebiet.
Zwischen beiden soll ich hindurchgehn
Durch des Christus bindende Weltenmacht
Durch des Christus opfernde Arbeitskraft.
November 1920 Notizbuch
Im Urbeginne strahlte das Licht;
Und das Licht kam aus dem Geiste;
Und ein Geist war das Licht.
Und Geist wird das Licht,
Wenn ich das Licht empfinde
Durch das Göttliche,
Das wirket in meiner Seele.
Für Otto Wagner 1919/23
In mir lebet das Weltensein
als Menschenform und Menschengehalt.
Für Charlotte Ferreri 1920
Durchdringen sich mit Vorsatz
Sollten erkennende Seelen sich:
Mit Vorsatz, den Geist
der an der Pforte
Mahnend steht
Im Willen zu erschauen
Schauend zu erleben
Erlebend ER zu werden
In IHM zu wirken
Im Weltensein wirkend
Wirklich Mensch
Notizbuch 1920
Meine Seele erhebe sich
In Hingabe zu dem Gottesgeist
Der da lebt in den Seelen aller Hierarchien
Wie ich lebe in meinen Gedanken
Und fühlen will ich mich Eins
Mit diesem Gottesgeiste
Und in mir selber fühlen seine Kraft.
ca. 1920 Notizblatt
Denken will ich kraftvoll
Will mich kraftvoll oft besinnen
Wie im Innern mich belebt
Geistes Urkraft alle Zeit
Will erfühlen stark in mir
Seelenweben und Willensmacht
Will in Ruhe mich besinnen
Dass ich Halt in Herzenstiefen
Finden kann wenn still
Meine Seele in sich selber
Ruhen und auch kräftig
Aus sich selber handeln will.
ca. 1920 Notizblatt
Es spricht Erkenntnis zur Menschenseele:
Bedenke das Schicksal
Erschaue es duldend;
Du wirst im Schicksalschauen
Du wirst im Duldendfühlen:
Erringen deine Freiheit
In Freiheit deine Bande
Mit andrer Seele
Wesenheit.
- Februar 1921
Für Edith Maryon
Christus, das Sonnen-Liebeswort
Es lebt in dem Lichtesstrahl
Der in mein Auge dringet.
Und es lebe der Christus
In meinem ganzen Wesen,
Und mit meinem ganzen Wesen
Möge ich in Christus leben.
Mit starkem Fühlen eine jede Zeile meditieren.
Für Johanna de Boer-Gerlach Mai 1921
Das Weltall wacht
Der Himmelskreis träumt
Die Planetenwelt schläft
Das Erdenwesen ruht
Im Ruhen wacht der Mensch
Im Schlafen fühlt der Mensch
Im Träumen will der Mensch
Im Wachen icht der Mensch
Ich iche - ich bin
Ich will - ich vergeh
Ich fühle - ich werde
Ich denke - ich bin nicht - es ist.
Juli 1921 Notizbuch
Es spricht im Innern
Ich bin
Ich spricht zum Äußern
Es ist
Ich fühlt am Äußern
Es wirkt
Ich will aus Eignem
Ich wirke
Wer will im Eignen?
Was wirkt am Äußern?
Wer spricht zum Äußern?
er spricht im Innern?
Wollend weiss ich mich seiend
am wirkenden Äußern.
Für Kristian Schjelderup 4. Dezember 1921
In
mir
tief Ch
unten
Gottesgrund
mich
stützend
Für Rudolf Meyer
Mein Ich fühle ich
Der Menschheit gehöre ich
us Seelenreichen stamme ich
Im Geistgebiet krafte ich.
Für Rudolf Meyer
Dezember 1921
Sich vorstellen:
Weltenlicht durchströmt auch mich. —
Mein Gebet durchströme das Weltenlicht.
Für Julia Marianne Wasteneys 1921
Ich spreche zu Christus:
Dein Wort sei in meinem Herzen.
Christus zu mir:
Mein Wort sei in deinem Herzen.
Für Edith Rose Cull 31. August 1922
Licht überleuchtet mich
Liebe durchwärmet mich
Ich fühle Licht
Ich fühle Wärme.
Für Dorothy Osmond 1922
Ich suche den Geist
Er löst sich aus allen Dingen
Er ist in sich
Er offenbart aus sich
die Welt
den Gedanken
Mich.
