Anthroposophical Spiritual Science and Medical Therapy
GA 313 — 18 April 1921, Dornach
Achter Vortrag
Es wird heute ein buntes Allerlei sein, was ich zu demjenigen, was auch mit Rücksicht auf unsere Heilmittel gesagt worden ist, noch an mannigfaltigstem eben hinzufügen möchte. Da möchte ich zunächst davon ausgehen, daß man in einer ähnlichen Weise, wie wir das gestern versucht haben in bezug auf die Pflanzenwelt, dasjenige interpretieren kann, was an Prozessen vorliegt, die auf den Menschen in bezug auf das Mineralische wirken. Da werden die Ansichten, die man sich verschaffen muß, aus dem Grunde komplizierter, weil man es ja, sobald man zum Mineralischen übergeht, nicht so genau wie bei Pflanze und Mensch gewissermaßen mit einander gegenüberstehenden, abgeschlossenen Wesenheiten zu tun hat, sondern man hat es mit etwas zu tun, wovon eines in das andere mehr direkt übergeht, und daher sind die Unterscheidungen schwierig. Nun handelt es sich ja auch bei der Herstellung der Heilmittel - und das werden Sie insbesondere bei unseren Heilmitteln stark ins Auge fassen müssen - nicht bloß darum, irgendeinen Stoff zu verwenden, sondern denjenigen Prozeß, in dem der Stoff lebendig drinnen steht, gewissermaßen in einem anderen einzufangen, so daß, wenn Ihnen irgendein Heilmittel nach seiner Wirkung bekannt wird, es sich oftmals darum handelt, diese Wirkung, die gewissermaßen nach der einen Seite hervorgerufen wird, nach der anderen Seite einzudämmen. Man kommt zum Beispiel in die Lage, bei dem Heilmittel, das wir herstellen aus Blei und aus einer gewissen Verarbeitung mit Honig - Sie werden ja das besonders verzeichnet finden -, zu sehen, wie die Bleiwirkung auf der einen Seite in einer gewissen Weise im Zaume gehalten werden soll durch die Honigwirkung. Es ist das so, daß man durch die Bleiwirkung im wesentlichen ungeheuer stark auf alles dasjenige wirkt, was vom Ich ausgehend die Bildeprozesse im Menschen sind.

Sehen Sie, wir mußten sagen, daß in der Kopfbildung des Menschen, oder besser gesagt von der Kopfbildung ausgehend beim Menschen eine physische Wirksamkeit vorliegt, dann aber ein ätherisches Abbild, ein astralisches Abbild, ein Ich-Abbild. Das Ich bildet sich im wesentlichen in dem Bewegungssystem ab, haben wir gesagt. Nun, auf dieses Ich-Abbild und in Verbindung mit dem astralischen Abbild wirkt ganz besonders ein dasjenige, was Bleiwirkung ist. Bei der Bleiwirkung haben wir es im wesentlichen zu tun mit einer außerordentlich verborgenen Naturgewalt, und für die okkulte Beobachtung ist das Erfahren der Bleiwirkungen von einer ganz außerordentlich tiefen Bedeutung. Die Bleiwirkungen sind nämlich außerordentlich wichtig für die menschliche Wesenheit, bevor sie sich überhaupt anschickt, herunterzusteigen in das physische Leben. Da kommen die Bleiwirkungen ganz besonders in Betracht. Das Blei hat ja nicht nur diejenigen Wirkungen, die uns bekannt sind, sondern das Blei hat im wesentlichen auch die polarisch entgegengesetzten Wirkungen. Und diese polarisch entgegengesetzten Wirkungen, die strahlen gewissermaßen vom Kosmos herein, während die uns bekannten Wirkungen in den Kosmos von der Erde hinausstrahlen, so daß man sie schematisch so darstellen könnte: Wenn das die Erdoberfläche ist, gehen die uns bekannten Bleiwirkungen von der Erde nach auswärts (Zeichnung, Pfeile); diejenigen Wirkungen, welche die polarisch entgegengesetzten sind, die strömen von allen Seiten ein, haben keinen Mittelpunkt für ihre Ausstrahlungen, sind keine zentralen Kräfte, sondern sind von der Peripherie herein wirkende Kräfte (rot). Diese Peripheriekräfte haben es besonders zu tun mit der Bildung des Geistig-Seelischen im Menschen, und ihr Bereich muß eigentlich verlassen sein, im wesentlichen verlassen sein, wenn der Mensch sich anschickt, in die irdische Sphäre herunterzusteigen. Daher wird in der irdischen Sphäre das Blei aufgerufen zu seinen entgegengesetzten Kräften, die dann die vergiftenden Kräfte sind. Und das ist überhaupt ein universelles Geheimnis, auf das man nicht genug achten kann, daß alles dasjenige, was mit dem Seelisch-Geistigen des Menschen räumlich im Zusammenhang steht, wovon man also überhaupt sprechen kann in bezug auf den Raum, im menschlichen Organismus Gift ist, so daß also eigentlich daher geholt werden muß die Bedeutung des Gift-Begriffes. Wir haben es deshalb zu tun mit einer starken Anspornung, Anregung, geradezu Aufpeitschung dieser Ich-abbildenden Kräfte in der menschlichen Natur. Und alles dasjenige, was bei Bleivergiftungen auftritt, das tendiert eigentlich dahin, das Gebilde des Menschen, insofern er ein Ich ist, gründlich zu zerstören, ihn zu entmenschen. Es ist so, daß nun tatsächlich alle möglichen Symptome, die alle darauf hinauslaufen, daß man eigentlich allmählich körperlich ins Nichts übergeht - natürlich stirbt man vorher - bis auf das Versagen der Stimme und so weiter, bis zu Ohnmächten und Betäubung und so weiter, bezeugen, daß da die eingeborenen Bildungskräfte des Menschen eben gründlich zerstört werden. Nun wiederum ist - Sie sehen, es wird von dem oberen Menschen aus zerstört dasjenige, was menschliche Bildung ist — dieser obere Mensch polarisch entgegengesetzt dem unteren Menschen. Was im oberen Menschen in großen Quanten zerstörend wirkt, wirkt in kleinen Quanten, in Verdünnungen vom unteren Menschen aus aufbauend.
