Anthroposophical Spiritual Science and Medical Therapy
GA 313 — 11 April 1921, Dornach
Erster Vortrag
Es ist zu hoffen, daß dieser Ergänzungskursus zu dem vorjährigen doch wiederum einiges wird bringen können, was in wirklichem Sinne als eine Ergänzung wird aufgefaßt werden können und was namentlich dann, wenn wir gegen das Ende des Kursus hin kommen werden, sich zu einer Anzahl therapeutischer Ausblicke kristallisieren wird. Ich werde mich in diesem Kursus bestreben, von einer anderen Seite die Dinge ins Auge zu fassen, die auch den Gegenstand unserer vorigen Kursbetrachtung bildeten, die Dinge des kranken und des zu heilenden Menschen. Aber wir werden dadurch, daß wir die Sache von einer anderen Seite betrachten, wesentlich nicht nur etwa zu anderen Gesichtspunkten kommen, sondern auch zu einer Erweiterung des Stoffes, den wir betrachtet haben. Ich möchte nämlich diesmal zeigen, wie dasjenige, was Sie alle als Anthroposophen kennen, die Gliederung des Menschen in physischen Leib, Ätherleib und so weiter, gewissermaßen beim Krankwerden und beim Geheiltwerden wirkt. Während ich mich das vorige Mal mehr darauf beschränken mußte, zunächst die äußere Offenbarung des inneren Menschen darzustellen, werde ich diesmal versuchen zu zeigen, wie diese verschiedenen Glieder des Menschen beeinflußt werden von demjenigen, was Stoffe außer dem Menschen sind, was namentlich diejenigen Stoffe sind, die dann als Heilmittel verwendet werden können, und was als Heilmittel wirken kann, indem es den menschlichen Organismus anders als bloß stofflich beeinflußt. Hier muß ich allerdings einleitend sogleich eine Voraussetzung machen.
Wir konnten auch das letztemal, als wir hier über denselben Gegenstand sprachen, in vieler Beziehung von Stofflichem und überhaupt von Physischem als Heilmittel sprechen. Wir werden in dem Augenblicke, wo wir zu den höheren Gliedern der menschlichen Natur, zu den übersinnlichen Gliedern der menschlichen Natur nunmehr übergehen müssen, nicht mehr in derselben Art von Stoffen sprechen können. Wir werden es zwar, ich möchte sagen tun, um Abbreviaturen zu haben, um in abgekürzter Weise sprechen zu können, aber wir werden uns einer prinzipiellen Tatsache während dieser ganzen Auseinandersetzung bewußt werden müssen. Wir werden uns nämlich bewußt werden müssen, daß man dann nicht in der Art vom Stofflichen ausgehen kann, wie man das gewöhnt ist heute in der landläufigen Wissenschaft, wenn man des Menschen Beziehung zur Umwelt, des Menschen Verhalten im gesunden und kranken Zustande wirklich verstehen will. Dasjenige, wovon man ausgehen muß, sind eigentlich nicht Stoffe, sondern Vorgänge, ist nichts Fertiges, sondern ist ein Geschehen. Und wenn wir vom Stoff reden, so müssen wir eigentlich uns vorstellen, daß wir im Stoffe, in dem, was uns im äußeren Sinnenschein als Stoff erscheint, nichts anderes vorliegend haben als einen Prozeß, einen zur Ruhe gekommenen Vorgang.
Wenn wir, sagen wir Kieselerde vor uns haben, so sprechen wir die Kieselerde zunächst als einen Stoff an. Aber das Wesentliche haben wir dann gar nicht getroffen, wenn wir den sogenannten Körper, der eine gewisse Grenze hat, in die Vorstellung aufnehmen. Das Wesentliche haben wir nur getroffen, wenn wir den sehr umfassenden Vorgang ins Seelenauge fassen, der als ein einzelner Vorgang im ganzen Universum vorhanden ist, und der gewissermaßen als Vorgang sich kristallisieren kann, der zur Ruhe kommen kann, der in eine Art von Gleichgewichtslage kommen kann, und der sich dann, wenn er zur Ruhe gekommen ist, äußert in dem, was wir als Kieselerde anschauen. Ein Wesentliches ist es, die Wechselwirkung ins Auge zu fassen zwischen den Vorgängen im Innern des Menschen und den Vorgängen, welche sich draußen im Universum abspielen, mit dem sowohl der gesunde wie der kranke Mensch in einer fortwährenden Wechselwirkung steht.
