Die Entstehung und Entwickelung der Eurythmie 1923–1925
GA 277d — 22 March 1925, Mannheim
Eurythmie-Aufführung
Aus einem Brief von Marie Steiner an Rudolf Steiner, Stuttgart, 23. März 1925
Lieber E., tausend Dank für Deinen lieben Brief. Wir freuen uns alle sehr auf den heutigen Abend. Hoffentlich wird das Getöse der Kinder nicht das Getöse des Sonnenaufgangs übertönen. Die Lehrerschaft hat hernach die Eurythmie zu einer Unterhaltung mit Tee eingeladen. - Wir haben eine Reihe sehr erfolgreicher Abende hinter uns. - Heidenheim (volles Haus), das uns als Kritiken drei Hymnen eingebracht hat, - Karlsruhe, wo die Stimmung eine sehr warme, mitgehende war (- Kritiken sind uns noch nicht geschickt -), bis auf sehr wenige freie Stühle in der letzten Reihe der teuren Plätze, war es dicht besetzt (1200 Menschen) - Mannheim verlief auch sehr gut; trotzdem Konfirmationsmorgen in der Stadt war, gab es nur ganz hinten im langen Saal einige leere Reihen. [...] Alles was wir an Berichten bekommen über Aussprüche fremder Zuschauer, klingt sehr begeistert; es wird sogar behauptet, dass geweint wurde bei der Faustszene in Mannheim. Fast ist es schade, dass zwischen der pädagogischen Tagung und heute nicht noch eine Vorstellung hat stattfinden können: es waren vor allem Schuurmans, die wegen ihres Hauses nach Dornach mussten. Mit ihnen entließ ich dann Savitch und de Jaager, da sie wegen der hiesigen Schulaufführung entbehrt werden konnten. Es ist doch auffallend, wie gut die Dinge zum Schluss gehen, und wie viel durch die Wiederholungen alle gelernt haben. Die Urträume, die wir zur pädagogischen Tagung geben sollen, sind natürlich etwas vergessen worden. Die Frau Lewerenz, die uns hat verlassen müssen, gehört dazu; am Samstagabend oder Sonntag muss es in Dornach gemacht werden, und dann geht’s gleich wieder nach Stuttgart. Morgen muss ich viel Proben abhalten; erst mit den Stuttgartern, die in dem zweiten Teil unseres Programms die großen Gruppensachen auffüllen müssen. Dann die Schüleraufführung, - für die so viel Material vorliegt, dass ich sicher nicht durchkommen kann. [...]
[Nachschrift:] Die Kinder in der Schule waren selig, fanden bloß die Vorstellung zu kurz.