Hier möchte ich einschaltend sagen, daß ich glaube, daß der nicht enden wollende Streit zwischen der Homöopathie und der Allopathie sich erst schlichten wird, wenn man so auf die Gliederung des Menschen wird eingehen können, wie sie von der Geisteswissenschaft gegeben wird. Denn wenn auf der einen Seite das Prinzip der Homöopathie nach dem reichlichen Erfahrungsschatze nicht angezweifelt werden darf, oder wenigstens dürfte, so liegt auf der anderen Seite doch das vor, daß man bei den Leuten, die nun gewöhnt sind, nicht rein nach der Erfahrung zu gehen - Homöopathen sind immer viel mehr Phänomenalisten als Allopathen, die immer hineinmischen in ihre Heilungsratio alles mögliche von Vorurteilen -, gerade, wenn man auf dieser Seite steht, wo man hineinmischen will allerlei Erwägungen und Vorurteile von Ansichten über den menschlichen Organismus, die Formulierung eben nicht leicht wird verstehen können, daß dasjenige, was in großen Mengen krankmachend wirkt, in kleinen Mengen gesundmachend wirkt. Denn die Tatsachen werden durch diese Formulierung eben nicht vollständig gedeckt. Die Tatsachen werden dann gedeckt, wenn man sagt: Dasjenige, was in großen Mengen im unteren Menschen krankmachend wirkt, das wirkt in kleinen Mengen, wenn man es zur Wirkung bringt vom oberen Menschen aus, gesundmachend und umgekehrt. Also diese Umformung der homöopathischen Regel, das ist dasjenige, was allein wird geeignet sein können, den Streit zu schlichten.
Wenn ich nun von dieser Einschaltung wiederum zurückkehre zu einem solchen Heilmittel, bei welchem man sucht durch eine gewisse Verarbeitung von Blei und Honig etwas zu erreichen, so können Sie sehen, wie man von unten aus in starker Verdünnung durch das Blei entgegenwirkt der gegenüber der menschlichen Gestalt zerstörenden Kraft. Also das liegt in der Bleiwirkung. Nun aber versucht man diese Ich-gestaltende Kraft des Menschen aufzubauen. Sehen Sie, dann verlegt man die Ich-Tätigkeit in den physischen Organismus und man macht den Menschen dadurch, wenn man ihn auch auf der einen Seite körperlich gesund bekommt, auf der anderen Seite seelisch schwach in alledem, was nun wiederum von unten herauf wirken soll, auch organisch wirken soll. Und dieses Schwach-Machen kann so weit gehen, daß, indem man auf der einen Seite gewissermaßen den Menschen zur Menschenbildung wiederum zurückbringt, wenn man eben durch gewisse Krankheitsprozesse, die einen herausfordern dazu, weil die Bildungsprozesse fehlen, die Bleiwirkung anzuwenden, es sehr leicht sein kann, wenn man den Menschen dazu bringt, seine Bildungsprozesse wiederum zu entwickeln, daß man seine vom Ich und astralischen Leib ausgehenden Kräfte, namentlich die vom Ich ausgehenden Kräfte untergräbt. Man kann sagen: Man kuriert dasjenige, was der Mensch sich erworben, oder eigentlich mangelhaft erworben hat, indem er ins Leben hineingetreten ist, aber man macht ihn schwach in bezug auf dasjenige, was er für sich organisch arbeiten soll, während er im Leben steht. Dem letzteren aber wirkt wiederum entgegen, das heißt es stärkt die vom Ich ausstrahlenden Kräfte dasjenige, was man als Honig-Wirkung zusetzt. Sie sehen also, es handelt sich auch bei dem Zustandekommen eines solchen Mittels darum, im wesentlichen dasjenige zu durchschauen, was mit dem Menschen eigentlich vor sich geht.
Nun ist es aber, wenn man die Wirkungen des Mineralischen im Menschen verstehen will, schon nötig, daß man etwas auf die allgemeine Wirkung des Mineralischen in der Erde hinschaut. Da ist es notwendig, daß man sich zunächst bekannt macht mit demjenigen, was in der Erdenentwickelung die Salze bedeuten. Die Salze bedeuten in der Erdenentwickelung eigentlich dasjenige, was die Erde zustande bringt. Dasjenige, was die Erde zustande bringt, das liegt in der Salzwirkung. Indem die Erde Salze entwickelt, baut sie sich eigentlich auf. Und wenn wir von den Salzen zu den Säuren übergehen, wenn wir also namentlich zum Beispiel auf dasjenige sehen, was im Erdenbereich, im wässerigen, flüssigen Erdenbereich an Säureartigem vorhanden ist, so haben wir dasjenige, was im Erdenbereich, aber polarisch entgegengesetzt, demjenigen entspricht, was im Menschen im inneren Verdauungsprozeß, also in dem Verdauungsprozeß jenseits des Magens zustande kommt.
Wenn wir uns dann diese ganzen Vorgänge im Erdenwerden betrachten, insofern sie ein Verhältnis darstellen zwischen Säuren und Salzen, dasjenige also, was wir heute beobachten äußerlich in der Chemie, indem wir sehen, wie sich entwickelt der Prozeß, ausgehend von den Basen durch die Säuren zu den Salzen, wenn wir das ins Auge fassen, so haben wir in dieser Folge, wenn wir die Sache so aussprechen: Basen, Säuren, Salze, den Prozeß so gefaßt, daß er sich mit dem erdebildenden Prozeß deckt. Und dieser Prozeß ist im wesentlichen ein negativ elektrischer Prozeß. Das heißt genauer gesagt, wenn man das äußerlich Räumliche dieses Prozesses ausdrückt, das ins Physische Hinüberschlagende dieses Prozesses, aus dem Geistigen ins Physische Hinüberschlagende dieses Prozesses, so ist er schematisch so darzustellen, daß man sagen müßte: Von den Basen ausgehend durch die Säuren zu den Salzen geschieht eigentlich eine Wirkung, die damit im Grunde genommen nur ihrer Richtung nach angedeutet ist (siehe Zeichnung $. 139, rot, Pfeil), aber es ist eigentlich ein Ablagerungsprozeß, schematisch ausgedrückt. Und wenn wir jetzt den Prozeß so ausdrücken, daß wir gehen: Salze, Säuren, Basen, wenn wir also diesen Prozeß im umgekehrten Sinne ausdrücken, dann müßten wir diese Ablagerungslinie immer wegnehmen. Sie würden wirken wie zusammendrückend, und es entstehen die entgegengesetzten Strahlen, es strahlt aus (siehe Zeichnung rechts, Pfeile). Und dann haben wir es mit einem positiv elektrischen Prozeß zu tun. Und ich glaube, Sie werden, wenn Sie sich das anschauen, was hier als ein richtiges Schema hingezeichnet ist, kaum einen Zweifel mehr haben können, daß dieses Schema von der Natur selber hingezeichnet wird. Sehen Sie sich einmal die Anoden und Kathoden an, so haben Sie einfach von der Natur selber das Bild hingezeichnet.

