Astronomy as Compared to Other Sciences
GA 323 — 16 January 1921, Stuttgart
Sechzehnter Vortrag
Es handelt sich, wie Sie gesehen haben, darum, die Elemente zusammenzutragen, die zuletzt dazu führen können, die Formen der Bewegungen der Himmelskörper zu bestimmen und zu diesen Formen hinzuzubestimmen dasjenige, was man die gegenseitige Lage der Himmelskörper nennen könnte. Denn eine Anschauung unseres Himmelskörpersystems läßt sich nur gewinnen, wenn man imstande ist, insofern man Bewegungsformen Kurven nennt, erstens Kurvenformen zu bestimmen, also das Figurale, und dann die Zentren der Beobachtung zu bestimmen. Das ist die Aufgabe, die eigentlich einer solchen Betrachtung gestellt ist, wie wir sie jetzt eingeleitet haben. Ich habe mit voller Absicht diese Betrachtung zunächst hier diesmal so gehalten, wie es eben geschehen ist, aus bestimmten Gründen.
Die größten Fehler, die im Wissenschaftsleben gemacht werden, die bestehen darin, daß man versucht, Zusammenfassungen zu machen, bevor man die Bedingungen dieses Zusammenfassens wirklich hergestellt hat. Man hat den Hang, Theorien zu machen, das heißt abschließende Ansichten zu gewinnen. Man kann gewissermaßen nicht abwarten, bis die Bedingungen da sind zum Theorienmachen. Und das muß in unser Wissenschaftsleben hineingeworfen werden, daß man dazu kommt, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie man einfach nicht versuchen darf, gewisse Fragen zu beantworten, bevor die Bedingungen zur Antwort wirklich hergestellt sind. Ich weiß, daß es natürlich — die Anwesenden sind selbstverständlich ausgenommen - vielen Leuten heute lieber ist, wenn man ihnen fertige Kurven hinstellt für planetarische und sonstige Bewegungen, weil sie dann etwas haben, was ihnen Antwort gibt auf ihre Frage: Wie verhält sich das und jenes gemäß der Summe der Begriffe, die vorhanden sind? Aber wenn die Fragen so liegen, daß man sie mit dieser Summe von Begriffen, die vorhanden sind, nicht beantworten kann, dann ist eben alles Reden in theoretischer Beziehung ein Unding. Man kommt dadurch nur zu einer scheinbaren, ganz illusionären Beruhigung über die Sache. Daher versuchte ich auch in bezug auf die Wissenschaftspädagogik diese Vorträge so zu gestalten, wie ich sie eben gestaltet habe.
Nun haben wir ja bisher Ergebnisse gewonnen, die uns zeigen, daß wir sorgfältig unterscheiden müssen, wenn wir die Kurvenformen für die Himmelsbewegungen herausfinden wollen, solche Dinge, wie sie uns auftreten in den scheinbaren Bewegungen, sagen wir zum Beispiel in der Schleifenform der Venusbahn, die in der Konjunktion auftritt, und die Schleifenform für die Marsbahn, die in der Opposition auftritt. Wir sind zu einer Ansicht gekommen, daß wir da sorgfältig unterscheiden müssen dadurch, daß wir ja aufmerksam machen wollten, wie verschieden die Kurvenformen sind, die sich in der menschlichen Gestaltungskraft geltend machen auf der einen Seite für die Kopforganisation, auf der anderen Seite für die Organisation des Stoffwechsels und der Gliedmaßen, und daß doch ein gewisser Zusammenhang zwischen diesen zwei Formen vorhanden ist, nur eben ein solcher, der gesucht werden muß durch einen Übergang außerhalb des Raumes, nicht in dem starren euklidischen Raum.
Nun handelt es sich hier darum, daß man einen Übergang erst finden muß von dem, was man da gewissermaßen am eigenen menschlichen Organismus entdeckt, zu dem, was draußen im Weltenraum vorhanden ist, der ja zunächst eigentlich scheinbar nur als der euklidische Raum auftritt, als der starre Raum vorhanden ist. Man bekommt darüber eine Anschauung aber nur, wenn man dieselbe Methode fortsetzt, die wir gewonnen haben, wenn man nämlich wirklich den Zusammenhang sucht zwischen dem, was im Menschen selber vorgeht, und demjenigen, was draußen in der Bewegung der Himmelskörper im Weltenraum vor sich geht. Man kann dann nicht anders, als die Frage aufwerfen: Welche Erkenntnisbeziehung besteht zwischen Bewegungen, die im relativen Sinne aufgefaßt werden dürfen, und Bewegungen, die eben durchaus nicht im relativen Sinne aufgefaßt werden dürfen? Wir sind uns ja klar darüber, daß wir unter den Gestaltungskräften des menschlichen Organismus solche haben, die radial wirken, und solche, die wir uns in der Sphäre denken müssen (Fig.1). Nun handelt es sich darum, wie sich für unsere menschliche Erkenntnis bei einer äußeren Bewegung dasjenige darstellt, was nur in der Sphäre verläuft, und wie dasjenige, was nur verläuft in der Richtung des Radius.