Notizbuch 1922
Ich lasse erstarren das Weltenwasser
zu den Kristallkugeln,
an denen meine Gedanken erglänzen —
Ich lasse flammend mein Menschenfeuer
in den Weltenwillen sich vernichten.
So halte ich mich in der Schwebe
zwischen Erstarrung und Erfeuerung,
bewahrend meine Seele.
Februar 1923 Notizbuch
Licht durchflutet die Raumesweiten
Lasset, Weltengeister
Mein Ich erleben des flutenden Lichtes
Reines Weltenwalten
Mai 1923 Notizbuch
Wenn ich tief untertauche in Gedankenkraft
Taste ich Geistiges
Wenn ich finde in Gedankenfinsternis
Fühle ich Geistiges
Wenn ich liebend erfasse Wesendes
In Welten Finsternissen
Denke ich Geistiges.
Mai 1923 Notizbuch
Verfließen im Daseinsmeer mit dem Raumestod.
Ersterben im Weltenwesen mit dem Zeitentod
Sich-Erleben im Raumes- und im Zeitentod —
Mai 1923 Notizbuch
In meinem Herzen
Strahlt die Kraft der Sonne
In meiner Seele
Wirkt die Wärme der Welt.
Ich will atmen
Die Kraft der Sonne
Ich will fühlen
Die Wärme der Welt.
Sonnenkraft erfüllt mich
Wärme der Welt durchdringt mich.
Für Simonne Rihouet-Coroze Paris, Juni 1924
Ich bin: Die Schwere der Erde wirkt in mir
Ich denke: Ausatmend wirkt der Mensch in mir
Ich fühle: Einatmend wirkt der Mensch in mich
Ich will: Das Licht des Alls wirkt in mich
ca. 1923 Notizblatt 1.)
Ich blicke in das Weltenall, das meine
Sinne wahrnehmen und das mein Verstand denkt, der an das Gehirn-Nervensystem gebunden ist. Aus diesem Weltenall stammt, was an mir Leib ist. Der hat seinen Mittelpunkt in meinem Extremitätensystem. Geistig ist da nur der Wille. Aber dieser Wille schläft in mir. Ich muss ihn wecken.
2.) Ich denke mir, hinter dem Weltenall ist ein anderes, das meine Sinne nicht wahrnehmen und das mein an das Gehirn-Nervensystem gebundener Verstand nicht denken kann. In diesem Weltenall war ich, bevor ich geboren (empfangen) worden bin. In diesem Weltenall werde ich sein, wenn ich gestorben sein werde. Aus diesem Weltenall heraus stammen die Kräfte, die in meinem Leib das Herz-Lungensystem hineingebaut haben. Geistig ist da das Gefühl. Aber dieses Gefühl träumt in mir. Ich muss verstehen, was in meinem Gefühl träumt:
In jedem Dinge
In allem Werden
Leben Träume;
Ich bin im Träumen,
Das Denken stört mich.
Träume lebet,
Lebet in mir
In wachen Träumen,
Bewusst und klar:
Lebe ich,
Lebt in mir
Lebenerstarkte
Wache Traumeswelt.
Die neue Wirklichkeit,
Die traumeserwachte,
Ergreife ich
Wachen Urteiles.
Sie trägt auf ihren Wogen
Die alte Wirklichkeit,
Die mir Augen zeigten,
Die mir Ohren offenbarten,
Die meine Haut tastete.
Die alte Wirklichkeit
Sie hatte ihr Leben
Von dir aus Träumen Erwachte
Du neue Wirklichkeit.
3.) Ich denke mir:
Beide
die Sinnes-Wirklichkeit
und die
Traumerwachte Wirklichkeit
sind in einer
Dritten
Ganz übersinnlichen, erhabenen, unsichtbaren,
ungreifbaren.
In diesem Weltenall bin ich nur
schlafend.
Aus diesem Weltenall stammen die Kräfte, die
geistig meinen Stoffwechselmenschen bauen.
Es lebt darin mein Intellekt.