Wenn wir nun zum eigentlichen Metallprozeß kommen, wenn wir also an die eigentlichen Metalle herankommen, dann haben wir in den Metallen dasjenige, wodurch die Erde am meisten — wenn ich mich jetzt des Ausdrucks bedienen darf, der schon lange in der deutschen Sprache nicht mehr vorkommt, der aber einer Realität entspricht - entwird — werden, ent-werden. Und die Metalle tendieren nicht dazu, etwa immer mehr sich zu konservieren oder zu konsolidieren im Erdenbereich, sondern sie tendieren dazu, zu zersplittern, herauszusplittern. Also sie sind eigentlich dasjenige, was das Entwerden der Erde darstellt, und deshalb entwickeln sie auch eine für die äußere Beobachtung verborgene, ausstrahlende Wirkung. Sie haben überall die strahlende Wirkung. Das zu beobachten ist nun von einer ganz besonderen Bedeutung überall, wo man zu der Interpretation der Natur, insofern sie Heilmittel gibt, ins Metallische hineinkommt.
Nun ist es ganz besonders interessant, von diesem Gesichtspunkte aus einzelne Metalle zu betrachten, und durch diese Betrachtung ergeben sich ja dann diejenigen Gesichtspunkte, die einfach auf dieser Tabelle hier als für unsere mineralischen Heilmittel geltend verzeichnet sind. Die Dinge sind so, daß man sagen muß: Es müßte eben alles zusammengenommen werden, was eine solche richtige Interpretation der Beobachtung ergibt, um diese Dinge zustande zu bringen, und sie werden sicher sein, weil nur dasjenige zunächst zustande gebracht ist, was auf einer umfassenden Interpretation der Beobachtung beruht. Nun können wir hier auch der Interpretation zu Hilfe kommen. Denn mir handelt es sich wirklich nicht darum, etwa Ihnen diese Tabelle in irgendeiner Weise zu wiederholen; was an ihr noch ergänzt werden soll, kann dann einmal, es muß ja doch geschehen, in einer schriftlichen Darstellung der Sache gemacht werden. Es handelt sich mir weniger darum, etwa diese Tabelle zu wiederholen, sondern es handelt sich mir darum, Ihr Denken in diejenige Richtung zu leiten, durch die so etwas wie diese Tabelle eben zustande kommt.
Betrachten wir nun von diesem Gesichtspunkte aus die Metalle ich möchte besser sagen die Metallität -, betrachten wir von diesem Gesichtspunkte aus die Metallität, so haben wir dasjenige, was ich eben Ihnen charakterisiert habe als Strahlung, wiederum in den verschiedensten Formen vorhanden. Wir können es vorhanden haben in der emanenten Form des Ausstrahlenden, des in den Weltenraum hinaus das Irdische Zerstörenden. Das ist ganz besonders bei der Bleiwirkung da. Man möchte sagen: Durch die Bleiwirkung werden dem Menschen als Organismus diejenigen Kräfte eingepflanzt, die ihn einfach hinaussplittern möchten in die Welt. Das ist drinnen durch die Bleiwirkung, dieses Hinaussplitternwollen in die Welt, so daß man diese Bleiwirkung allerdings am besten als eine strahlende betrachtet. Und solche strahlenden Wirkungen treten dann in einer anderen Art auf bei anderen Metallen, zum Beispiel beim Magnesium. Das ist sehr deutlich zu bemerken, und darauf beruht ja gerade dasjenige, was das Magnesium an den Zähnen tut. Nun, es muß eben durch den menschlichen Organismus bis zur Metallwirkung gebracht werden. Das geschieht auch. Es handelt sich dann darum, daß aber die Strahlung sich auch wiederum metamorphosieren kann. Und wenn sich die Strahlung zunächst metamorphosiert, dann wird sie zu dem, was ich nennen möchte: Der Strahl ist nur noch Richtung, was aber stattfindet, das ist eigentlich Ein-um-die-Richtung-Herumpendeln, ein Oszillieren.
Solche Wirkungen muß man betrachten am gesunden und am kranken Menschen. Am gesunden Menschen sind diese strahlenden. Wirkungen vorhanden, ich möchte sagen wie die Residuen des Vorgeburtlichen, des präexistenten Seins in den Ausstrahlungen der Sinnesorgane. Die sind immer da. Was da in den Sinnesorganen ausstrahlt, das sind im Grunde genommen Bleinachwirkungen, wofür das Blei nicht mehr da ist. Und bei aller Sinnestätigkeit durch den ganzen Organismus hindurch finden im Grunde genommen diese Ausstrahlungen statt. Die Nerventätigkeit, also das Funktionelle in den Nerven beruht im wesentlichen auf einer Abschwächung der Sinnestätigkeit nach dieser Richtung, also bei einem schwächeren Strahl.
Sie können daraus sehen, warum ich in meinem Buche «Von Seelenrätseln» gesagt habe, dasjenige, was eigentlich Nerven-Sinnestätigkeit ist, ist schwierig darzustellen, weil man nämlich all das hätte vorausschicken müssen, was jetzt zu dieser Auseinandersetzung hier vorgebracht worden ist.