Es ist ja heute schon ein gewisser Anfang gemacht, sogar in experimenteller Beziehung, solche Bewegungen auch im Raum zu unterscheiden. Man kann verfolgen die Bewegungen eines Weltenkörpers in der Sphäre durch den Augenschein; man kann aber heute durch die Spektralanalyse auch Bewegungen verfolgen, die in dem Sinne des Radius gehen, kann verfolgen in der Visierlinie liegende Annäherungen und Entfernungen der Weltenkörper. Sie wissen ja, daß die Verfolgung dieses Problems zu den interessanten Resultaten geführt hat der Doppelsterne, die sich umeinander bewegen, welche Bewegungen man ja nur feststellen konnte dadurch, daß man durch Anwendung des Dopplerschen Prinzipes eben das Problem, das ich da andeutete, verfolgt hat.
Nun aber handelt es sich darum, festzustellen, ob wir bei jenem Vorgehen, das den Menschen in das ganze Weltengebäude einbezieht, auch die Möglichkeit haben, irgend etwas auszumachen darüber, ob - ich will mich zunächst ganz vorsichtig ausdrücken - eine Bewegung nur eine scheinbare sein kann, oder ob diese Bewegung irgendwie eine wirkliche sein muß, ob irgend etwas darauf hindeutet, daß eine Bewegung eine wirkliche ist. Ich habe Ihnen ja schon erwähnt, wir müssen den Unterschied machen zwischen solchen Bewegungen, die eben relativ sein können, und solchen Bewegungen, die, wie die rotierenden, die scherenden, die deformierenden, hindeuten darauf, daß sie nicht im relativen Sinne aufgefaßt werden können. Da muß man suchen nach einem Kriterium der wirklichen Bewegungen. Dieses Kriterium der wirklichen Bewegungen kann sich nur dadurch ergeben, daß man die inneren Verhältnisse des Bewegten ins Auge faßt. Es kann sich niemals darauf beschränken, bloß die äußeren Beziehungen der Orte ins Auge zu fassen.
Ich habe öfter das ganz triviale Beispiel gebraucht von zwei Menschen, die ich nebeneinander stehen sehe um 9 Uhr vormittags und um 3 Uhr nachmittags, wobei nur der Unterschied besteht, daß der eine von den beiden stehengeblieben ist, und der andere, nachdem ich weggegangen war, nachdem ich mit der Beobachtung aufgehört habe, einen Gang gemacht hat, der ihn 6 Stunden beschäftigt hat. Jetzt steht er wieder neben dem andern um 3 Uhr. Ich werde doch aus den bloßen Beobachtungen der Orte niemals darauf kommen können, was da eigentlich vorliegt. Bloß dann, wenn ich die Ermüdung des einen oder anderen ins Auge fasse, also einen inneren Vorgang, werde ich mich über die Bewegung unterrichten können. Darum also handelt es sich, daß man darauf kommen muß, was von dem Bewegten mitgemacht, durchgemacht wird, wenn man eine Bewegung eben als Bewegung in sich charakterisieren will. Nun ist dazu noch etwas anderes notwendig, das ich dann morgen vornehmen will, aber wir wollen uns heute wenigstens dem Problem nähern.