In dem Menschen
Der da ist
Außer der Menschen-Physis
Lebet Geistes-Sein;
Ich bin im Geistessein
Doch Denken stört mich
Wahrnehmen stört mich
Fühlen stört mich
Wollen stört mich
Schlafend lebe ich
Lebet in mir
Geistes-Welt
Welten-Geist —
So werde bewusst
Aus
Geistes-Welt
Welten-Geist
Geisterleuchtetes Bewusstsein
Bewusster Leuchtegeist
Die hohe Wirklichkeit
Die schlaferwachte
Ergreife ich
Wachen Urteiles
Sie trägt auf ihren Wogen
Die alte Wirklichkeit,
Die mir Augen zeigten
Und die neue Wirklichkeit
Die mir Träume woben.
O hohe Wirklichkeit
Rufe mein Selbst
Zum Wachen
Laß es vergessen
Neue Wirklichkeit
Und alte Wirklichkeit.
Für Edith Maryon ca. 1923
Ganz langsam sollen die folgenden Vorstellungen durch das Gemüt ziehen:
Vor mir
In weiter Ferne
Steht ein Stern
Er kommt mir immer näher
Geistes-Wesen
Senden in Liebe
Mir Sternenlicht
Der Stern taucht ein
In mein eigenes Herz
Er füllet es mit Liebe
Die Liebe in meinem Herzen
Wird in meiner Seele
Kraft der Liebe
Ich weiss, dass ich
auch in mir
bilden kann
die Kraft der Liebe.
Für Yvonne Gygax-Kraft 1923
Meditation zur Gewinnung des Ich
Ich schaue in die Finsternis:
In ihr ersteht Licht,
Lebendes Licht.
Wer ist dies Licht in der Finsternis?
Ich bin es selbst in meiner Wirklichkeit.
Diese Wirklichkeit des Ich
Tritt nicht ein in mein Erdendasein.
Ich bin nur Bild davon.
Ich werde es aber wieder finden,
Wenn ich,
Guten Willens für den Geist,
Durch des Todes Pforte gegangen.
V. London, 2. September 1923
Ich schaue in die Finsternis
In ihr erstehet Licht
Lebendes Licht
Wer ist dies Licht in der Finsternis
Ich bin es selbst
Es ist nicht mitgegangen in's Erdensein
Ich bin nur Bild davon
Ich werde es wieder treffen
Wenn ich durch des Todes Pforte gegangen. —
Entwurf Es sinket in mir
Der Urkräftestaub
Er erreget mich (schwarzblau)
Sie beleben mich (blau)
Es flammen in mir
Die Engelfeuer
Sie bilden mich zur Seele (rot)
Es schweben in mir
Die Erzengeltropfen
Sie gestalten mich zum Geist. (gelbrot)
Es steiget in mir
Der Urkräftestaub
Er erwecktet mich zu Gott. (weissrot)
September 1923 Notizbuch
Ich nehme dich in den Geisteskreis, der sich auf die Impulse der Geister der Sonne berufen darf, und der sagen darf, dass die Mondengeister diese Impulse in die Weltenweisheit verwandeln.
Willst du mein Wort hören aus diesem Geiste heraus?
2 16 12 6 4
o o o o o
H I E R A O
Wenn du dich in diesem Geistesworte fühlst, werden dich die Geister des Sonnen- und Mondenkreises erkennen.
Sie werden sich von Dir finden lassen; sie müssten dich verstossen, wenn du es aus deinem Herzen fallen liessest. —
Stelle dich vor auf dem Aste eines Baumes sitzend — er hält dich denn dein Wort ist leuchtend in die Geisthöhen - aussprechend unrecht, du schneidest den Ast unter dir ab und fällst in den «Abgrund». —
September 1923 Notizbuch
I. Suche die 7 überall, wo etwas auf geistige Art ist, oder etwas auf geistige Art geschieht.
II. Erkenne, dass, was in der Welt ist, auch in dir ist, und was in dir ist, auch in der Welt ist.

III. Schaue ein jegliches spiralig verschwinden und wieder werden:

ca. 1923 Notizblatt
In mein Ich senke sich Wärme
Mir gegeben aus dem Quell des Seins.
Ich erwache im Fühlen dieser Wärme.
2. In meinen Leib strahle Kraft
Mir kommend aus der Sonnenkraft.
Mensch.
Ich erwache im willigen Gebrauch der Sonnenkraft.
- In meinem Herzensleben leuchte mir Sonnenlicht
Mir leuchtend aus dem Sonnenlicht.
Ich erwache im Willen des Sonnenseins.
