123. Ankündigung

Mit dieser Nummer beginnt das «Magazin für Literatur» seinen 67. Jahrgang.

Daß diese Zeitschrift auf eine 66jährige Vergangenheit zurückblicken darf, ist ein Beweis dafür, daß ihre Existenz in weiten Kreisen als eine notwendige empfunden wird.

Dieser lange Bestand bietet zugleich eine Gewähr dafür, daß das «Magazin» in einer Weise geleitet wird, die dem Bedürfnisse eines großen Leserkreises entspricht. Die Erfahrungen, die im Laufe vieler Jahre über die Forderungen dieses Kreises gesammelt worden sind, kommen der gegenwärtigen Leitung zugute.

Diese Leitung wird bestrebt sein, die Ziele der Zeitschrift in einer den Aufgaben der Gegenwart entsprechenden Weise zu verwirklichen.

Ein Bild des geistigen Lebens der Gegenwart will das «Magazin» geben. Die dichterische und künstlerische Entwicklung soll durch Arbeiten aus der Feder von Kennern verfolgt und durch Leistungen bedeutender Dichter und Schriftsteller abgespielt werden.

Die wissenschaftlichen Errungenschaften der Zeit sollen eine sachgemäße, eingehende Besprechung erfahren. Die Leitung wird bestrebt sein, den Lesern über alle die Gegenwart bewegenden Fragen, über die Fortschritte auf allen Gebieten des geistigen Lebens möglich rasch Berichte und BeurteiJungen zu bringen.

Die sozialen und politischen Strömungen der Zeit sollen im «Magazin» Berücksichtigung finden. Ohne die Tagespolitik zu berühren, werden politische Fragen, insofern sie Kulturfragen sind, zur Besprechung kommen.

Das freie, rückhaltlose Urteil, das ehrliche künstlerische Schaffen sollen im «Magazin» eine Stätte finden.

Ein Teil des «Magazins» erscheint von dieser Nummer an als Dramaturgische Beilage. Das Ziel dieser Beilage ist, alle auf das Theaterleben bezüglichen Aufgaben zu fördern. Die Leitung der Zeitschrift hofft, den Interessentenkreis durch diese neue Einrichtung wesentlich zu vergrößern.

Die Redaktion

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