Nun müssen wir da von einer ganz anderen Ecke her die Sache wiederum ins Auge fassen. Sehen Sie, wenn wir heute die Gestaltung des menschlichen Organismus betrachten, so können wir natürlich im Grunde zunächst nur eine Art Anschauungszusammenhang gewinnen mit demjenigen, was draußen im Weltenraum ist. Denn es weist ja alles darauf hin, daß der Mensch in einem hohen Grade unabhängig ist von den Bewegungen des Weltenraumes und daß er gewissermaßen gerade mit demjenigen, was sich ausdrückt in seinem unmittelbaren Erleben, sich emanzipiert hat von den Weltenerscheinungen, so daß wir nur zurückverweisen können auf Zeiten, in denen der Mensch noch weniger sein Seelenleben in bezug auf dasjenige, was er erlebt, in die Waagschale wirft als im gewöhnlichen, das heißt nachgeburtlichen Erdenleben. Wir können nur zurückverweisen auf die Embryonalzeit, wo ja in der Tat die Bildung im Einklang mit den Weltenkräften erfolgt. Und dasjenige, was dann noch bleibt, das ist gewissermaßen, was sich innerhalb der menschlichen Organisation aus dem während der Embryonalzeit Eingepflanzten forterhält. Man kann da nicht ganz in dem Sinne, wie es sonst üblich ist, von Vererbung sprechen, weil ja nichts eigentlich «vererbt» ist, aber man muß sich einen ähnlichen Vorgang denken in diesem Zurückbleiben von gewissen Entitäten aus einer früheren Entwickelungszeit.
Nun handelt es sich aber darum, die Frage zu beantworten: Ist denn in diesem gewöhnlichen Leben, das wir führen nach unserer Geburt, wenn wir schon zum vollen Bewußtsein gekommen sind, gar keine Andeutung mehr darauf zu finden, wie der Zusammenhang mit den kosmischen Kräften ist? Wenn wir den menschlichen Wechselzustand zwischen Wachen und Schlafen betrachten, so finden wir bei dem heutigen Kulturmenschen zwar noch, daß er einen solchen Wechsel eintreten lassen muß zwischen Wachen und Schlafen, aber Sie wissen ja alle sehr gut, daß er diesen Wechsel, obwohl er in seiner Zeitenfolge zur Erhaltung der menschlichen Gesundheit durchaus übereinstimmen muß mit dem natürlichen Wechsel von Tag und Nacht, heute heraushebt von demjenigen, was der Naturlauf ist. In den Städten läßt man das ja nicht mehr zusammenfallen, auf dem Lande bei den Bauern ist es doch noch da. Gerade dadurch sind diese in ihrer besonderen seelischen Konstitution, daß sie die Nacht durchschlafen und den Tag durchwachen. Wenn der Tag länger und die Nacht kürzer wird, schlafen sie weniger; wenn die Nacht länger wird, schlafen sie länger. Aber das sind schließlich doch Dinge, die nur zu vagen Vergleichen führen können, auf die sich keine klare Anschauung aufbauen läßt. Wir müssen schon nach etwas anderem fragen, wenn wir das Hereinragen desjenigen, was Weltverhältnisse sind, in die menschlichen subjektiven Verhältnisse ins Auge fassen wollen, um dadurch etwas herauszufinden im menschlichen Inneren, was uns auf absolute Bewegungen im Weltenall hinweisen kann.
Und da möchte ich auf etwas aufmerksam machen, was schließlich sehr gut beobachtet werden kann, wenn man nur seine Beobachtungen über größere Felder ausdehnt: daß zwar der Mensch sich leicht emanzipiert mit Bezug auf das Abwechseln von Schlafen und Wachen, sich leicht emanzipiert von der Zeitenfolge, daß er sich aber, ohne daß die Folgen bemerkbar werden, nicht emanzipieren kann in bezug auf seine Lage. Selbst diejenigen Menschen, die, wie es ja auch jetzt schon solche Kulturlinge unter uns gibt, die Nacht zum Tage und den Tag zur Nacht machen, selbst die müssen doch für das Schlafen diejenige Lage wählen, die nicht die aufrechte Lage des Wachens ist. Sie müssen gewissermaßen ihre Rückgratlinie in die Richtung der Rückgratlinie des Tieres bringen. Und gerade wenn man auf diese Dinge weiter eingeht, wenn man zum Beispiel auch in Erwägung zieht die physiologische Tatsache, daß es Menschen gibt, die unter gewissen Krankheitsverhältnissen nicht gut in der horizontalen Lage schlafen können, sondern möglichst aufrecht sitzen müssen, dann wird man gerade durch solche Abweichungen des Zusammenhanges zwischen der horizontalen Lage und dem Schlafen auf Gesetzmäßigkeiten kommen. Gerade wenn man die Ausnahmen betrachtet, die durch mehr oder weniger bemerkbare Krankheiten eintreten, bei Asthmatikern zum Beispiel, wird man auf die Gesetzmäßigkeiten in diesem Felde sehr deutlich hinweisen können. Und man kann durchaus, wenn man alle Tatsachen zusammenfaßt, sagen, daß der Mensch sich um des Schlafens willen in eine Lage bringen muß, die sein Leben so verlaufen läßt während des Schlafes, wie in einer gewisse Beziehung das Tierleben verläuft. Wenn Sie solche Tiere, die nicht genau ihre Rückgratlinie parallel zur Erdoberfläche haben, genau betrachten, werden Sie eine weitere Bestätigung der Sache finden. Das alles ist ja etwas, was ich nur in Richtlinien angeben kann, was im einzelnen vielfach ja erst Gegenstand der Wissenschaft werden muß, weil man die Dinge ja nicht in dieser Art bisher erschöpfend betrachtet hat. Da und dort sind ja immer wiederum kleine Hinweisungen von Leuten geschehen, aber nicht in erschöpfender Weise; es sind die für den wissenschaftlichen Fortgang notwendigen Untersuchungen nicht getrieben worden.
