Vortragsabend: Margarete Pix
Als eine wirkliche Vortragskünstlerin lernten wir am 1. November 1898 Frau Margarete Pix kennen. Ihre ganze Art wirkt sympathisch. Mir wurde das besonders klar beim Vortrage des Gedichtes «Anna» von Julius Hart und einiger Dichtungen der leider in Norddeutschland so wenig bekannten M.E. delle Grazie. Auch einiges von Theodor Fontane hörte ich gern in der Wiedergabe der Frau Pix. Ich möchte überhaupt den Abend durchaus als gelungen bezeichnen mit Ausnahme der ersten Nummer des Programmes. «Der Vicar» von Adalbert von Hanstein ist eine von den Dichtungen, die von der allerschlimmsten Rhetorik leben. Frau Pix hat ein schönes Vortragstalent. Sie wird die besten Erfolge haben, wenn sie es vermeiden kann, ihre Vortragskunst in den Dienst solcher «Kunstprodukte» zu stellen, die durch ihre Unnatur den Hörer rasend machen können.