Faculty Meetings with Rudolf Steiner I
GA 300a — 23 March 1921, Stuttgart
Dreiundzwanzigste Konferenz
Es war zehn Wochen her, seit Rudolf Steiner zum letzten Mal die Schule besucht hatte. In Stuttgart fanden die Freien Anthroposophischen Hochschulkurse statt, unter intensiver Mitwirkung der verschiedensten Lehrer. Zu gleicher Zeit wurde über die Übernahme der Aktien der Waldorf-Astoria an den «Kommenden Tag» verhandelt.
Themen: Über Unterrichtsvorbereitung und Klassenführung. Eine Fortbildungsschule zu machen ist kaum möglich. Steiners Bedenken gegen Extra-Eurythmiekurse in der Schule. Kolisko teilt mit, er könne ab nächstes Schuljahr als Schularzt mitwirken. Besetzungsfragen. Steiner hofft für nächstes Schuljahr auf die Mitwirkung Maria Röschls und Clara Michels’.
Bemerkungen: Die Kollegen hatten eine Reihe Fragen gesammelt, die jetzt abgearbeitet wurden.
RUDOLF STEINER: [Wollen wir uns] noch einmal zum Bewusstsein bringen, welche Lehrkräfte wir brauchen für die 1. Klasse a und b. Eine Lehrkraft 3. Klasse. Da habe ich gemeint, dass Fräulein Grunelius für sich [die eine 3. Klasse] übernimmt, und Sie, [Fräulein von Mirbach], die andere. 3a, 3b; 4. Klasse kann bleiben. 5a und 5b, für eine Klasse kommt Herr Boy. Und für b brauchen wir jemanden. Ich habe so wenig sehen können.
[Zu Ruhtenberg, der vertretungsweise die 4b übernommen hatte:] Wie haben Sie sich hineingefunden in die [kommende] 5. Klasse?
WILHELM RUHTENBERG: Die Kinder sind schwatzhaft und unruhig. Die letzte Woche ging sehr gut. Da ist einiges nachgeblieben, was Herr Boy nachholen wird.
RUDOLF STEINER: Auf was ist die Schwatzhaftigkeit zurückzuführen? [Die frühere Klassenlehrerin], Fräulein Lang, ist immer zurechtgekommen.
WILHELM RUHTENBERG: Ich habe bei ihr zugehört, bei ihr waren die Kinder durchaus ruhig.
HERBERT HANN: Die Klasse war immer besonders schwierig.
EUGEN KOLISKO: Ich bin überhaupt nicht durchgekommen.
CAROLINE VON HEYDEBRAND: Ja, die ist schwierig.
RUDOLF STEINER: Das ist eine eigentümliche Erscheinung. Fräulein Lang hat sie ruhig gehalten, da liegt immerhin ein Rätsel verborgen.
CAROLINE VON HEYDEBRAND: Sie war sehr streng.
RUDOLF STEINER: Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass da etwas vorliegt, was für uns wichtig ist. Fräulein Lang ist eine in Württemberg geprüfte Lehrerin. Wenn wir beurteilt werden aus dem Grunde, dann wird man die Neigung haben, die stramme Disziplin auf die seminaristische Ausbildung in Württemberg zurückzuführen. Als dazumal die drei [inspizierenden] Weisen in der Schule waren, da hat einer ganz besonders bei der Frau Koegel gesagt: Man hätte gesehen, dass es mit der Disziplin nicht ginge bei den nicht Geprüften. Da war das Glück, sie hätten es in der Klasse gemerkt, wenn eine richtig geprüfte Lehrerin da war.
WILHELM RUHTENBERG: Ich habe den Eindruck, es liege daran, dass es mir nicht genügend möglich war, mich zu präparieren.
RUDOLF STEINER: Da kommen die Imponderabilien. Es ist nicht bloß [wichtig], was der Lehrer tut, sondern was der Lehrer ist, wie er in der Seelenverfassung ist. Das ist einmal durchaus so. Das muss in Betracht gezogen werden. Solche Dinge treten einem besonders stark entgegen an den Gymnasien, wo sehr häufig die Lehrer des Morgens mit starkem Kater in die Schule kommen, weil sie abends in der Kneipe sind. Da ist der Teufel los, nur durch die Tatsache, dass der Lehrer einen Brummschädel hat. Das gehört zu den Imponderabilien. Das ist der radikalste Fall. Sobald das Eigentümliche eintritt, dass man nicht genügend präpariert ist, da vibriert die Seele anders als sonst. Das spiegelt sich sehr leicht in der Disziplinlosigkeit. Dass man wirklich präpariert ist, das ist die Schwierigkeit bei unseren Lehrern in der Waldorfschule. Es ist bei der anstrengenden Tätigkeit furchtbar schwer, zu präparieren. Warum lachen Sie?