- In meinem Wesen wirke das Weltendenken
In mir erregt von Sterngedanken.
Ich erwache magisch im Denken der Welt.
September 1923 Notizbuch
Was ich spreche von meinem physischen Leib aus ist Schein — Tchmuss sprechen von meinem Astherleib aus, zu dringen in die wahre Wirklichkeit:
- Ihr Geister unter der Erde drücket auf meine Fußsohlen. Ich schreite über euch hinweg.
- Ihr Geister der Feuchtigkeit streichelt meine Haut. Ich drücke euch nach allen Seiten.
- Ihr Geister der Luft füllet mein Inneres an. Ich verbinde mich mit euch.
- Ihr Geister der Wärme beseelt mein Inneres. Ich lebe in euch.
- Ihr Geister des Lichtes durchgeistet mein Inneres. Ich denke mit euch.
- Ihr Geister der (chemischen) Kräfte lähmet meine Kräfte. Ich will euch überwinden.
- Ihr Geister des Lebens tötet mein Leben. Ich erwarte euch im Tode.
So bin ich, dies sagend, im Aetherleibe. Und ihr könnt kommen: Farben, Töne, Worte der ätherischen Welt.
Für Ita Wegman Oktober 1923
Immerscheinendes allwaltendes Licht
Dir vertraue ich meine Seele
Mein Seelenlicht webe
Im webenden Weltenlicht
Licht fühle ich mich
Licht im kleinen Punkte
Licht das sich dehnt in grenzenlose Weiten
Licht das all mein Sein
Trägt in grenzenlose Weiten
Ich fühle mich in grenzenlosen Weiten
Reines durchscheinendes Licht bin ich
Oktober 1923 Notizbuch
Ich ergreife die Geisterwelt
Am Ende meiner Lichtesseele
ch halte die Geisterwelt
Mit meinen Lichtesarmen
Ich fühle deine Seite
Du willst mich nehmen
In Lichtes-Geisterwelten
Oktober 1923 Notizbuch
Ich sehe hinunter
Und finde die Lebensstützen
Durch die guten unteren Götter
Ich sehe hinauf
Und finde die Lebensgnade
Durch die guten oberen Götter
Ich will in Dankbarkeit zu ihnen
Meinen Weg aus meinem Herzen
Durch das Leben finden.
Für Daniel van Bemmelen 3. Januar 1924
Im Namen des Weltenlichtes,
Das leuchtend den Raum durchwellt;
Im Namen des Weltgedankens,
Der weise in Zeiten schafft;
Im Namen des Weltenlebens,
Das kraftvoll im Ew'gen wirket
Empfange den Segen des Geistes
Der dich trägt in Herzenswärme,
Der dir bringt den Geistesatem,
Der dir gibt das Seelenwasser,
Der dir formt die Leibgestalt;
Dass du kräftig im Wollen sei'st,
Dass du innig im Fühlen lebst,
Dass du lichtvoll im Denken wirkst.
Für Henry B. Monges 17. Februar 1924
Weltenlicht, es wandelt täglich sich
Zum Erdenlicht und weckt des Menschen Denken;
Weltenwärme, vorzeitig ward sie
Zur Erdenwärme, zu leben in des Menschen Fühlen;
Weltenluft, im Zeitlosen ward sie
Zur Erdenluft, zu wirken in des Menschen Wollen;
O Mensch, erkenne dich als leuchtend warmer Lüftegeist,
O Mensch, erlebe dich als rechter Sieger
Über Lichtes- Luft- und Wärmelocken.
- März 1924
Für Marie Steiner
Ich kann wissen
Dass die Gedanken
Vom Goetheanum
Helfend mir werden.
Ich will so denken
Und nehmen die Hand
Die mir gegeben wird.
Für Simone Rihonöt-Coroze
23. Mai 1924
Morgens und abends.
In den Weiten der Welt
Wirket Seelenkraft für alle Menschen
Wirket Geistesmacht für alle Seelen
Ich will atmen Seelenkraft
Ich will fühlen Geistesmacht
Zu sein gottdurchdrungener
Für Frau Renwald
Juli 1924
Sieh, du mein Auge
Der Sonne reine Strahlen
Aus der Erde Formenwesen;
Sieh, du mein Herz
Der Sonne Geistgewalten
Aus des Wassers Wellenschlägen.
