«Hofgunst»

Lustspiel in vier Akten von Thilo von Trotha
Aufführung im Neuen Theater, Berlin

In «Hofgunst» von Trotha handelt es sich um einen kleinen Fürstenhof. Die Fürsten selbst sind brave und edle Menschen. Nur die Schranzen verderben alles durch ihre Albernheiten und Intrigen. Bloß der Finanzminister ist auch einer von den «Edlen». Er muß natürlich da sein, damit sich der niedrige Sinn der Höflinge entsprechend abhebt. Die Tochter eines fern vom Hofe wohnenden Barons, eine Art höherer «Unschuld vom Lande», ist der Inbegriff aller Gescheitheit, Geradheit und anderer schöner Tugenden. Sie läßt sich überreden, an den ihrem Vater und ihr verhaßten Hof zu gehen, und wird dort sogleich Hofdame. Die Kluge stiftet in wenigen Stunden mehr Gutes an dem Hofe als eine Höflingsschar in Jahrhunderten. Sie ist die richtige Person, die zum versöhnlichen Ausgang notwendige Heirat des jungen Fürsten mit seiner Cousine herbeizuführen, während vor ihrem Wirken die irregeführten Verwandten die beiden wie füreinander geschaffenen Menschen, um allerlei Rücksichten zu beobachten, an andere, nicht für sie passende verschachern wollen. Die alten Theaterfiguren der Generation Moser-Schönthan mit neuen Namen und etwas anderem Aufputz.

German original of “Hofgunst” · ← Previous · Next →