Jemand sagt: Weil es so ist!
RUDOLF STEINER [weiter zu den fehlenden Lehrkräften]: - Ja, da wäre die 6. Die braucht nicht geteilt zu werden. 54 [Schüler], das kann man noch ertragen. 1[a], 1b, 5b, 6. hat schon, 7a, 7b ist schon. 8., 9. bleibt, wie es ist. 22 Kinder gehen weg, sodass da von 48 26 bleiben. Aber dann müssen wir an die 9. denken. Dann müssen wir eine 10. anschließen. Da werden wir eine Einteilung treffen.
Nicht wahr, es würde dann sein: 2a, 2b sind versorgt, 3a, 3b sind versorgt. 4 ist versorgt, 5a ist versorgt, 5b, 6, 7a, 7b versorgt. Das bleibt wie es ist. 8., 9., 10., da möchte ich einmal Schubert, Stein, Stockmeyer. Nun handelt es sich darum: Jetzt ist nur das, dass es vielleicht dann doch so gemacht werden müsste, dass Sie /zu Karl Schubert] jetzt die 8., 9. kriegen in den humanistischen Dingen; das lässt sich einteilen. Aus Utilitätsgründen ist es nicht leicht durchzuführen. 7b, 8.: Sie bleiben bei den realistischen [zu Hermann von Baravalle]; Dr. Schubert das Humanistische; 8., humanistische Fächer: Dr. Stein. 9., 10., humanistische Fächer. 7b., 8. Dr. Schubert. Ich würde gern Folgendes machen: 7b und 8: Herr von Baravalle realistische Fächer; 9. und 10. Stockmeyer die realistischen Fächer.
Und ich möchte, dass Dr. Röschl doch vom Herbst an ganz für Lateinisch und Griechisch [kommt], weil ich finde, dass es eingeschoben werden muss. Ich finde sie sehr geeignet. Ich möchte sie sehr gerne hier haben für Lateinisch und Griechisch. Sie kann erst vom Herbst an. Dann würde aber doch vielleicht es notwendig sein, dass man irgendwie nicht überfällt /?] jetzt mit Lehrkräften.
Ist Ruhtenberg frei?
Jemand antwortet: Wenn Herr Boy kommt.
RUDOLF STEINER [vermutlich]: Die ganze Besetzung findet erst zu Pfingsten statt. Ob Herr Ruhtenberg dann frei wird?
Mit Rücksicht darauf, dass ich Fräulein Dr. Röschl durchaus dahaben möchte, würde ich meinen, dass es gut wäre, wenn diese 5b [für die Dauer] von Herrn Ruhtenberg besorgt würde.
Es würde sich dann nur um zwei [neue] Lehrkräfte handeln. [...] [Gespräch darüber.]
Wenn Sie darüber nachdenken, wie das zu verteilen ist, so ist es nicht anders zu machen. Dr. Schubert soll 7b ganz nehmen, [sonst] bekomme ich keine Verteilung daraus.
Weiteres Gespräch über Besetzungen.
RUDOLF STEINER: Nun möchte ich gerne Folgendes machen. Ich würde gerne besetzen 1a, 1b in irgendeiner Weise. [1a]: Fräulein Doflein soll es sein. Die müsste man erst berufen. Die Schule leidet auch nicht an Überfluss von Geldmitteln. [...] [Über weitere Kandidaten.]
Ist nicht Fräulein Clara Michels Fachlehrerin? Sie würde dann wohl nur für eine höhere Klasse in Betracht kommen.
Wenn ich an Doflein denken muss, so muss sie als Zweiten einen Mann haben. [...]
EUGEN KOLISKO: Es würde möglich sein, dass ich im Herbst an die Schule kommen kann. Ich hätte gerne eine der höheren Klassen gehabt.