Sieh, du meine Seele
Der Sonne Weltenwillen
Aus der Lüfte Glanzgeflimmer;
Sieh, du mein Geist
Der Sonne Götterwesen
us des Feuers Liebeströmen.
September 1924 Notizbuch
In den Weiten der Raumeswelt
Waltet hellerstrahlendes Licht,
Dass die Dinge sich offenbaren;
In den Tiefen des Menschenherzens
Wird das Licht Gedankenkraft,
Dass die Seelen leben können.
Licht des Herzens und Licht der Welt:
In ihrem Finden lebet Gott
In opfernden Menschenseelen.
So wachet der Mensch
Im Sinnes-Weltenlaufe. - -
In den Weiten der Geisteswelt
Waltet sinnverlöschend Finsternis,
Dass der Geist sich künden kann;
In dem Leben der Menschenseele
Wird die Finsternis Gotteshelle,
Dass die Menschen Geist eratmen.
Geist der Seele und Geist der Gotteswelt:
In ihrem Finden lebt der Mensch
In gnadestrahlendem Gottes-Wirken.
So schläft die Seele
Im Geistes-Weltenlaufe. - -
Und ziehet Wachen in Schlafesdämmerung,
Und ziehet Schlafen in Wachenshelle
So erscheinet Gottes Schaffen
In Welten-Sinnes-Offenbarung.
Für Pater Giuseppe Trinchero
9. September 1924
In dir lebt das Menschenwesen
Das Gott von Angesicht zu Angesicht schauet, das ewig ist,
Und das im Kreise der sieben grossen Geister ist
Es ist über allem, was in dir
zornig oder furchtsam ist
Es herrschet mit den Kräften der obern Welt
Und ihm dienen die Kräfte der untern Welt
Es verfügt über sein eigenes Leben und seine
eigene Gesundheit und kann das auch bei andern
Es kann durch nichts überrascht; von keinem Missgeschick befallen werden; es kann nicht in Verwirrung gebracht und nicht überwunden werden
Es kennt die Wesenheit des Vergangenen, Gegenwärtigen und Zukünftigen
Es hat das Geheimnis der Erweckung vom Tode und von der Unsterblichkeit im Besitz.
Notizblatt ca. 1924
Für Johanna Mücke
Im Herzen
Lebt ein Menschenglied
Das von allen
Stoff enthält,
der am meisten geistig ist;
Das von allen
Geistig lebt
In der Art, die am meisten
Stofflich sich offenbart.
Daher ist Sonne
Im Menschen-Weltall
Das Herz;
Daher ist im Herzen
Der Mensch
Am meisten
In seines Wesens
Tiefstem Quell.
zum 29. Oktober 1924
Sonne, du Strahlentragende
Deines Lichtes Stoffgewalt
Zaubert Leben aus der Erde
Unermeßlich reichen Tiefen.
Herz, du seelentragendes
Deines Lichtes Geistgewalt
Zaubert Leben aus der Menschen
Unermeßlich tiefem Innern.
Schau ich in die Sonne
Spricht ihr Licht mir strahlend
Von dem Geiste, der gnadevoll
Durch Weltenwesen walter.
Fühl ich in mein Herz
Spricht der Geist sein Eigenwort
Von dem Menschen, den er
Liebt durch alle Zeit und Ewigkeit.
Sehen kann ich aufwärtsblickend
In der Sonne hellem Rund
Das gewalt'ge Weltenherz
Fühlen kann ich einwärtsschauend
In des Herzens warmem Schlag
Die beseelte Menschensonne.
Für Charlien Hupkes-Wegman
November 1924
Schau in deiner Seele Reich,
Und empfinden kannst du da
Aller Weltenweiten Lichtgewalten
Und des Zeitenlaufes Gotteswirken.
Schau in Sonnen-Weltenreiche
Und erblicken kannst du da
Eignen Herzens Geisteslicht
Und auch deiner Seelenkräfte Schaffen.
Und so kann die Menschenseele
In des Herzens Tiefen
Welten-Sternen-Höhen,
Und das Menschenauge
In den Welten-Sternen-Höhen
Herzenstiefes Geistesweben
Beglückend finden. —
Für Charlien Hupkes-Wegman
Ich bin Ich
November 1924
Meiner lieben Marie als Meditation, nicht zur bestimmten Zeit, sondern nach Muße. Weihnacht 1924
In Sternenweiten
Zu Götterorten
Wendet den Geistesblick
Meine Seele.
