Die Entstehung und Entwickelung der Eurythmie 1912–1918
GA 277a — 11 September 1915, Dornach
Zweiundzwanzigste Stunde
Nach einem Textbeispiel für das Tiaoait gab Rudolf Steiner in dieser abschlieBenden Stunde - vermutlich auf einzelne Rückfragen - noch Verschiedenes an, u.a. zu den Farben, was des inhaltlichen Zusammenhanges wegen in die 10. Stunde vom 26. August 1915 aufgenommen wurde, siehe S. 331.
Beispiele für das Tiaoait
Zu feierlichen Gedichten - Oden in dieser Form. Horaz. Ovid. Die «Urworte» von Goethe.
Man beginnt. Zwischen zwei Stellungen wird eurythmisiert. Alles mitmachen dann, das Seelische empfangen.
[Die Stellungen wurden von Lory Maier-Smits in den Druckfahnen ergänzt]
Aus den «Worten Mosis», übersetzt von Hugo Bergmann Höret, ihr Himmel, denn ich will reden, 1. Stellung
Und die Erde vernehme die Worte meines Mundes! 2. Stellung
Mag triefen wie Regen meine Lehre, 3. Stellung
Mag träufeln wie Tau mein Wort! 4. Stellung
Wie Regenschauer auf junges Grün, 5. Stellung
Wie reichliche Tropfen auf die Flur! 6. Stellung
Denn Jahves Namen verkünde ich, 7. Stellung
Gebt große Ehre unserm Gott! 8. Stellung
in Fels ist er, vollkommen ist sein Werk, 9. Stellung
Alle seine Wege sind ja recht, 10. Stellung
Ein Gott der Treue ohne Falsch, 11. Stellung
Gerecht und redlich ist er. 12. Stellung
Schlecht handelten gegen ihn seine Söhne - ihr Fehler war’s—
Das verderbte und verkehrte Geschlecht.
Wollt ihr Jahve so vergelten,
Du törichtes unweises Volk?
Ist nicht er dein Vater, der dich geschaffen,
er es, der dich schuf und dich bereitet?
Gedenke der Tage der Vorzeit,
Betrachte die Jahre, Geschlecht nach Geschlecht!
Frage deinen Vater, er wird es dir melden,
Die Greise unter dir, sie sagen es dir an.
Als der Höchste den Völkern Erbbesitz verlieh,
Als er die Menschenkinder teilte,
Die Grenzen steckte er da ab
Nach der Zahl der Kinder Israels,
Denn Jahves Anteil ist sein Volk,
Jakob der Landstrich seines Eigentums. Aus den Offenbarungen des Johannes 20,1-6; 7-9; 11-14 t Und ich sahe einen Engel vom Himmel fahren, der hatte den Schlüssel zum Abgrund und eine große Ketten in seiner Hand.
i Und ergriff den Drachen, die alte Schlange, welche ist der Teufel und Satan, und band sie tausend Jahre.
i Und war ihn in den Abgrund, und verschloss ihn, und versiegelte oben darauf.
a dass er nicht mehr verführen sollte die Heiden, bis dass vollendet würden tausend Jahre;
a und darnach muss er los werden eine kleine Zeit
a Und ich sahe Stühle, und sie setzten sich darauf, und ihnen ward gegeben das Gericht;
o und die Seelen der Enthaupteten um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen, und die nicht angebetet hatten das Tier, noch sein Bild, und nicht genommen hatten sein Malzeichen an ihre Stirn, und auf ihre Hand,
a diese lebten und regierten mit Christo tausend Jahre!
a die anderen Toten aber wurden nicht wieder lebendig, bis dass tausend Jahre vollendet wurden.
a dies ist die erste Auferstehung.
i selig ist der und heilig, der Teil hat an der ersten Auferstehung;
i über solche hat der andere Tode keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre.
t
t Und wenn tausend Jahre vollendet sind, wird der Satanas loswerden aus seinem Gelängnis,
i Und wird ausgehen, zu verführen die Heiden an den vier Enden der Erde, den Gog und Magog, sie zu versammeln in einem Streit, welcher Zahl ist wie der Sand am Meer
i Und sie traten auf die Breite der Erde; und umringten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt.
a Und es fiel das Feuer von Gott aus dem Himmel und verzehrte sie
a Und ich sahe einen großen weißen Stuhl und den der darauf saß, vor welches Angesicht floh die Erde und der Himmel, - und ihnen ward keine Stätte erfunden:
a Und ich sahe die Toten, beide groß und klein, stehen vor Gott, die Bücher wurden aufgetan;
o und ein anderes Buch ward aufgetan, welche ist des Lebens.
a Und die Toten wurden gerichtet nach der Schrift in den Büchern, nach ihren Werken.
a Und das Meer gab die Toten, die darinnen waren; und der Tod und die Hölle gaben die Toten, die darinnen waren;
a und sie wurden gerichtet, ein jeglicher nach seinen Werken.
ö Und der Tod und die Hölle wurden geworfen in den feurigen Pfuhl.
i Das ist der andere Tod.
t
Abschließende Worte, Rückblick
Man soll das nun Gegebene verwenden, wie es der Natur der Dichtungen entspricht: Das Prinzip des langsamen oder schnelleren Gehens, des Reimes. Aber besonders viel das Prinzip des Seelischen anwenden.
Bei den Kursen erst das Willkürliche machen lassen, dann es unterdrücken und zu dem Höheren aufsteigen.
Der innere Zusammenhang zwischen Seele und Form kann Strophe und das ganze Gedicht betreffen. In dem weitesten, unpedantischsten Sinne. Alles, was Sie machen im Raum, können Sie auch in der Zeit machen. - So kann eine nacheinander alle Punkte machen. Man kann auch Strophen seelisch zum Ausdruck bringen durch Farbennuancen. Immer verinnerlichen.