Wenn man aber dann dieses Schwingende, dieses Pendelnde hat, wenn gewissermaßen die Strahlung nur der Richtung nach noch festgehalten wird, dann hat man es zu tun mit demjenigen, was als Funktionelles im menschlichen Organismus allem Atmen, überhaupt aller rhythmischen Tätigkeit zugrunde liegt. Die rhythmische Tätigkeit beruht auf einem solchen Pendelnd-Werden der Bewegung, auf einer solchen, gegenüber der strahlenden mehr in sich konsolidierten Bewegung. Und eine solche Bewegung hat im Umkreis der Metalle oder der Metallität im wesentlichen zum Beispiel das Zinn. Und darauf beruht dann die wohltätige Wirkung des Zinns in Hochpotenzierung, in ziemlicher Hochpotenzierung auf alles, was das rhythmische System betrifft. Dann kann sich aber diese strahlend pendelnde Bewegung noch weiter modifizieren. Diese dritte Modifikation, die ist nun von ganz besonderer Bedeutung, diese dritte Modifikation hält also die Richtung sowohl wie auch das Pendeln nur gewissermaßen latent ein. Dagegen besteht sie in einem fortwährenden Bilden und Ent-Bilden von Kugeln, die irgendwie in der Strahlungsrichtung werden und entwerden.
Auf diesen Kräften beruht eigentlich dasjenige, was im Menschen im Stoffwechsel wirkt. Und unter den Metallen ist es das Eisen, das gerade diese Kräfte ganz besonders entwickelt. Daher stellt sich auch Eisen im Blute der Stoffwechselwirkung entgegen als die dritte Metamorphose der Strahlungswirkung. Wenn man es mit der ersten Metamorphose zu tun hat, so geht die Wirkung insbesondere auf alles das, was organisch das Ich betrifft; wenn man es mit der zweiten Metamorphose zu tun hat, ist es die Wirkung organisch auf alles dasjenige, was mit dem Astralleib zu tun hat, und wenn man es mit der dritten Metamorphose zu tun hat, ist es organisch die Wirkung auf alles dasjenige, was sich auf den Ätherleib bezieht (siehe Zeichnung).

Gehen wir aber weiter. Dasjenige, was sich da entwickelt als solche fortlaufende Kugelstrahlung, wenn ich es so nennen darf, das muß, weil es ja gewissermaßen vom oberen nach dem unteren. Menschen wirkt, fortwährend in Empfang genommen werden. Es geht ja nur bis zum Ätherischen; es geht nur bis zum Ätherischen! Es muß nun auch vom Physischen in Empfang genommen werden durch eine polarisch wirkende Kraft, denn solch einer Kugelbildung muß entgegenkommen von außen ein die Kugel Einhüllendes. Die Kugel muß erfaßt werden, eingehüllt werden (siehe Zeichnung S. 143).

Nun kann das so sein, daß dieses Einhüllende und das die Kugel Bildende sich ungefähr das Gleichgewicht halten. Das ist beim normalen Menschen natürlich dadurch der Fall, daß allem demjenigen, was vom oberen Menschen nach unten wirkt, durch die Wirkung vom unteren Menschen nach dem oberen das Gleichgewicht gehalten wird. Und dieser Ausgleich findet besonders in der Herzstauung statt. Wenn aber gerade dieses Gleichgewicht gestört wird, dann ist das ausgleichende Metall das Aurum. Das bringt wiederum das Gleichgewicht dieses Umhüllenden und desjenigen zustande, was da in der Mitte ist. Es wird sich darum handeln, daß man Aurum dann anwendet, wenn gewissermaßen die Sache so ist beim Menschen, daß man Zirkulationsstörungen und Atmungsstörungen findet, für die man keine andere Beigabe im Menschen hat, die dann dasjenige, was entsteht als die Folgeerscheinungen, aufzeigt. Wo nicht im anderen Organismus die Ursachen liegen, da wird man das Aurum anwenden. Merkt man jedoch, daß die Ursachen von einem anderen Teil als, ich möchte sagen von der Grenze zwischen dem unteren und oberen Menschen ausgehen, dann muß man sich sagen: Es kommt allerdings aus dem Menschen heraus nicht genügend entgegen an solchen umhüllenden Stoffprozessen gegenüber dem mehr ätherisch-geistigen Prozesse, der. sich da abspielt. Und wenn diejenige Tätigkeit, die man da findet und die gegen das Innere zu jenseits der Darmwände liegt in dem Verdauen - und zwar deutlich ausgesprochen: jenseits der Darmwände liegt -, dann hat man diesen Prozeß der Einhüllung, den man fördern muß, im Kupfer gegeben. Das führt auf die Anwendung, auf die Anwendungsweise des Kupfers, das Sie ja auch unter unseren Heilmitteln finden, und das dort angegeben ist für eine Unterernährung, die ganz besonders sich äußert in den Zirkulationsstörungen, die nebenher gehen als die Folge der Unterernährung. Hat man es zu tun mit Zirkulationsstörungen, die man nicht als die Folge der Unterernährung ansehen kann: Aurum; hat man es zu tun mit Zirkulationsstörungen, die man ansehen muß als die Folge der Unterernährung, so hat man es zu tun mit Cuprum.