RUDOLF STEINER: Wenn dann Dr. Kolisko eintritt, könnte es sich etwas verschieben. - Es ist nicht leicht, Lehrkräfte zu finden. Beworben haben sich riesig viele, [aber keine] brauchbaren.
WALTER JOHANNES STEIN: Ich bin in der Geschichte [in der 9. Klasse] bei der Gegenwart angekommen.
RUDOLF STEINER: Sie wollten fortsetzen in die Zukunft. Sie dachten, zu Jean Paul überzugehen.
WALTER JOHANNES STEIN: Ich könnte englische Geschichte betreiben.
RUDOLF STEINER: Ich würde meinen, das, was wir festgelegt haben, müsste fest eingehalten werden. Sie wollen 8. und 9. trennen. Wodurch war die Störung herbeigeführt?
WALTER JOHANNES STEIN: Durch die Vortragsreise.
RUDOLF STEINER: Mit der 8. sind Sie auch bis zur Gegenwart gekommen?
Ich würde Ihnen empfehlen, mit der 8. Klasse zu lesen die ersten Kapitel von Schillers «Dreißigjährigem Krieg». Darin ist sehr viel Bildendes.
WALTER JOHANNES STEIN: Ich habe es schon besprochen.
RUDOLF STEINER: Darin sind sehr viele Dinge, die bis zur Gegenwart gehen.
HERMANN von BARAVALLE: Sollte es nicht möglich sein, im englischen Unterricht [in der 7. Klasse] irgendetwas aus einem Buch zu lesen?
RUDOLF STEINER: Vielleicht ist es doch möglich. Wie viel Zeit werden Sie haben, um zu lesen? Wie könnte man das bewirken, dass «Christmas Carol» gelesen würde? Es ist außerordentlich instruktiv, wenn jedes Kind das Buch hat und man sie [einzeln] herausruft und vor den anderen in zwangloser Weise vorlesen lässt, damit sie zusammenlesend denkend arbeiten.
6a, 6b: Poetisches; Prosa nach der Poesie.
[Im] Lateinkurs [kann man Ovid oder] Vergil lesen. Plutarch, kleine Geschichten.
RUDOLF TREICHLER: [Ich] habe Ovid gelesen.
RUDOLF STEINER: Bleiben Sie dabei, bis sie arg viel können.
RUDOLF TREICHLER fragt nach Plinins.
RUDOLF STEINER: Plinius ist eine gute Lektüre. Livius für die ältesten Schüler: Da muss man auf die Intimitäten eingehen. Livius hat eine sehr schlechte Überlieferung; er ist der berühmte Schriftsteller, bei dem man immer Konjekturen macht.
[Im] Griechischen würde ich solche Sprüche mit ihnen durchnehmen [Rudolf Steiner gibt ein Beispiel]; es gibt sehr viele solche Zweizeiler im Griechischen.
HERBERT HANN fragt wegen des Religionsunterrichts.
RUDOLF STEINER: Arenson verträgt es nicht. Wie geht die Sache bei Arenson?
MARIA UHLAND: Bei Herrn Arenson sind sie sehr still. Beim Wiedererzählen sind sie wieder unruhig.
CAROLINE VON HEYDEBRAND: Der E. hat erzählt: «Heute haben wir deinen Großvater mächtig steigen lassen.»
Weiteres dazu.
MARRIA UHLAND: Ich war bei ihm [mit darin] in der Klasse 6b. Das ging ganz gut.
RUDOLF STEINER: Man kann jemandem viel helfen, wenn man mit in der Klasse ist.
Zu einem anderen Vertretungslehrer.
RUDOLF STEINER: Man kann ihm nicht sagen, dass er ein Lehrer sein könnte. Er sagt selbst, dass es ihm schwer gefallen ist. Er ist zu schwächlich, er ist zu krank.
RUDOLF STEINER [nach einer Frage Stockmeyers]: Wie steht die Sache mit der Eurythmie? Da wollte ich, dass es Frau Doktor hört.
EDITH RÖHRRLE: Wir hatten eine Extraklasse. Da kamen immer mehrere Kinder dazu, dass wir nicht mehr so viel machen konnten.
MARIE STEINER: Ich habe Verständnis für diese Stunden.
EDITH RÖHRRLE: Ich habe möglichst versucht, [alle] die Kinder zu nehmen.
MARIE STEINER: Entweder muss man nichts Extraiges machen, oder [es] müssen die Extraigen schon dabei sein.