Aus Sternenweiten
Von Götterorten
Strömet die Geisteskraft
In meine Seele.
Für Sternenweiten
Nach Götterorten
Lebt mein Geistesherz
Durch meine Seele.
Für Marie Steiner
In dem Schreiten
Überwind ich Erdenschwere
In dem Blicken
Trag ich Menschengeist
In meinem Herzen
Quillt der Sonne Kraft
In meinem Atem
Lebt der Seele Macht
In den Lüften
Weht des Gottes Schaffen
In den Sternen
Wirkt des Geistes Weltensiegerlicht
So denk, fühl und will ich
Durch Zeit und Ewigkeit.
Für Hans Werner Zbinden 1924
In meiner Aura
Schaue ich
Mit Michaels Auge
Mit Christi Kraft
Mit Weihemacht:
Wie waltet
In mir
Göttlich-Geistiges.
Göttlich-Geistiges
Von obern Weltenorten
Durchstrahlet es mich;
Göttlich-Geistiges
Aus weitem Welten-Umkreis
Durchwellet es mich.
Göttlich-Geistiges
Aus tiefen Erdenklüften
Durchströmet es mich.
Die Sterne
von oben
tragen Göttlich-Geistiges
durch mich
Die Sonne
Umkreisend
Senket Göttlich-Geistiges
In mich
Die Erde
Von unten
Stützet Göttlich-Geistiges
In mir.
Notizblatt 1924
Finde dich im Lichte
Mit der Seele Eigenton;
Und Ton zerstäubt,
Wird Farbgebild
Im Lichte
Licht - Götter - Wesen.
Verschwundner Ton
In ihm wiedererstandener Ton
Spricht aus ihm:
Du bist
Eigenton im Weltenlicht
Töne leuchtend
leuchte tönend.
Notizbuch 1924
Seraphisch Feuermächte
Aus meinem Herzen strahlet ihr
Cherubinisch Bildekräfte
In meinem Haupte scheinet ihr
Der Throne Traggewalten
In meinen Gliedern kraftet ihr
Mein Ich ist IHR.
Eurythmie-Form
Notizblatt 1924
Im Haupte sich erfühlen
Den Weg in Ätherwelten suchen
Im Worte sich empfinden
Es führt in Seelenwelten ein
Der Hände Umkreis zu erleben
In Geistesreiche dringen
So find ich mich im All.
Notizblatt undatierbar
Zum Zeichen des Weltengeistes
Erhebe sich sehnend meine Seele
...
Im hellen Rosenstrahlenlicht
Erschaue ich des Geistes Kraft.
Im tiefen Grunde meiner Seele
Erwache gleiche Geisteskraft
Sie trage, halte, führe mich.
Notizblatt undatierbar
Es leuchtet die Sonne
Dem Dunkel des Stoffes;
So leuchtet des Geistes
Allheilendes Wesen
Dem Seelendunkel
In meinem Menschensein.
So oft ich mich besinne
Auf ihre starke Kraft
In rechter Herzenswärme
Durchglänzt sie mich
Mit ihrer Geistesmittagskraft.
undatierbar
Meine Seele folge dem Licht der Sonne
Meine Seele ist ein Lichtwesen
Folgend der Sonne findet sie
Als Licht das Licht.
Für Wilhelm Selling undatierbar
Sonne über mich
Sonne auf der Himmelsbläue
Ich auf dem Erdenstern
Grün leuchtet die Erde
In die Weltenweiten
Pflanzengrün gibt der Erde
Einheitlich Grün als Sternenfarbe
Göttliche Metallkräfte
Im Innern der Gnomenheime
Färben Rot, Blau, Gelb
Die Sternenblüten
Auf dem grünen Pflanzensternenboden.
Notizblatt undatierbar
Von den Sternen bin ich herabgestiegen.
Zu den Sternen will ich mich erheben.
Mit Michael will ich handeln.
Für Christus will ich leben.
Für Alfred Meebold undatierbar
In des Menschen tiefstem Innern
Ist der feste Mittelpunkt
Man kann in allen Lebenslagen
Auf den Geist bauen
Der in diesem Mittelpunkt wohnet.