Nun müssen natürlich auch für die anderen Vorgänge des Strahlens Gegenprozesse da sein, stoffliche Gegenprozesse für die ätherisch-geistigen Prozesse. Derjenige Prozeß, den wir jetzt als einen innerlichen Prozeß anzusehen haben, der so dieses Pendeln, dieses Oszillieren bewirkt, liegt, wenn er abnorm wird, wenn er zu stark wird, im wesentlichen so, daß man ihn beobachten kann in alledem, was in das Verdauen, in das Verarbeiten des Aufgenommenen durch den Darm, nach außen zu also gehend, diesseits liegt. Also auch alles dasjenige, was sich zum Beispiel in der Sexualität abspielt, sind Strahlungen aus dem Menschen heraus, welche in dieser Weise verlaufen (siehe Zeichnung $. 142), ich möchte sagen merkurstabähnlich verlaufen. Daher der Merkurstab. Das spielte mit bei der Aufstellung der alten sogenannten Symbole. Dem, was da wirkt, müssen entgegengehalten werden, wenn es nicht ausarten soll, diejenigen stofflichen Bildekräfte, die das im Zaume halten, die das nicht ausarten lassen, und die liegen wesentlich im Merkur, so daß wir hier durchaus auf ein Gebiet hindeuten, bei dem es außerordentlich wichtig ist, dasjenige, was ich im vorigen Kursus sagte, mit demjenigen zu verbinden, was wir jetzt mehr ins Innere gehend kennen lernen. Wenn Sie diese beiden Dinge miteinander verbinden, so werden Sie dann den vollen Prozeß schon bekommen. Das ist nun etwas, was ganz in das Astralische hineinspielt, was da durch solche pendelnde Strahlenbewegungen entsteht und durch die entsprechende Gegenwirkung. Das geht ganz hinein in das Astralische (siehe Zeichnung S$. 142).
Nun können wir es aber auch zu tun haben mit dem eigentlichen Strahlungsprozeß, der ja in der mannigfaltigsten Weise im menschlichen Organismus vorhanden ist. Wir haben ihn auf der einen Seite vorhanden bei alledem, was durch die Haut nach außen strahlend wirkt, was auch diese Richtungsstrahlung in sich hat; wir haben diesen Prozeß aber auch vorhanden bei alledem, was harntreibend, was ausleerend im Menschenwesen ist. Geradeso wie bei der, wenn ich es so nennen darf, Gastrulabildung sich das Äußere nach dem Inneren kehrt im Embryonalprozeß, so haben wir es auch hier bei dieser Strahlung mit etwas zu tun, was ebensogut durch die Haut nach außen wirkt, und was sich gewissermaßen auch wendet, so daß es im harntreibenden Prozeß, im ausleerenden Prozeß gewissermaßen eine entgegengesetzte Richtung annimmt. Während man es sonst gewöhnlich zu tun hat beim Polarischen mit demjenigen, was sich nach entgegengesetzter Richtung äußert, hat man es hier einmal mit etwas zu tun, was in gewisser Weise entgegengesetzt ist und doch wieder gleichartig ist. Man darf eben nirgends der Welt gegenüber schematisieren. Sobald man nämlich von Theorien ausgeht, entstehen immer Irrtümer. Es gibt keine Möglichkeit, von einer Theorie auszugehen und nicht den Irrtümern zu verfallen. Wenn also jemand sich sagt, in der Welt wirkt die Polarität - und er konstruiert sich jetzt ein Schema, eine Formel für die Polarität, und sagt jetzt, Polarität muß so und so wirken -, so wird er zwar eine Tatsachenreihe umfassen können, aber er kommt gegenüber anderen Erscheinungen wieder aus seinem Schema heraus, da wird es anders. Wenn man nur einmal diese furchtbare Tyrannis durchschauen würde, welche das Theorienbilden eigentlich bildet in der Wissenschaft! Man muß nämlich den Willen haben, Theorien zu bilden. Denn könnte man nicht Theorien bilden, so könnte man überhaupt kein Erscheinungsgebiet umfassen. Man muß aber auch den Willen haben, immer am richtigen Orte die Theorie wieder zu verlassen und zu demjenigen vorzudringen, wo jetzt die Theorie nicht mehr gilt. Das muß man auch in der Naturwissenschaft beachten. Will man im äußeren Sinne Evolutionstheorie treiben, dann muß man sie so treiben, daß man sich an die äußere Evolutionstheorie hält, nur sie entsprechend umgestaltet und so weiter. Will man von innen heraus den Menschen begreifen, so muß man sich an dasjenige halten, was Anthroposophie gibt. Weder eine anthroposophische Theorie noch eine anthropologische Theorie können irgendwie anders gehandhabt werden, als daß man sie im richtigen Punkte verläßt und ins andere Gebiet hineingeht. Nur ist es natürlich bei dem, was wir hier Anthroposophie nennen, so, daß man ins geistigseelische Gebiet hineingeht und von da aus wiederum zurückgeht auf die sinnlich-äußeren Erscheinungen. Diesen Weg können Sie beobachten, wie ich ihn eingeschlagen habe ganz als einen selbstverständlichen Weg in meinen ersten Schriften, in meinen zweiten Schriften und wie ich jetzt versuche, das andere mit zu umfassen. Die Toren finden darinnen nur Widersprüche selbstverständlich und konstruieren von da aus ihre trottelhaften Angriffe. Und, nicht wahr, deutsche Zeitschriften, die besorgt werden von Menschen, die über nichts ein Urteil haben, die nehmen dann eine trottelhafte Hauerei, trottelhafte Prügelei, nicht wahr, als irgend etwas auf, was ernsthafte Diskussion über Anthroposophie sein soll. Ich weiß nicht, ob Sie wissen, daß einer, der einen solchen trottelhaften, einen wirklich trottelhaften Angriff geführt hat in der Diederichs’schen «Tat», nämlich Hauer heißt. - Es handelt sich nun darum, daß man dasjenige ins Auge faßt, was da als eine Strahlung, so wie ich es eben getan habe, beschrieben werden kann. Und dem muß man wiederum entgegenwirken. Man wirkt ihm entgegen, indem man alles dasjenige aufruft, was zum Beispiel im Silber in entgegengesetzter Strahlung wirkt, wobei man sich klar sein muß darüber, daß das Silber dann salbenhaft verwendet werden muß, wenn es die eine Strahlung treffen will, die irgendwie durch die Haut sich äußert, daß es in irgendeiner Form eingespritzt werden muß, wenn es sich um die andere Tätigkeit handelt, welche in irgendeiner Weise der Richtung folgt, der die Entleerungen folgen. Da haben Sie, ich möchte sagen eine Richtungsregel für die besondere Art, wie solche Dinge zu behandeln sind, denn in der Behandlung solcher Dinge liegt im Grunde genommen ebensoviel wie in der Qualität des Heilmittels.