RUDOLF STEINER: Warum haben Sie W. M. herausgeworfen?
EDITH RÖHRRLE: Er hat immer gestört.
MARIE STEINER: Für einige junge Herren und Damen ist es nicht schlecht, wenn sie bloß zuschauen.
RUDOLF STEINER: Es ist das Prinzip, die Eurythmie der Schule zu zeigen, dadurch durchbrochen, dass man einen Extrakurs macht. Wenn es richtiges Schulprinzip ist, wird man das nicht machen; man wird nicht eine Extragruppe zubereiten. Aus dem gewöhnlich verlaufenden Schulunterricht würde man es [dadurch] herausnehmen. Dass man eine Schüleraristokratie macht, das ist etwas, was das Pädagogische in der Schule stört.
EDITH RÖHRRLE: Es ist deshalb gemacht worden, weil einige Kinder für Aufführungen gebraucht wurden.
RUDOLF STEINER: Es müssen unter den gewöhnlichen Schülern einige sein, die man brauchen kann. Dass man extra welche präpariert, in einer besonderen Gruppe, das ist unpädagogisch.
EMIL MOLT: Ich habe mit Herrn Baumann gesprochen, und er meinte, ob es nicht besser wäre, einen Kurs außerhalb der Schule zu machen.
RUDOLF STEINER: Dann können wir niemals sagen, dass wir die Waldorfschulkinder vorführen. Das ist ein Gesichtspunkt, der für die Öffentlichkeit in Betracht kommt. War Herr Baumann einverstanden?
EDITH RÖHRRLE: Der Kurs war schon da.
RUDOLF STEINER: Es ist niemals in einer Konferenz von einem solchen Extrakurs die Rede gewesen.
CAROLINE VON HEYDEBRAND: Das hat sich bei der ersten Aufführung ergeben.
RUDOLF STEINER: Es müssten solche einschneidenden Sachen innerhalb der Konferenz zur Sprache kommen. Sonst könnte eines Tages von irgendjemand beschlossen werden, eine Anzahl Kinder auszuwählen und einen Schachkurs zu machen. Prinzipiell ist es dasselbe. Es geht eigentlich nicht. Es ist eine Aristokratie, die man bildet.
MARIE STEINER: Ich begreife das.
ELISABETH VON GRUNELIUS: Ich wollte fragen, ob der Gedanke an den Kindergarten aufgegeben ist.
RUDOLF STEINER: Aufgegeben ist er nicht. Wir müssen nur warten, bis wir ihn einrichten können.
ALEXANDER STRAKOSCH: Wir wollten die [Frage der] Fortbildungsschule vorbringen.
RUDOLF STEINER: Gibt es [da] konkrete Möglichkeiten? Wir müssen einmal den Lehrplan der 10. Klasse festsetzen. Da muss etwas hinein, was wirkliche Lebenspraxis ist. Aber Fortbildungsschule? Liegen denn konkrete Möglichkeiten dafür vor?
EMIL MOLT: [Es handelt sich um] die Kinder, die ausgetreten sind, dass man die gefasst hätte. Es war jetzt nicht möglich, [aus] Platzmangel und Geldmangel. Man müsste es vorbereiten für das nächste Jahr.
RUDOLF STEINER: Die Vorbereitung würde darin bestehen, [zu sorgen], dass die Behörden uns nicht in die Suppe spucken.
ALEXANDER STRAKOSCH: Es ist so, dass nichtstaatliche Fortbildungsschulen vorgesehen sind. Sie müssen nachweisen, dass der Lehrplan nicht unter dem der andern ist.
RUDOLF STEINER: Warum ist die Fortbildungsschule abgelehnt worden?
KARL STOCKMEYER: Wir hatten keinen Raum.
Jemand sagt: Die Behörden stellten die Bedingung, dass einheimische Kräfte
RUDOLF STEINER: [Mit] Elektrotechnik und einer Gruppe wäre es möglich gewesen.
Wir hätten den Wahnsinn machen sollen, die Kinder in spezielle Sachen hineinzustecken. Wir können das nicht mitmachen, wenn wir bei unserer Pädagogik bleiben wollen. Wir können doch nur dasjenige einrichten, was den Menschen vorwärtsbringt. Wenn wir Fortbildungsschulen errichten wollen, müssen wir [es so einrichten], dass die Kinder etwas davon haben für ihre menschliche Fortbildung.