Das ist zunächst eine Tatsache. Eine andere Tatsache ist die folgende. Sie wissen, dasjenige, was man trival Ermüdung nennt, was eine sehr komplizierte Tatsachenteihe ist, das kann eintreten, wenn wir uns willkürlich bewegen. Wir bewegen uns dann willkürlich, indem wir unseren Schwerpunkt in der Richtung parallel zur Erdoberfläche führen. Wir bewegen uns gewissermaßen in einer Fläche, die parallel zur Erdoberfläche liegt. In einer solchen Fläche verläuft der Vorgang, der unsere äußeren willkürlichen Bewegungen begleitet. Und wir können in demjenigen, was sich da abspielt, etwas durchaus Zusammengehörendes finden. Wir können finden auf der einen Seite die Beweglichkeit parallel zur Erdoberfläche und das Ermüdetwerden; wir können weitergehen und können sagen: Durch diese Bewegung parallel zur Erdoberfläche, die sich symptomatisch in der Ermüdung zum Ausdruck bringt, liegt ja ein Stoffwechselvorgang, liegt Stoffwechselverbrauch vor. Es liegt also etwas zugrunde dem Horizontalbewegen, was wir durchaus beobachten können wie einen inneren Vorgang des menschlichen Organismus. Nun tritt aber erstens das auf, daß der Mensch so veranlagt ist, daß er diese Bewegung, selbstverständlich mit ihren Parallelerscheinungen des Umsatzes im Stoffwechsel, nicht entbehren kann, durchaus nicht entbehren kann für seine Organisation. Bei demjenigen, der Briefträger ist, sorgt schon der Beruf dafür, daß er sich in horizontaler Weise bewegt; und wer nicht Briefträger ist, der muß spazieren gehen. Es beruht ja darauf auch die volkswirtschaftlich interessante Beziehung zwischen der Verwertbarkeit der in die Volkswirtschaft einfließenden Beweglichkeit des Menschen und der aus der Volkswirtschaft draußen bleibenden Beweglichkeit des Menschen, im Spiel, im Sport und dergleichen. Da fließen schon die physiologischen Dinge mit den volkswirtschaftlichen zusammen. Nun, ich habe ja öfter bei der Kritik des Arbeitsbegriffes gerade auf diesen Zusammenhang hingewiesen, und man kann nicht Nationalökonomie treiben, wenn man nicht hier den Zusammenhang sucht eben zwischen der reinen Sozialwissenschaft und der Physiologie. Aber dasjenige, was für uns jetzt in diesem Augenblick wichtig ist, das ist, daß wir beobachten können diesen parallelen Vorgang: Bewegung in der horizontalen Fläche und einen gewissen Stoffwechselvorgang.
Wir können diesen Stoffwechselvorgang auch woanders aufsuchen. Wir können ihn aufsuchen in dem Wechselzustand zwischen Schlafen und Wachen. Nur wird gewissermaßen der Vorgang bei willkürlichen Bewegungen so vollzogen, daß, auch ganz abgesehen von dem, was im Inneren des Menschen vorgeht, der Stoffwechselumsatz zu gleicher Zeit ein äußerer Vorgang ist. Ich möchte sagen, es geschieht da etwas, wofür die Oberflächenbegrenztheit des menschlichen Leibes nicht einzig und allein maßgebend ist. Es wird Stoff umgesetzt, aber so, daß diese Stoffverwandlung, die da geschieht, gewissermaßen im Absoluten, im «relativ Absoluten» natürlich, sich vollzieht, so daß man nicht sagen kann, daß das nur eine Bedeutung für die menschliche innere Organisation hat.