Damit wir morgen dann mit unserem eigentlichen Stoff beginnen können, möchte ich heute einleitend dasjenige vor Ihnen vorbringen, was uns zu Vorstellungen über diese Wechselwirkung wirklich führen kann. Dazu müssen wir aus anthroposophischer Geisteswissenschaft heraus die Wesenheit des Menschen wirklich zu erfassen suchen. Ich werde mich, ich möchte sagen zunächst schematisch ausdrücken, indem ich dasjenige, was ich oftmals vorgetragen habe als die Dreigliederung des Menschen, wirklich in seiner Konzentrierung im räumlichen Menschen heute hier ins Auge fassen will. Wir wissen ja, wenn wir unterscheiden den Nerven-Sinnesmenschen, daß er hauptsächlich im Kopfe konzentriert ist, daß aber dasjenige, was da im Kopfe konzentriert ist, sich doch über den ganzen Menschen ausdehnt, im ganzen Menschen vorhanden ist, daß der Mensch sozusagen im Kopf nur am meisten ein Nerven-Sinneswesen ist, daß auf der andern Seite der ganze Mensch Kopf ist, aber eben weniger Kopf in den übrigen zwei Gliedern als im Kopfe. Und so können wir uns dasjenige, was wir Nerven-Sinnesmensch nennen, im Haupte lokalisiert denken. Dann aber müssen wir uns, damit wir für unsere jetzigen Zwecke diese Gliederung des Menschen fruchtbar machen können, den rhythmischen Menschen, der alles dasjenige umfassen würde, was Atmungs- und Zirkulationsorganismus ist, eigentlich als wieder zweigliedrig denken: das eine Glied, welches mehr nach dem Atmungssystem hintendiert, das andere, das mehr nach dem Zirkulationssystem hintendiert. Und in dieses Zirkulationssystem fügt sich dann alles dasjenige ein, was den Zusammenhang darstellt des Gliedmaßenmenschen mit dem Stoffwechselmenschen.
Wenn man das menschliche Haupt studiert, dann studiert man also gewissermaßen dasjenige Glied des menschlichen Organismus, das am meisten Nerven-Sinnesmensch ist. Die Organisation des menschlichen Hauptes, sie unterscheidet sich ganz wesentlich von der Organisation der anderen Glieder des Menschen, auch mit Bezug auf die höhere Gliedform dieser menschlichen Wesenheit. Wenn wir nämlich das Haupt des Menschen vom Gesichtspunkte geisteswissenschaftlicher Betrachtung ins Auge fassen, so ist dieses Haupt eine Art Abdruck, man könnte sogar sagen eine Art Abscheidung des Ich, des astralischen Leibes und des ätherischen Leibes. Und dann kommt noch der physische Leib für das Haupt in Betracht. Aber dieser physische Leib ist gewissermaßen in einer anderen Weise im Haupte vorhanden als dasjenige Physische, das Abdruck ist des Ich, des astralischen Leibes, des ätherischen Leibes. Ich darf wohl auch hier, ich möchte sagen das Höhere dieser Sache hervorheben, indem ich darauf aufmerksam mache, daß das menschliche Haupt, so wie es zunächst veranlagt ist im menschlichen Embryo, nicht etwa bloß aus den Kräften des elterlichen Organismus heraus sich gestaltet, sondern daß im menschlichen Haupte kosmische Kräfte wirken, daß einfach in den Menschen kosmische Kräfte hineinwirken. In demjenigen, was wir die ätherischen Kräfte nennen, wirkt noch viel von dem elterlichen Organismus, aber schon im Ätherischen wirken kosmische Kräfte aus dem vorgeburtlichen, oder sagen wir vor der Konzeption liegenden geistig-seelischen Leben. Und gar im Astralischen und im Ich wirkt dasjenige nach, was eben vor der Konzeption in der geistigen Welt gelebt hat. Das wirkt so nach, daß es am menschlichen Haupte formt. Das Ich schafft sich seinen Abdruck am menschlichen Haupte, der astralische Leib schafft sich seinen physischen Abdruck, der ätherische Leib schafft sich den physischen Abdruck. Nur der physische Leib, der ja eben erst hier auf der physischen Erde erhalten wird, ist sozusagen ein Primär-Wirksames, der ist nicht Abdruck, sondern der ist ein Primär-Wirksames, so daß ich sagen kann, wenn ich schematisch zeichne, die menschliche Hauptesbildung ist so, daß sie ein Abdruck des Ich ist. Das organisiert sich da drinnen - wir werden von dieser Organisation noch öfter zu sprechen haben -, das organisiert sich in einer gewissen Weise. Es organisiert sich hauptsächlich zunächst dadurch, daß es die Wärmeverhältnisse des Hauptes in sich differenziert. Ferner differenziert da drinnen der astralische Leib, der vorzugsweise in demjenigen organisierend enthalten ist, was das Haupt als gasige, luftartige Prozesse durchdringt (siehe Zeichnung). Dann drückt sich ab der ätherische Leib, und dann ist dasjenige, was für das Haupt physischer Leib ist, ein physischer Prozeß, ein wirklich physischer Prozeß (siehe Zeichnung, schraffiert). Ich werde ihn dadurch andeuten, daß ich gewissermaßen schematisch in der Zeichnung hinweise auf denjenigen Teil des Hauptes, der das knöcherige Hinterhaupt ist, wenn da etwa die Augen liegen würden. Aber es erstreckt sich dasjenige, was hier an physischen Kräften konzentriert ist, wiederum über das ganze Haupt. Da, in diesem physischen Teil der menschlichen Hauptesbildung ist ein wirklicher primärer physischer Prozeß. Das ist nicht der Ausdruck von irgend etwas anderem, sondern da ist dasjenige vorhanden, was seinen eigenen Prozeß vollführt. Aber in diesem physischen Hauptesprozeß, da haben wir eigentlich doch eine Dualität darinnen, ein Zusammenwirken von zwei Prozessen. Dasjenige, was da geschieht, ist ein Zusammenwirken von zwei Prozessen, die eigentlich nur zu verstehen sind, wenn man sie nun geistesforscherisch zusammenschaut mit gewissen anderen Prozessen, welche draußen im Universum stattfinden.