KARL STOCKMEYER: Dass eigentlich 14-jährige Kinder nicht gleich in eine spezielle Lehre kommen, sondern zunächst eine allgemeine Sache hätten.
RUDOLF STEINER: Das wird nicht entschieden. Von uns wird entschieden, was für eine Schule wir errichten wollen. Es hat kein Mensch bezweifelt, dass Strakosch berufen war zu einer allgemeinen Fortbildungsschule. Es sollte eine Art praktisch-gymnasiale Fortbildung sein, eine menschliche Fortbildungsschule. Eine andere Sache zu errichten, haben wir nicht die geringste Veranlassung. Es ist doch nicht nötig, dass man dasselbe macht, was die anderen Idioten auch machen.
ALEXANDER STRAKOSCH: Dann ist die Sache so: Die Kinder, die in einen Beruf hineinkommen, müssen eine von den staatlichen Schulen besuchen.
RUDOLF STEINER: Die, die schon in solche Fachschulen gehen, kommen doch nicht zu uns hinein. Wir [werden] niemand darinnen haben in unseren Klassen. Was uns fehlt, ist die Möglichkeit, die Kinder vom fünfzehnten Jahr an nach unserem Lehrplan zu unterrichten. Das ist dazumal konstatiert worden. Die Frage ist vorläufig erledigt. Das haben wir schon einmal verhandelt.
EMIL MOLT: Damals glaubte ich, dass es sich um zwei Fächer handelt.
RUDOLF STEINER: Mit denen ich nie einverstanden gewesen bin. Dieselbe Debatte hatten wir schon einmal geführt.
ALEXANDER STRAKOSCH: Wir haben es damals nicht kapiert.
RUDOLF STEINER: Das konnten wir wirklich nicht machen. Wir haben es auch nicht gemacht. Ich weiß das erst im Verlauf. Ich weiß nicht, mit wem ich gesprochen habe. Die Sache ist durchgesprochen worden. Dieselbe Sache habe ich vor Kurzem erwähnt. Wenn wir die Leute unterbringen könnten, könnten wir es machen. Ich weiß nicht, ob es nicht in Angriff genommen werden müsste.
KARL STOCKMEYER: Können wir damit rechnen, dass innerhalb vier Jahren die 22 Kinder ...
RUDOLF STEINER [ins Wort fallend]: Diese Frage können wir hier nicht [weiter] erörtern.
Die ganze Frage ist die akuteste: [Wie ist] die Zeit auszufüllen zwischen Volksschule und Hochschule? Wenn wir die Möglichkeit dadurch schaffen könnten, dass wir die Behörden dazu kriegen, uns anzuerkennen, dann würden wir furchtbar Zulauf haben. Mit welchen Lehrern habe ich gesprochen?
Ist denn eine Möglichkeit vorhanden, [wenn] nicht eine solche Lehrlingszeit vorliegt, dass jemand solche Leute in einen Betrieb aufnimmt?
ALEXANDER STRAKOSCH: Wer nicht bei einem anerkannten Meister gelernt hat, kann nicht angestellt werden. Ins Büro kann man ihn nehmen.
RUDOLF STEINER: Man kann nichts machen! Es ist alles so abgezirkelt, dass es bloß noch kein Gesetz gibt, wie man die Gabel halten muss. Jetzt ist in Hamburg der Belagerungszustand.
[Auf eine Bemerkung zur politischen Lage:] Die Frage müsste studiert werden, auf welche Weise man Fortbildungsschulen einrichten kann, dass sie im Sinne der volkspädagogischen Aufsätze Fortbildungsschulen sein können. Die [Waldorf]schule müsste versuchen, das bei den Behörden durchzudrücken. Man müsste der Schule mehr Ansehen verschaffen. Es würde Schaden machen, wenn wir beweisen würden, dass der Grundschulplan eine Torheit ist.
KARL STOCKMEYER berichtet über die Bauten und sagt, dass der Hygieniker zufrieden war. Nach einem Gespräch zu weiteren Baufragen sagt er::Die Baracke wird fertig.
Nochmals über Baufragen, Lehrkräfte sowie Ausmalung der Klassenzimmer.
RUDOLF STEINER: Das ist keine aktuelle Sache.