Nun möchte ich eine solche Betrachtung auf dem Umwege über die Heilmittel noch in einige Ergänzungen auslaufen lassen, die ich nun anfügen werde mit Bezug auf Dinge, welche als Fragen gestellt worden sind. Wenn ich diesmal nicht etwa ganz vollständig werden konnte, so bitte ich Sie, das eben wegen der Kürze der Zeit verstehen zu wollen. Ich glaube aber, wenn Sie die Methode der Fragenbeantwortung, die ich ganz kurz jetzt geben will, ins Auge fassen, dann werden Sie sehen, daß ich versucht habe, in den letzten Tagen die Vorträge schon so anzuordnen, daß sie auf den Weg führen zu dieser Fragenbeantwortung. Ich will da eine ganz charakteristische Frage deshalb herausholen, die jemand gestellt hat und die auf etwas Realem beruht. Jemand hat nämlich die Frage gestellt, was es für eine Bewandtnis habe mit der weitverbreiteten Volksanschauung - aber sie beruht wirklich auf etwas sehr Realem, das nur nicht genügend beobachtet wird und deshalb sieht man sehr häufig darüber hinweg -, daß Frauen, welche in der Periode sind, auf Blumen, die in ihrer Umgebung sind, eine Art Verwelkungskraft ausstrahlen, daß sie also so wirken, daß die Blumen in ihrer Nähe welken, namentlich welken, wenn sie sie ergreifen. - Nun, Sie brauchen nur die Anschauung des Menschen, wie wir sie hier entwickelt haben, zu nehmen, und Sie werden auf die innere Ursache dieser Erscheinung kommen. Bedenken Sie nur einmal, daß ja dasjenige, was in der Blume wirkt und zur Blüte treibt, von der Erde von unten nach oben strebt. Dasjenige, was im Menschen dieser Blumenkraft folgt, strebt von oben nach unten. Das ist durchaus eine kosmologisch-organische Polarität. Sie brauchen sich also nur vorzustellen, daß dieses normale Hinaufstreben in das Blühen der Pflanzen entgegengesetzt ist dem, was beim Menschen von oben nach unten strebt (siehe Zeichnung). Da muß ein Gleichgewicht sein, und das Gleichgewicht ist beim normalen Menschen. Denken Sie sich nun die Kräfte von oben nach unten verstärkt, was sich dadurch ausdrückt, daß eben die Periode eintritt, dann haben Sie die Kräfte im Menschen verstärkt, die entgegenwirken den Blühekräften der Pflanze. Also Sie haben, wenn Sie den Tatsachenzusammenhang verstehen, diesen merkwürdigen Zusammenhang, der da besteht und den man eben durchschaut, wenn man so vorgeht, der aber gerade in dem, was von alten instinktiven Anschauungen sich in der Volksanschauung gehalten hat, eben auftritt.

Nun eine andere Frage, die mir gestellt worden ist, das ist die folgende: Wenn man es zu tun hat mit Asthma, das durch Verkrampfung entsteht, und das in seinem Symptomkomplex Blutanfüllung oben, Blutleere unten hat, wie kann man einem solchen Asthma etwa beikommen? - Um was handelt es sich denn bei einem solchen Asthma? Bei einem solchen Asthma handelt es sich darum, daß der Sinnes-Nervenprozeß in den Atmungsprozeß hinuntergerutscht ist. Es ist nichts anderes als eine Überwirkung im Atmungsprozeß vorhanden, und zwar eine solche Überwirkung, daß der Sinnesprozeß hineingerutscht ist. Nun müssen Sie dem polarisch entgegenwirken. Sie müssen von der anderen Seite kommen. Also dem, was schon durch die Natur von außen nach innen gegangen ist, dem müssen Sie entgegenwirken mit Kräften, welche die andere Richtung haben, und die bekommen Sie heraus, wenn Sie jetzt durch die Haut den Säureprozeß einführen, das heißt, wenn Sie etwa Kohlensäure- oder andere Säurebäder verwenden. Und das wird von einer ganz besonders wohltätigen Wirkung für in dieser Richtung asthmatische Kranke sein. Manches wird ja damit im Zusammenhange noch verwendet werden, wozu Sie geführt werden, wenn Sie das andere ins Auge fassen, wovon ich gesprochen habe.
Nun ist die Frage gestellt worden, wie es sich verhält mit dem, was - und es wird in der Frage auch darauf hingewiesen — eine solche furchtbare Verwunderung und Freude hervorgerufen hat in den Kliniken, nämlich die Milchinjektion bei der Blennorrhöe. Nun, daß das zusammenhängt in einer großen Anzahl von Fällen mit der Milchabsonderung, das können Sie aus dem ablesen, was ich nun auch in diesen Tagen vorgebracht habe über die Milchabsonderung. Sie brauchen sich ja nur vorzustellen dasjenige, was wir über die Milchabsonderung vorgebracht haben, wie da auch ein Sinnesprozeß ist, aber tiefer hinuntergerutscht. Was alles an Abnormität da eingetreten ist - ich habe es auseinandergesetzt, und nun bleiben selbstverständlich Richtekräfte in dem abgesonderten Produkt. Das ist im Grunde genommen noch ein Prozeß, in dem sich dasjenige fortsetzt, was sich innerhalb des Organismus abgespielt hat. Wenn Sie nun injizieren, so können Sie einem auf ziemlich ähnlichen Dingen beruhenden Prozeß selbstverständlich entgegenwirken. Also es ist das etwas, wo der empirische Zufall tatsächlich außerordentlich geistreich gewirkt hat, denn die Sache ist ja nur durch empirischen Zufall herausgekommen, nämlich durch Probieren. Überhaupt dieses Hinschauen auf die Prozeß-Metamorphosen ist von außerordentlich großer Wichtigkeit. Wenn der Mensch nicht hinschauen kann, wie sich die Prozesse metamorphosieren, dann wird er die einfachsten Sachen im Grunde genommen nicht richtig beurteilen können.