Wenn Sie draußen im Universum, im Urgebirge denjenigen Prozeß sehen, der sich in der Schieferbildung ausdrückt, namentlich in alledem, was von der Kieselerde aus in die Schieferbildung führt, dann haben Sie in den Kräften, die da drinnen, in diesem Prozesse, dem von der Kieselerde ausgehenden Schieferbildungsprozesse, wirken, den polarisch entgegengesetzten Prozeß von dem, der sich hier einerseits in der physischen Hauptesbildung abspielt. Es ist dieses ein wichtiger Zusammenhang zwischen dem Menschen und seiner Umgebung. Es ist einmal im menschlichen Haupte dieser Prozeß wiederum drinnen, der sich draußen im Mineralisieren abspielt. Es ist ja heute, ich möchte sagen schon fast für die Geologie klar, wenn auch noch nicht ganz, daß alles, was der Prozeß der Schieferbildung ist, der Prozeß aller derjenigen Mineralisierung, an der die Kieselerde, Silizium, beteiligt ist, mit dem zusammenhängt, was man Entvegetabilisierung nennen könnte. Wir müssen gewissermaßen mineralisch gewordene Pflanzenwelt in der Schieferbildung suchen, und indem wir dieses Entvegetabilisieren zu erfassen suchen, was gleichbedeutend ist mit der Schieferbildung der Erde, ergreifen wir denjenigen Prozeß, der in einer anderen Weise in seinem polarischen Gegenteil hier im menschlichen Haupte spielt. Mit dem spielt aber ein anderer Prozeß zusammen. Und diesen anderen Prozeß, der mit diesem zusammenspielt, müssen wir wiederum draußen in der Welt suchen. Wir müssen ihn da suchen, wo sich zum Beispiel Kalkgebirge bilden. Und wir haben es wiederum heute schon fast als eine geologische Wahrheit für die äußere Wissenschaft daliegen, daß Kalkgebirge im wesentlichen auf einem Prozeß der Erdbildung, den wir Entanimalisierungsprozeß nennen können, beruhen. Es ist das der entgegengesetzte Prozeß des Tierwerdens. Und wiederum der polarisch entgegengesetzte Prozeß spielt hier drinnen. Wenn wir also dem Silizium und dem Kalzium, die zur Ruhe gekommene Prozesse sind, einen Anteil an der menschlichen physischen Hauptesbildung zuschreiben, so müssen wir uns klar sein, daß dadurch in diese menschliche physische Hauptesbildung etwas hineinspielt, was draußen, in der ganzen Natur unserer Erde wenigstens, eine sehr bedeutsame Rolle spielt. Wir können uns zu gleicher Zeit jetzt schon vorbereitend darüber orientieren, daß, wenn wir hinschauen auf der einen Seite auf die Kieselerde, auf das Silizium, daß das eine wesentliche Verwandtschaft hat mit demjenigen, was gerade im physischen Haupte vor sich geht; wenn ich von Silizium spreche, so ist es eben der zur Ruhe gekommene Prozeß. Dasjenige wiederum, was Kalkbildungsprozeß ist, was im Kalzium zur Ruhe kommt, das hat etwas zu tun mit alledem, was der entgegengesetzte Pol ist, was polarisch mit der anderen Kraft zusammenwirkt im menschlichen physischen Haupte. Diese Prozesse, die wir geradezu heute noch rund um uns herum aufsuchen können, stehen im menschlichen Haupte im Zusammenhange mit anderen Prozessen, die wir auf der Erde nicht finden, die nur im Abdruck vorhanden sind, indem das Haupt eben Abdruck ist von ätherischem Leib, astralischem Leib und Ich.
In bezug auf diese Glieder der menschlichen Natur haben wir eben Prozesse zur Ruhe gebracht, die nicht unmittelbare Erdprozesse sind. Nur dasjenige, was ich Ihnen für das eigentliche physische Haupt gesagt habe, ist im Menschen ein eigentlicher Erdenprozeß. Die andern Prozesse sind nicht eigentliche Erdenprozesse, obwohl wir, wie wir sehen werden, sie mit Erdenprozessen in Zusammenhang finden.

