Die Entstehung und Entwickelung der Eurythmie 1912–1918

GA 277a — 23 August 1915, Dornach

Fünfte Stunde

Am 23. August 1915 fanden zwei Stunden statt: eine am Vormittag und eine am Nachmittag. Am Schluss der Vormittagsstunde wurde die am Vortag eingeführte Ätherwelle wiederholt, wie aus Mieta Wallers Originalnotizen ersichtlich wird, die an diesem Tag erstmals teilnahm.

Aber wie es mit allem bei der Entwicklung der Eurythmie ging, später waren EvD, mehr Möglichkeiten - so, wie es bei der Ton-Eurythmie auch war. Erst war B3.1965 Bewegung als Intervall, dann als Ton, dann wieder noch weiter gehen: C = Grundton, aber jede Tonleiter hat einen Grundton, also kann jeder Ton Grund ton sein.

Wort und Ton

Der Ton erscheint durch den ganzen Menschen. Das gesprochene Wort erscheint am Menschen.

Das gesprochene Wort wird am Menschen, das musikalische Wort wird durch den ganzen Menschen ausgedrückt.

Das gesprochene Wort ist am Menschen. Der Ton durch den ganzen Menschen.

Der Laut erscheint am Menschen. Der Ton ist der ganze Mensch.

Tonskala / Dur-Tonleiter

277a-156
277a-156

Tatiana Kisseleff, Nb // Abweichungen in der Abschrift durch Johanna Mücke in () Die Tonskala eurhythmisch
1. Arme nach oben tragen und parallel strecken Prima
2. Ein Winkel von 30% Secunda
3. Ein Winkel von 60% Terzia
4. Im Kreuz stehen Quarta [90%]
5. Quinta Füße im Winkel
6. Sexta Arme im Winkel 60% auch Füße (Beine)
7. Septima Arme im Winkel 30%, auch Füße (Beine)

277a-157
277a-157

Tonskala e.... Tour[Dur]tonleiter musikalische Prim / 3. Töne 2. Vokale u. Konsonanten 1. Gesang / Das Verhältnis der Sekund zur Prim, der Terz zur Prim, der Quart u.s.w.

Hände im Kreis heben,

«Diese Formen (Winkel der Ton-Eurythmie) gelten für jede normale Tonart, Dur und Moll. Sie sind nicht Notenwerte, sondern Intervalle.» Dies ist die erste Angabe. Die zweite, etwas später: «Sie müssen nun lernen fühlen, ob Sie diese Bewegung als Intervalle oder Noten gebrauchen wollen, das hängt von der Art des Musikstücks ab!» — Also: C = kann sein Grundton von C-Dur; C: kann sein Quinte von F z.B.; oder Terz von A (darunter); oder Sext von A (darüber) etc.

Nun die Scala: von Ton zu Ton in Graden:

277a-158
277a-158

Grundton C = 0 / vollton D = 36 / vollton E = 36 / halbton F = 18 / 90 grad. / G = dasselbe in Händen / A = 36 - Vollton / H = 36 - Vollton / C = 18 Halbton

Das gilt für jede Durtonart für die Hände und Füße. / Zeichnung vom Kurs: 90 grad 0 = Prim / 36 = Secunde / 36 = Terz / 18 = Quart / 90 Grad / Hände / 18 - Quinte / 36 = Sext / 18 = Sept / 18 Octaf / 90 grad. / Hände +Füße

277a-159
277a-159

Später wurden die Winkel durch die halben Töne folgendermaßen ausgedrückt: GA 2774 Prim 0° = das musikalische Bild von # / Sekund Arme im Winkel von 36° / Sk” Terz Arme im Winkel von 72° / Quart Arme im Winkel von 90° / Quint Arme bleiben im Winkel von 90°. Beine im Winkel von 30° (Sprung) / Sext Arme im Winkel von 54°. Beine im Winkel von 60° (Sprung) / Septim Arme im Winkel von 18°. Beine im Winkel von 30° (Sprung) / Oktave 0° wie ». (Spätere Aus führung dieser Sprünge: Quint=kleiner Sprung auswärts, Sext=etwas größerer Sprung auswärts; Septime=in den ersten Sprung zurück.)

Darstellung im Dreieck

Bei dieser Gelegenheit sprach Dr. Steiner auch von «einer Art von Darstellung im Dreieck»: Die an der Spitze des Dreiecks Stehende wird singen, die vorne rechts Stehende wird die Buchstaben, die vorne links Stehende die Töne machen.

[Siehe dazu die obige Abbildung]
3. Töne
2. Vokale und Consonanten
1. Gesang

277a-160
277a-160

Singen / Buchstabisieren / Töne tanzen. Das Dreieck

277a-161
277a-161

x4.) als Beispiel für Dreizeiler gezeigt, es kann auch anders sein,
z.B.:4 Personen, 4 Zeilen:
I singt II Töne III Vocale IV Konsonanten.
Singen / Töne / Buchstabieren lautieren.

Schwalben = dionysisch. Dionysus ist von der Leier des Apollo überwunden im Weltengedicht

12 Strophen zu je 9 Zeilen, das ist das kosmische Gedicht der Welt, das kosmische Weltengedicht. Dionysos ist von der Leier des Apollo überwunden im Weltengedicht.

Und beim Planetentanz musste jeder seine ganze Zeile mit allen Formen machen. - Weil ich damals die Sonne machen musste, weiß ich es wirklich ganz genau. - Es ereignete sich dabei ein kleiner Zwischenfall. Die Sonne hat doch in der 3. und 6. Strophe je eine Interjektion. Beim Üben untereinander fanden die andern, dass es nicht richtig sei, so wie ich es tat, mit beiden Füßen bei dem «O suche du Seele» und «So lenke, o Geist» sich vom Boden zu lösen, «Das sei zu luziferisch!!» Als Dr. Steiner dann kam, bat ich, ob ich ihm etwas zeigen dürfe, und macht ihm meine o-Sprünge vor, und fragt, ob ich’s so machen dürfte, die andern fänden, das ginge hier nicht. Er sagte darauf: «Das dürfen Sie wohl so machen, nur müssen Sie auf die andere Seite der Waagschale auch etwas zum Ausgleich legen!» - Bei einer anderen Gelegenheit sagte er einmal, als man von jemand sagte, er sei zu «luziferisch», «aber, sie kann doch Andacht empfinden, sie ist also nicht ganz luziferisch!» - Also muss man auf die andere Seite der Waagschale Andacht legen.

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