Da ist die Frage aufgetaucht, worauf eigentlich Erkältungen beruhen, alle Arten von Dingen, die man unter dem eigentlich ziemlich diffusen Begriff der Erkältungen zusammenfaßt. - Es ist aber so, daß die Sinnestätigkeit auch da, wenn auch auf eine andere Weise wie bei dem früher Ausgeführten, in die Atemtätigkeit hinuntergeschoben wird. Absonderungen, die dann auftreten, sind nur eine Reaktion darauf. Es ist etwas, was da im Organismus vor sich geht, mehr gegen die Oberfläche zu gelegen, etwas, was im Innern des Organismus durch die Wechselwirkung der Nerven-Sinnestätigkeit und der Stoffwechseltätigkeit fortwährend vor sich geht. Es geht fortwährend im Innern vor sich. Wiederum können Sie sich nicht wundern, daß man diesen Dingen beikommt durch höchst einfache Sachen, indem man Packungen und dergleichen machen läßt, wo man von außen her eine Art Sinnes-Nerventätigkeit dort hineinschiebt, wo sie sonst nicht ist. Alles Einpacken und so weiter ist ein Hereinschieben einer Nerven-Sinnestätigkeit in den Organismus, die eine halb bewußte ist, die aber sonst nicht vorhanden ist.
Nun bin ich noch gefragt worden darüber, wie sich die Muskelkräfte zu den Knochenkräften verhalten. - Über dasjenige, was ich gefragt worden bin mit Bezug auf das Homöopathische, möchte ich doch glauben, daß dasjenige, was ich ausgeführt habe, im wesentlichen führt auf eine Beantwortung der gestellten Fragen. Nun aber sind mir noch verschiedene andere Fragen gestellt worden, auf die ich eben ein wenig eingehen muß. — Muskelkräfte, Knochenkräfte verhalten sich so, daß man dieses Verhalten charakterisieren kann, indem man sagt: In den Muskelkräften sind diejenigen Wirkungen in voller Bewegung, die in den Knochenkräften zur Ruhe und zum Absterben gekommen sind, denn Knochen sind - jetzt nicht genetisch, sondern ideell - eben umgewandelte Muskeln, nicht genetisch, aber ideell durchaus umgewandelte Muskeln. Einen genetischen Zusammenhang zwischen Knochen und Muskeln zu suchen, ja schon einen genetischen Zusammenhang zu suchen zwischen Knorpeln und Knochen, das ist aus dem Grunde eigentlich ein Unding, und mit Recht haben manche Leute auf die Schwierigkeit hingewiesen, die entsteht, wenn man da einen genetischen Zusammenhang aufsuchen will. Bunge zum Beispiel hat hingewiesen auf die Schwierigkeit, welche entsteht, wenn man auf den genetischen Zusammenhang von Knorpeln und Knochen schauen will, aber er hat natürlich nicht hingewiesen auf dasjenige, woher dieser Zusammenhang, diese Schwierigkeit kommt. Sie kommt davon her, daß allerdings eine Metamorphose besteht. Aber bedenken Sie, wenn in der Zeit, wo die ganze Muskelbildung noch nicht ins OrganischSichtbare übergegangen ist (siehe Zeichnung, rot) — und so ist es im wesentlichen, nur sehr herabgeschwächt, bei der Knorpelbildung auch -, wo Muskel- und Knochenbildung noch undifferenziert sind (hell), wenn in diesem Zustand der Undifferenzierung beim Differenzieren diese Prozesse zu gleicher Zeit von der Polarität erfaßt werden, dann können Sie natürlich die Metamorphose außerordentlich schwer konstatieren. Eine äußerlich genetische Metamorphose können Sie nur konstatieren, wenn sie so ist, daß beim Übergang des einen in das andere beim Differenzieren im wesentlichen noch nicht die Polarität wirkt, sondern die Richtung beibehalten wird. Wenn aber die Polarität sogleich eingreift beim Differenzieren, so entsteht natürlich ein ganz anderes Gebilde daraus, das dann dem ersten gar nicht mehr ähnlich sieht.

Einige von den Fragen werden zur Beantwortung kommen in der Stunde, die gleich darauf folgen wird. Eine Frage, die ich Sie aber bitte, als eine solche zu betrachten, die in das Gebiet hineinführt, wo die Konfusion stark beginnt, wo man vermeiden sollte zu analogisieren, eine solche Frage ist diese, wie man etwa das Spektrum des Geschmacks konstruieren könnte durch süß, bitter, sauer, laugig zum Salzigen hin, ob man ein solches Geschmacks-Spektrum konstruieren könnte, vielleicht dann auch ein Geruchs-Spektrum konstruieren könnte. In bezug auf diese Dinge ist es eigentlich tatsächlich so, daß man viel zu wenig genügend Objektiviertes gerade beim Geschmack und Geruch vor sich hat, als daß es besonders nützlich sein könnte, da Analogien zu finden. Solche Dinge sind in der praktischen Anwendung von einer geringeren Bedeutung, denn man gerät, indem man aus dem Bereich des Auges und des Ohres in den Bereich von Geschmack und Geruch kommt, sogleich in ein ganz anderes Gebiet hinein dadurch, daß man es beim Augenwahrnehmen ja eigentlich zu tun hat mit demjenigen, was sich ganz aus dem Ätherischen heraus offenbart, und daß man es aber beim Geruchs- und Geschmacksprozeß mit etwas zu tun hat, was nun sehr stark in Anspruch genommen wird von den stofflichen Prozessen, von den Stoffwirkungen, Stoffwechselwirkungen, so daß man, indem man zu dieser Sinnestätigkeit übergeht, eben sich an das Robustere halten kann, das dann im Stoffwechsel zum Ausdrucke kommt.