Damit wir zu einer Übersicht kommen, möchte ich gleich sagen, wenn ich nun zu dem zweiten Gliede des menschlichen Organismus übergehe — nennen wir es grob, indem wir lokalisieren, das Brustglied. Es ist dasjenige Glied im menschlichen Organismus, das im wesentlichen den rhythmischen Menschen umfaßt, und wir wollen es gleich schematisch teilen in alles dasjenige, was Atmungsrhythmus umfaßt und in alles dasjenige, was Zirkulationsrhythmus umfaßt. Wenn wir dieses zweite Glied der menschlichen Wesenheit nun als Ganzes ins Auge fassen wollen, müssen wir folgendes sagen. Alles dasjenige, was ich hier (siehe Zeichnung) als Organisation des Atmungsrhythmus im weitesten Sinne bezeichnet habe, das ist so, daß es zunächst ein Abdruck von Ich und astralischem Leib ist. Also wie das Haupt ist ein Abdruck von Ich, astralischem Leib und Ätherleib, so ist dasjenige, was hier Atmungsrhythmus ist, Abdruck von Ich und astralischem Leib, und es hat ein nun primär für sich Wirksames (siehe Zeichnung, schraffiert), in dem aber zusammenwirken physischer Leib und Ätherleib. Im menschlichen Haupte ist primär für sich wirksam nur der physische Leib. Der Ätherleib ist ja auch Abdruck. In dem Atmungsrhythmussystem ist aber primär ein Ineinanderwirken von physischem und ätherischem Leib wirksam, und Abdruck ist nur Ich und astralischer Leib. Das ist ja im Wesentlichen auch noch vorhanden in der Organisation für den Zirkulationsrhythmus, aber schwächer, weil sich der ganze Stoffwechselorganismus in das Zirkulationssystem hineinschiebt. Aber da beginnt schon dasjenige, was dann auch gültig ist für den Gliedmaßen-Stoffwechselmenschen. Da haben wir es dann zu tun mit dem, daß die Gliedmaßen mit alledem, was als Stoffwechsel hereinragt - mit Ausnahme der eigentlichen Zirkulation, also der Bewegung, die da ist —, im wesentlichen ein Abdruck des Ich und ein Zusammenwirken von physischem Leib, Ätherleib und Astralleib sind (siehe Tafel 1 Zeichnung), so daß wir sagen können: Wenn wir den Brustmenschen ins Auge fassen, dann haben wir in ihm von Abdrucksorganisation eigentlich nur dasjenige, was sich auf Ich und astralischen Leib bezieht, und wir haben in ihm wirksam eine primäre Organisation, die nun nicht bloß physisch ist, sondern die das Physische vom Ätherischen durchgliedert erscheinen läßt. Das ist stärker der Fall beim Atmungsrhythmus, und beim Zirkulationsorganismus ist es so, daß nun schon das andere vom Stoffwechselsystem hineinspielt.

Das sehen Sie in verschiedener Art für die verschiedenen Glieder des Menschen zusammenspielen. Für diese verschiedenen physischen Glieder, die wir als Hauptessystem, Brustsystem, Gliedmaßensystem bezeichnen, spielen in verschiedener Weise ineinander diejenigen Glieder, die wir sonst in der Geisteswissenschaft physischen Leib, Ätherleib, astralischen Leib und Ich nennen. Das Haupt des Menschen, so wie es als Prozeß dasteht, ist eigentlich im wesentlichen physischer Leib, denn das, was nicht physischer Leib ist, ist Abdruck von Ich, astralischem Leib und Ätherleib. Dasjenige, was der mittlere Mensch ist, ist im wesentlichen ein Zusammenwirken von physischem Leib und Ätherleib. Dasjenige, was nicht physischer Leib und Ätherleib ist, ist ein Abdruck von Ich und astralischem Leib. Der Gliedmaßen-Stoffwechselmensch vollends - nur geht das ineinander bei den letzten zwei -, ist eigentlich ein Ineinanderwirken von physischem Leib, Ätherleib und astralischem Leib - es geht das nur in die anderen Glieder, wie ich Ihnen auseinandergesetzt habe, über - und ein Abdruck des Ich (siehe Zeichnung S. 16).
Nun handelt es sich darum, daß wir zunächst ins Auge fassen, was wir für das, was wir zum Beispiel hier für den Anteil jenes Prozesses am Physischen, an der physischen Kopforganisation, den wir in der Kieselerde zur Ruhe gekommen auffassen müssen, im mittleren Menschen finden können. Da liegt das Eigentümliche vor, daß im mittleren Menschen der Prozeß der Kieselerdebildung stärker, verbreiteter wirkt. Er wirkt im Kopfe feiner. Er wirkt hier im mittleren Menschen stärker, verbreiteter, gewissermaßen differenzierter. Und er wirkt am stärksten im Gliedmaßen-Stoffwechselmenschen. Wenn wir also denjenigen Prozeß ins Auge fassen, den wir als gebunden an die Kieselerde aufgefaßt haben, so müssen wir sagen: Dieser Prozeß wirkt am stärksten da, wo er dem Ich zu Hilfe kommen soll - wir werden die Wechselwirkung dann zu anderen Prozessen sehen - in bezug auf die Wirkung des selbständigen Ich, das nur seinen Abdruck hat im physischen Stoffwechselmenschen. Es wirkt dieser Kieselerde erzeugende Prozeß am stärksten da, wo er dem Ich zu Hilfe kommen soll, für die Wirkung dieses Ich auf den Stoffwechsel-Gliedmaßenmenschen. Es wirkt dieser Prozeß, der also durch die Kieselerde charakterisiert werden kann, etwas schwächer da, wo er bloß dem astralischen Leib zu helfen braucht, und er wirkt am schwächsten da, wo er dem ätherischen Leib bloß zu helfen braucht, im Kopfe.