Für Edith Brend Lewis undatierbar
Im Geiste wurzelt des Menschen Sein
Im Geiste birgt sich wahre Lebenskraft
An den Geist klammere sich mein Herz
So finde ich mich in mir.
Für einen finnischen Anthroposophen undatierbar
Im ruhigen Ringen
Im lichterstrebenden
Seelenleben
Trägt mein Ich
Mich nach der Quelle
Aus der Menschen
Ihr Wesen schöpfen.
Notizblatt undatierbar
Du suchest
Nach dem Lichte der Geisteswelt:
Suche im eigenen Selbst,
Und du findest es gewiß.
Du suchest
Nach deiner Selbstes-Wesenheit:
Suche im Weltenwirken,
Und du findest sie gewiß.
Des eigenen Wesens Finsternis:
Sie verdunkelt die Welt.
Über Weltenwirken
Unwissend sein
Es erkaltet das eigene Selbst.
Für Hans Hasso v. Veltheim undatierbar
Welten-Wesen einen sich
Als Seelenbildekräfte
Gedankenschöpferisch
In meinem Herzen
Sie finden sich
Zu Geisteswirksamkeit
Mit der Willensgüte
Im Menschen-Ich
In das Menschen-Ich
Strömt die Willensgüte
Nach Geisteswirksamkeit
zu erhellen sich
In meinem Herzen
An der Weltgedanken Kraft
Um seelenhell
Welten-Wesenheit zu finden.
Notizblatt undatierbar
Erkenne dich selbst
In deinem Herzen ist die Kraft
In deiner Seele ist die Stärke
Suche durch die Seele die Stärke
Suche durch das Herz die Kraft
Die Kraft, die in dir sagt:
Erkenne dich selbst.
Erkenne dich selbst
Die Kraft, die in dir sagt:
Suche durch das Herz die Kraft
Suche durch die Seele die Stärke
In deiner Seele ist die Stärke
In deinem Herzen ist die Kraft
Erkenne dich selbst.
undatierbar
Ich fühle
In meinen Händen Kraft
In meinen Füßen Stärke
Ich fühle
In meinem Herzen Liebe
In meinem Haupte Licht
Ich fühle
In meinem Atem Gottes Seele
In meiner Sprache Gottes Willen
In meinem Sinnen Gottes Geist.
undatierbar
Imagination eines Dreiecks aus drei Sternen, von denen der eine Liebe, der zweite Kraft, der dritte Weisheit strahlt
☆ Liebe (rot)
☆ Kraft (blau)
☆ Weisheit (gelb)
Dann daran Meditation:
In Liebe wirken
Aus Kraft sich beleben
In Weisheit streben
Erfülle mein I-CH.
Es kann dieses dann öfter am Tage wiederholt werden.
undatierbar
Wer Gott will erkennen, muss Gott wollen- Wille
Wer den Logos erkennen soll, muss den Logos empfinden - Liebe
Wer den Geist erkennen soll, muss den Geist denken - Licht
Wer den Menschen will fördern, muss das Feuer finden — Feuer
Notizblatt undatierbar
Ich trage in mir Gewesenes,
Ich fühle in mir Werdendes,
Im Wollen trage ich beide der Zukunft entgegen.
Glaube blickt auf Gewesenes und gründet in der Wahrheit,
Vertrauen blickt auf Werdendes und gründet in der Zukunft,
Liebe umschließt im Augenblick
Das ewig Gewordene
Das ewig Seiende.
undatierbar
Einatmen und denken:
Die höchste Kraft der Natur
strömt mit dem Atem in mich ein.
Atem anhalten:
Alle Kraft ruht in mir.
Beim Ausatmen:
Ich ströme aus alles Gute,
dessen ich fähig bin.
undatierbar
Ich atme die Kraft des Lebens aus den blauen Fernen
Ich veratme das eigene Selbst in die blauen Fernen
ca. 1923 Notizblatt
Die Welt gibt mir den Atem physisch lebend
Der Atem lebet und stirbt in mir zu Geist
Den erstorbenen ergeistigten Atem gebe ich der Welt
Nicht in der Handschrift Rudolf Steiners:
gleichzeitig | einatmen | Atem gehalten | ausatmen
Notizblatt undatierbar