Nun möchte ich noch kurz auf eine Frage hinweisen, die gestellt worden ist — andere Fragen, die in Anlehnung an diese Frage gestellt worden sind, werden in der Stunde, die sich daran anschließt, besser besprochen werden -, eine Frage, die eine gewisse prinzipielle Bedeutung hat: Kann der Mensch ohne einzunehmen, aus sich heraus Brom, Morphium, Jod, Chinin, Arsen und andere Heilmittel produzieren? — Nun sehen Sie, es ist das eine Frage, die auf sehr tiefe Untergründe der ganzen menschlichen Organisation führt. Die Stoffe kann man nämlich nicht produzieren, aber die Prozesse kann man produzieren. Nun, man kann durchaus sagen, daß man zum Beispiel natürlich ganz außerstande ist, den Bleistoff in sich zu produzieren, daß man aber sehr gut imstande ist, den Bleiprozeß in sich vom Ätherischen heraus zu produzieren und dann ihn in den physischen Leib hinein strahlen zu lassen. Und da kann man sagen: Ja, ist es denn nicht möglich, so weit zu homöopathisieren, daß man überhaupt sagt, ich will versuchen also durch diesen Prozeß bis in den Ätherleib hinein zu wirken, so daß dieser Selbstmetallisierungsprozeß, Selbststrahlungsprozeß, der einem Metallstrahlungsprozeß entspricht, hervorgerufen werde. — In einem gewissen Sinne kann das auch durchaus geschehen. Nur eben handelt es sich darum, daß wir ja wirklich heranrücken an die Strahlungsprozesse, die von der Metallität ausgehen. Wenn Sie natürlich da im allopathischen Denken stecken bleiben, so kommen Sie diesen Dingen natürlich nicht nahe, Aber wenn Sie zum Beispiel folgende Erwägungen anstellen: In dem Zahnbildeprozeß liegen die magnesiumstrahlenden Kräfte. Dies sind also Kräfte, die im ganzen menschlichen Organismus eine Bedeutung haben, denn die Zähne werden ja herausgeschoben aus dem ganzen Menschen. Verwenden Sie nun ein Magnesiumsalz, irgendein Magnesiumsalz, namentlich, sagen wir schwefelsaures Magnesium, und verwenden Sie es so, daß Sie absehen von allem Allopathischen dabei, daß Sie eine besonders starke Verdünnung hervorrufen — hier werden wir auf die Notwendigkeit, starker, also ganz überaus starker Verdünnungen geführt -, dann haben Sie ein Zweifaches: Sie haben erstens die Magnesiumwirkung, die aber eigentlich im Grunde genommen aufhört da, wo die Zähne sitzen. Diese Region durchbrechen die Magnesiumkräfte im normalen Menschen nicht. Man muß ihnen also gewissermaßen einen verstärkenden Impuls geben, so daß sie weiter wirken, daß sie den ganzen Menschen durchstrahlen. Und das kann man, wenn man eben das Salz, das schwefelsaure Salz besonders verwendet, denn das befördert eben die Magnesiumstrahlung hinein auch bis in die Kopfkräfte. Von da lassen Sie sie wiederum zurückstrahlen. Und da wird in der Tat dieser Prozeß hervorgerufen, dieser vom Ätherischen ausgehende, bis ins Ätherische hinein eben homöopathisiert bleibende Prozeß, wo man nur noch die Kräfte hat, wo man den Stoff gar nicht hat, wo man von einem ganz anderen Stoff ausgegangen ist. Sie wissen ja, daß auch da schon empirisch schwefelsaures Magnesium verwendet worden ist, aber rationell wird man es ja nur verwenden können, wenn man diesen Zusammenhang ins Auge faßt, denn man wird dann gleich bemerken, daß man sich zum Beispiel an das Schwefelsaure nur halb halten darf, nicht ganz. Man muß sich an das Magnesium halten mit der anderen Hälfte, so daß daher derjenige, der glaubt, daß man auch ein anderes schwefelsaures Salz nehmen kann, nicht das Richtige trifft. Das ist dasjenige, was man wiederum glaubt, wenn man ausgeht von denjenigen Erwägungen, die nur mit Zuhilfenahme der Methode der äußeren Sinneswelt und des kombinierenden Verstandes eben erhalten werden.
Nun möchte ich nur noch ganz kurz hinweisen darauf, daß alle diese Dinge, die hier ausgeführt worden sind, durchaus so betrachtet werden müssen, daß man sich sagt: Man muß einmal, um hinter die Wirkungen, die da beobachtet werden müssen, zu kommen, Einzelnes herausgreifen. Aber man muß dann auch wiederum alles zusammenschauen. Insbesondere habe ich ja bei diesen Vorträgen an Sie gewissermaßen die Zumutung gestellt, daß Sie die Dinge zusammenschauen. Und jetzt möchte ich Sie hinweisen darauf, wie dieses Zusammenschauen geschehen kann. Da bin ich zum Beispiel gefragt worden um den Morbus Basedow. Da können Sie sogar hinüberschauen nach dem, was ich in der ersten Eurythmiestunde ausgeführt habe, wo ich hingewiesen habe darauf, wie die Schilddrüse etwas ist, was ein nicht zu Ende gekommenes Gehirn ist. Wenn Sie sich also sagen, die Schilddrüse ist ein nicht zu Ende gekommenes Gehirn, wenn Sie also darauf aufmerksam sind, daß die Kräfte, die da abnorm im Morbus Basedow wirken, wie da diese Kräfte hintendieren nach der Schilddrüse und in diesem Hintendieren alle anderen Dinge hervorrufen, welche dann auftreten im Symptomkomplex von Morbus Basedow, dann werden Sie eben darauf kommen, wie Sie da entgegenwirken müssen durch dasjenige, was, ich möchte sagen dem zu starken Kopfwerden des Menschen entgegenwirkt. Und da werden wir wiederum hinübergeführt zu dem, was dann die nächste Stunde leitet, da werden wir hinübergeführt dazu, daß eben solchen Dingen wirklich sehr wohltätig entgegengewirkt werden kann durch die sinnvolle Bewegung, namentlich durch die sinnvolle konsonantierende Bewegung. Und Sie werden gute Wirkung herausbekommen, wenn Sie bei hereinbrechendem Morbus Basedow irgendwie radikal dasjenige verwenden, was wir gerade in der eurythmischen Abteilung besprochen haben. So ist da der Zusammenhang.
Jetzt wollen wir diese Dinge nicht abschließen, sondern hoffentlich ein andermal fortsetzen, aber wir müssen, mit Ausnahme der nächsten Stunde, die wir noch haben werden, aufhören.
Nach einer kurzen Pause werden wir dann, mehr nach der Eurythmie hinüberdeutend, fortsetzen.