Das könnte auch im umgekehrten Sinne so gesagt werden: Mit Bezug auf dasjenige, was wir als den Prozeß anzusehen haben, der in der Kieselerde zur Ruhe kommt, haben wir zu sagen, in der menschlichen Hauptesorganisation wirkt dieser Prozeß am meisten stofflich. Er wirkt in bezug auf das Dynamische als Kraft am schwächsten. Aber da, wo er am schwächsten als Kraft wirkt, da wirkt er am stärksten, wenn er sich dem nähert, wo er dann im Stoff zur Ruhe kommt. Fassen wir also die Kieselerde auf als den Stoff, der uns vorliegt, so müssen wir sagen: ihre Wirksamkeit ist am stärksten im Kopfe. Fassen wir sie auf als das äußere Anzeichen eines Prozesses, dann müssen wir sagen: ihre schwächste Wirkung ist im Kopfe. Da wo die stärkste Stoffwirkung ist, ist die schwache dynamische Wirkung. Im mittleren Menschen halten sich gerade mit Bezug auf die Kieselerde die Stoff- und Kraftwirkung ungefähr das Gleichgewicht. Und in bezug auf den Gliedmaßen-Stoffwechselmenschen ist die Kraftwirkung im wesentlichen so, daß sie die Oberhand hat. Da ist die schwächste Stoffwirkung und die stärkste Kraftwirkung, so daß dasjenige, was Kieselerde erzeugender Prozeß ist, eigentlich den ganzen Menschen durchorganisiert. Wenn wir uns nun gefragt haben, wie sich das Wechselverhältnis darstellt zwischen demjenigen, was physische Kopforganisation ist, und der äußeren Umgebung, mit der der Mensch in Wechselwirkung steht, dann können wir uns auch fragen, wie die Wechselwirkung des mittleren Menschen, insofern er die Organisation des Atmungsrhythmus hat, zu der Umgebung draußen beschaffen ist.
Wenn man geisteswissenschaftlich den menschlichen Kopf studieren und verstehen will, dann muß man hinschauen auf die beiden Prozesse in der Erdbildung, auf den kalkbildenden Prozeß und auf den kieselerde- oder meinetwillen auch kieselsäurebildenden Prozeß. Wir werden auf das noch näher eingehen können. Dasjenige nun, was weniger nach außen, weniger peripherisch liegt, was mehr nach dem Inneren hinein liegt beim Menschen, die Organisation für das rhythmische Atmungssystem, die bietet uns, indem sie nun ein Zusammenspielen ist, primär ein Zusammenspielen von Physischem und Ätherischem, in das sich die Abdrücke von Ich und Astralischem hineinverweben, zunächst nirgends etwas in der Umwelt, was direkt als Prozeß schon dasteht, was unmittelbar in der Natur, die wir antreffen, als Prozeß schon dasteht. Wenigstens gewöhnlich ist es so nicht der Fall. Wollen wir da einen charakteristischen Prozeß finden für dasjenige, was da geschieht durch dieses eigentümliche Zusammenwirken von Ich, astralischem Leib - die mehr oder weniger frei sind, weil sie sich Abdrücke geschafft haben - und demjenigen, was primär ein Zusammenwirken von Physischem und Ätherischem ist, wollen wir uns für dieses ganze Ineinanderwirken, wollen wir uns für das irgendeinen Prozeß in der Außenwelt suchen, so müssen wir ihn, damit wir ihn ordentlich haben, eigentlich erst selber erzeugen. Wenn wir Pflanzenstoffe verbrennen und Pflanzenasche bekommen, so ist dasjenige, was sich da als Prozeß abbildet, darstellt in dem Verbrennen und in dem Erzeugen der Asche und in dem dann Zur-Ruhe-Kommen der Asche — wir werden von den einzelnen Aschen reden -, was sich da abbildet im Feuerprozeß und im Aschebildungsprozeß, das ist in einer ähnlichen Weise verwandt mit dem Atmungsprozeß, wie der Kieselerdeprozeß mit dem Prozesse verwandt ist, der sich physisch im Haupte abspielt. Und wenn wir dasjenige wirksam machen wollen, was von diesem Aschebildungsprozeß sein Korrelat hat im Atmungsrhythmusprozeß, dann können wir es natürlich nicht in den Atem einführen wir können das niemals im menschlichen Organismus -, sondern wir müssen es in dasjenige einführen, das gewissermaßen der andere Pol des betreffenden ist. Wenn ich dieses hier herauszeichne (siehe Zeichnung S. 20), so haben wir hier Atmungsrhythmusprozeß, Zirkulationsrhythmusprozeß: Im Atmungsrhythmusprozeß sind Pflanzenaschen dasjenige, was uns die wirksamen Prozesse charakterisiert. Aber wir müssen diese Pflanzenascheprozesse zur Wirksamkeit bringen auf dem Umwege durch den Stoffwechsel in dem anderen Pol, im Zirkulationsrhythmusorganismus (siehe Zeichnung S. 20). Wir müssen diese Pflanzenasche, das heißt die Kräfte, dem Zirkulationsrhythmus einverleiben, damit sie dann ihre polarische Gegenwirkung im Atmungsrhythmusprozeß hervorrufen.

Diese Zusammenhänge stellen sich ja wohl gleich für die Anschauung so dar, daf man sieht, für das Verständnis des menschlichen Organismus sind sie im eminentesten Sinne wichtig. Denn wir bekommen jetzt, so wie wir uns sagen mußten, dasjenige, was uns vorliegt im kieselerdebildenden Prozeß, hat mit dem ganzen Menschen etwas zu tun, so bekommen wir, indem wir das anwenden hier jetzt auf den Pflanzenveraschungsprozeß, eine Vorstellung von diesem mittleren Menschen, der sich auch wiederum, weil er eine Atmung und einen Zirkulationsrhythmus hat, gewissermaßen zweigliedert. Wir bekommen eine Vorstellung, indem wir uns sagen: Wenn wir zunächst das Obere, den Atmungsrhythmus ins Auge fassen, so ist der Bau dieser Organe im wesentlichen bedingt durch einen Prozeß, der polarisch entgegengesetzt ist dem Prozeß, der uns erscheint, wenn wir Pflanzliches verbrennen und Asche bekommen. Es ist gewissermaßen ein Kampf im Atmungsrhythmusprozeß, ein fortwährender Kampf gegen das Pflanzenaschebilden, aber ein Kampf, der sich nicht abspielt, ohne daß dasjenige, was das Gegenteil davon ist, wirklich herausfordernd für diesen Prozeß in den Organismus eindringt. Wir sind als Menschen auf die Erde gestellt, in der es Kieselerdeprozesse gibt, Kalkerdeprozesse gibt. Wir würden nicht Menschen sein, wenn diese Prozesse uns erfüllen würden. Wir sind dadurch Menschen, daß wir die polarisch entgegengesetzten Prozesse in uns tragen, daß wir also dem Kieselbildungsprozeß entgegenwirken können und den entgegengesetzten Pol in uns tragen, daß wir dem Kalkbildungsprozeß entgegenwirken, indem wir den entgegengesetzten Pol in uns tragen. Diese Pole tragen wir in uns durch unsere Hauptesbildung, durch den ganzen Menschen dann in jener Abstufung, wie ich es dargestellt habe. Durch unseren Atmungsrhythmus tragen wir den Kampf in uns gegen den Pflanzenveraschungsprozeß. Wir tragen in uns den entgegengesetzten Pol dieses Pflanzenveraschungsprozesses. Es wird, wenn man diese Dinge ins Auge faßt, nicht wunderbar erscheinen, daß gewissermaßen, wenn ich mich grob ausdrücke, Stoß Gegenstoß hervorruft. Es ist ganz klar, wenn ich den kieselerdebildenden Prozeß im Organismus entsprechend intensiver mache, daß die Gegenwirkung modifiziert wird; und ebensogut ist es klar, daß, wenn ich das Produkt des Verbrennungsprozesses einführe in den Organismus, die Gegenwirkung erzeugt wird, und die große Frage entsteht: Wie bekommen wir dieses Wirken und Gegenwirken in unsere Gewalt? - Das ist dasjenige, was ich, wenn ich es abstrakt bezeichne, immer dadurch ausdrücke, daß ich sage, es kommt darauf an, erstens zu erkennen, welches die Prozesse - aber bis ins Ich herauf - im menschlichen Organismus sind, und welches die Prozesse draußen, außerhalb des menschlichen Organismus sind. Diese Prozesse sind differenziert drinnen und draußen. Aber drinnen und draußen sind sie polarisch einander entgegengesetzt. Und in dem Augenblicke, wo irgend etwas, was eigentlich seiner Natur nach außerhalb meiner Haut liegen soll, wo das innerhalb meiner Haut liegt, oder in dem Augenblicke, wo etwas, und sei es nur durch einen leisen Körperdruck, von außen nach dem Innern wirkt, was eigentlich nicht eine Wirkung von außen nach dem Innern sein sollte, entsteht die innere Gegenwirkung, und in dem Augenblicke habe ich die Aufgabe, eine solche innere Gegenwirkung zu irgend etwas zu erzeugen. Wenn ich zum Beispiel konstatiere, daß im Menschen statt des normalen kieselerdeentgegenwirkenden Prozesses eine zu große, eine zu intensive Neigung zu diesem Prozesse besteht, so habe ich das von außen dadurch zu regulieren, daß ich den betreffenden Stoff zuführe und die Gegenwirkung hervorrufe; die kommt schon von selber.
Das ist dasjenige, was einen dazu führt, allmählich diese Wechselwirkung des Menschen und seiner Außenwelt durchschauen zu können. Wenn Sie wirklich dazu kommen zu verstehen, wie dem Ich als Kraftwirkung dasjenige am meisten entgegenkommt, was in dem kieselerdebildenden Prozeß liegt, wenn das Ich wirken will durch Gliedmaßen und Stoffwechsel, wenn Sie ferner wissen, daß dasjenige, was Stoffwirkung ist im kieselerdebildenden Prozeß, am stärksten wirkt im menschlichen Haupte, und sich dann sagen können, daß dasjenige, was Kraftwirkung ist, in einer verminderten Intensität im menschlichen Haupte dem Ich da zu Hilfe kommen muß, dann haben Sie eine Möglichkeit hineinzuschauen, wie dieses Ich abgestuft im Menschen wirkt. Nun, wenn man das Verhältnis des Ich des Menschen zum Gliedmaßen-Stoffwechselsystem ins Auge faßt, so liegt eigentlich in diesem Verhältnisse der Ursprung des menschlichen Egoismus. Es gehört diesem System des menschlichen Egoismus ja auch das Sexualsystem an. Und das Ich wirkt gerade auch auf dem Umwege durch das Sexualsystem am meisten das menschliche Wesen mit Egoismus durchdringend.
Wenn Sie das erfassen, werden Sie sagen: Dann ist ja ein gewisser Gegensatz vorhanden zwischen der Art, wie sich das Ich der Kieselerde bedient, um auf den Menschen vom Gliedmaßensystem aus zu wirken, und der [Art], wie dieses Ich vom menschlichen Haupte aus durch die Kieselerde wirkt. Da wirkt es gewissermaßen egoismusfrei. Und wenn man das geisteswissenschaftlich durchforscht, sieht man, es wirkt differenzierend.
Wenn ich schematisch diese merkwürdige Wirkung darstellen sollte, so müßte ich so sagen: Dasjenige, was das Ich - also jetzt als wirkliches Organisationselement - im Menschen durch die Kieselerde (siehe Zeichnung, rot) vom Gliedmaßensystem aus tut, das ist im wesentlichen den Menschen zusammenfassend, gewissermaßen alles, was im Menschen vorhanden ist an Säften in eine undifferenzierte Einheit bindend, so daß es ein undifferenziertes einheitliches Ganzes ist.

+Alles dasjenige, was derselbe Prozeß ist, aber mit der in bezug auf das Kraftliche so wenig wie möglich intensiven Kieselerdebildung, das wirkt im entgegengesetzten Sinne (siehe Zeichnung S. 22, gelb), das wirkt differenzierend, ausstrahlend. Von unten herauf wird der Mensch zusammengefaßt, undifferenziert gemacht durch die Kieselerde, von oben herunter wird er differenziert, auseinanderdifferenziert. Das heißt aber in bezug auf den Menschen, die im Haupte organisch vorhandenen Kräfte werden differenziert für ihre Wirkung auf die einzelnen Organe. Sie werden gewissermaßen angeregt durch den eigentümlichen Kieselerdeprozeß im Hauptesorganismus, ordentlich in ihren Organen zu wirken, sich ordentlich zu verteilen auf Herz, Leber und so weiter.
Wir stehen da vor demjenigen Prozeß, der, wenn er von unten nach oben wirkt, alles durcheinanderwirft im Menschen, wenn er von oben nach unten wirkt, alles plastisch auseinandergliedert, gewissermaßen die Organisation beherrscht und durch die einzelnen Organe hindurch ordentlich macht. Wenn wir uns auf der andern Seite eine Anschauung aneignen darüber, was beim Menschen auf der einen Seite durch dieses Ineinanderwerfen auftritt, auf der andern Seite durch dieses Auseinandertreiben in die verschiedenen Organe - also das differenzierende Organisieren im Gegensatze zu dem synthetisierenden Organisieren -, und wie das beim einzelnen Menschen unregelmäßig sein kann, dann lernen wir allmählich den Menschen behandeln nach dieser Richtung hin, wenn irgend etwas nicht in Ordnung ist mit ihm. Wir werden das in den folgenden Vorträgen sehen. Nur müssen wir in bezug auf Untersuchungen nach dieser Richtung außerordentlich vorsichtig sein. Denn sehen Sie, was tut, sagen wir die äußere Wissenschaft, wenn sie den menschlichen Organismus untersucht? Diese äußere Wissenschaft sagt zum Beispiel: Im menschlichen Organismus ist Kieselerde, im menschlichen Organismus ist Fluor, im menschlichen Organismus ist Magnesium, im menschlichen Organismus ist Kalzium. Die äußere Wissenschaft sagt also von der Kieselerde, sie ist in den Haaren, sie ist im Blut und sie ist im Harn. Nun, nehmen wir einmal diese zwei: Die Kieselerde ist in den Haaren und ist im Harn.
Für die materialistische Wissenschaft liegt eben nichts anderes vor als dieses, daß, wenn man die Haare untersucht, sich darinnen Kieselerde findet, und wenn man den Harn untersucht, sich darinnen Kieselerde findet. Aber das ist gar nicht das Wesentliche, daß sich irgendein Stoff irgendwo drinnen findet. Das ist nämlich gar nicht das Wesentliche, denn die Kieselerde in den Haaren ist darinnen, damit sie von dort aus tätig ist. Wir haben die Haare nämlich nicht umsonst, sondern von den Haaren gehen auch Kräfte wiederum nach dem Organismus, und zwar wiederum feinste Kräfte, feinste Kräfte gehen aus den Haaren wiederum zurück in den Organismus hinein. Im Harn haben wir die Kieselerde aus dem Grunde, weil sie da ist als etwas, was sonst überschüssig ist. Da wird dasjenige, was nicht gebraucht wird, ausgesondert. Das ist ganz gleichgültig, daß sie drinnen ist, da ist sie nicht tätig, da wird diejenige herausbefördert, die nicht tätig sein soll, die zu viel ist. Da ist gerade diejenige Kieselerde drinnen, die im Organismus nicht drinnen sein darf, die also für ihn nicht die allergeringste Bedeutung hat. So ist es, wenn wir irgendwelche einzelne Stoffe untersuchen, nehmen wir an, Magnesium. Wenn in den Zähnen kein Magnesium wäre, so könnten es keine Zähne sein, denn für die Zähne leben im Magnesiumprozeß diejenigen Kräfte, die am Aufbau der Zähne gerade im eminentesten Sinne beteiligt sind. Sie haben das gehört aus dem Vortrag von Professor Römer. Aber Magnesium, sagt nun die materialistische Wissenschaft, ist auch in der Milch. Aber in der Milch hat das Magnesium keine Bedeutung. Da verdankt die Milch dem Milchdasein, daß sie mächtig genug ist, das Magnesium auszuscheiden, das da drinnen ist; in der Milch hat das Magnesium als solches nichts zu suchen. Wir können es dann analysieren natürlich, aber im milchbildenden Prozeß liegt die Sache so, daß der milchbildende Prozeß entstehen kann dadurch, daß er die Magnesiumkräfte abstoßen kann. Wir erfahren nur dadurch etwas über diesen eigentümlichen Gegensatz, der im zähnebildenden Prozeß und im milchbildenden Prozeß ist, daß wir wissen, das Magnesium, das ist im Zahnbildungsprozeß etwas Wesentliches, etwas, was dynamisch dahinein gehört. Im Milchbildungsprozeß ist es dasjenige, was als das fünfte Rad am Wagen ausgeschieden wird. Und in ähnlicher Weise ist es zum Beispiel mit dem Fluor, das im Schmelz der Zähne ein Wesentliches ist, ohne das wir den ganzen Zahnevolutionsprozeß nicht verstehen. Im Harn ist es auch vorhanden, aber eben als Ausscheidungsprozeß, ohne daß es darinnen eine Bedeutung hat. Das Fluor, das im Harn vorhanden ist, das ist eben dasjenige, das auszuscheiden der Organismus mächtig genug ist, weil er es nicht brauchen kann.
Die bloße physische Untersuchung, ob irgend etwas irgendwo ist, die entscheidet eigentlich über das Wesentliche gar nicht, sondern man muß überall wissen, ob irgend etwas als Aktives mit Recht an der betreffenden Stelle ist, oder ob es dort ist, weil es herausgeschmissen worden ist. Das entscheidet. Und das ist das Wesentliche, daß wir uns solche Begriffe aneignen, um den Menschen und übrigens auch die anderen organischen Wesen zu verstehen in ihren gesunden und kranken Zuständen. Man ist ja allerdings immer genötigt, wenn man mehr populär spricht, alle diese Hilfen nicht in Anspruch nehmen zu können, weil heute viel zu wenig allgemeine Bildung vorhanden ist in unserem Zeitalter über feinere Begriffe, und man muß dann mehr in Abstraktionen reden und wird dann nicht eigentlich verständlich. Im Bekämpfen des Materialismus wird man sehr häufig nicht verständlich. Steigt man aber herunter - man könnte noch in ganz andere Regionen heruntersteigen - in das Charakteristische derjenigen Gebiete, die eigentlich der Wissenschafter nun kennen soll und für die ihm Fakten vorliegen, die er untersuchen kann, dann kommt man gerade durch Geisteswissenschaft an diejenigen Stellen , wo man zeigen kann, daß eine Vorstellung von irgend etwas, was man als Stoff analysiert, mit physisch-chemischer Wissenschaft untersucht hat, worüber man sagen kann, da ist dies darinnen und da ist dies darinnen, wie einen eine solche Vorstellung zu gar nichts führt als eigentlich zu Irrtümern.
Das ist dasjenige, was ich als Einleitung geben wollte heute. Morgen wollen wir dann davon weiterreden.