Aber die Ermüdung, die wiederum die symptomatische Begleiterscheinung der Bewegung mit dem Stoffwechselumsatz ist, tritt auch dann ein, wenn man einfach einen Tag gelebt hat und nichts getan hat. Das heißt, dieselben Entitäten, die wirksam sind bei der willkürlichen Bewegung, wirken auch im Menschen im täglichen Leben rein durch die innerliche Organisation. Und es muß daher der Stoffwechselumsatz auch dann stattfinden, wenn dieser Vorgang der Ermüdung einfach eintritt, ohne daß wir ihn willkürlich herbeiführen. Wir bringen uns selbst in die horizontale Lage zum Herbeiführen dieses Stoffwechsels, der da eintritt bei dem nicht willkürlichen Handeln, der einfach im Lauf der Zeit eintritt, wenn ich mich so ausdrücken darf. Wir bringen uns in die horizontale Lage während des Schlafes, um in dieser horizontalen Lage unsern Leib etwas ausführen zu lassen, was er auch dann ausführt, wenn wir in willkürlicher Bewegung sind. Daher sehen Sie, daß die horizontale Lage etwas Bedeutsames ist, daß es nicht gleichgültig ist, ob wir die horizontale Lage einnehmen, daß wir, wenn wir unsern Organismus etwas ausführen lassen wollen, ohne daß wir etwas dazu tun, uns in diese Lage bringen müssen. Das heißt mit anderen Worten: Wir bringen uns während des Schlafes in eine Lage, wo etwas geschieht in unserem Organismus, was sonst geschieht, wenn wir uns willkürlich bewegen.
Es muß also eine Bewegung in unserem Organismus vor sich gehen, die wir nicht willkürlich herbeiführen. Es muß eine Bewegung Bedeutung haben für unseren Organismus, die wir nicht willkürlich herbeiführen. Und Sie brauchen sich nur ein wenig beobachtend die Tatsachen zurecht zu legen, so werden Sie zu dem folgenden Resultate kommen, wozu ich hier die Zwischenglieder weglassen muß, weil ich keine Zeit dazu habe. Genau ebenso, wie der absolute Stoffwechsel ausgeführt wird durch die menschliche Bewegung, so daß dasjenige, was da im Stoffwechsel vor sich geht, gewissermaßen eine reale chemische oder physikalische Bedeutung hat, für die die Begrenzung durch die Haut zunächst nicht da ist, die also im Menschen so geschieht, daß der Mensch dem Kosmos angehört, genau derselbe Vorgang, dieser selbe Stoffwechselumsatz wird beim Schlafen herbeigeführt so, daß er innerhalb des menschlichen Organismus seine Bedeutung hat. Dasjenige, was sich umsetzt bei der willkürlichen Bewegung, setzt sich auch um im Schlaf. Aber das Resultat wird übergeführt von dem einen Teil des Organismus in den andern Teil des Organismus. Wir versorgen unser Haupt, unsern Kopf während des Schlafes. Wir vollziehen oder lassen vielmehr unseren Organismus im Innern vollziehen einen Stoffwechselumsatz, für den jetzt die menschliche Haut als Abschließung eine Bedeutung hat, wo die Umwandlung so geschieht, daß der Endprozeß eine Bedeutung für das Innere der menschlichen Organisation hat.
Wir können also sagen: Wir bewegen uns willkürlich - ein Stoffwechselumsatz findet statt; wir lassen uns bewegen vom Kosmos ein Stoffwechselumsatz findet statt. Der letztere findet so statt, daß das Ergebnis, das bei dem ersteren Stoffwechselumsatz gewissermaßen in der Außenwelt verläuft, jetzt umkehrt und im menschlichen Haupte als solchem sich geltend macht. Es kehrt einfach um, es verfließt nicht weiter, aber wir müssen uns, damit es umkehrt, damit es überhaupt da ist, in die horizontale Lage bringen. Wir müssen also studieren den Zusammenhang zwischen jenen Vorgängen im menschlichen Organismus, die bei der willkürlichen Bewegung sich vollziehen, und jenen Vorgängen, die sich vollziehen im Schlafe. Und daraus, daß wir das an einem bestimmten Punkte unserer Betrachtung so tun müssen, daraus können Sie ja sehen, welche Bedeutung es hat, wenn in den allgemeinen anthroposophischen Vorträgen immer betont werden muß, daß wir unseren Willen, der an den Stoffwechsel gebunden ist, eigentlich in einem solchen Verhältnis zum Vorstellungsleben haben, wie das des Schlafens zum Wachen. In bezug auf die Entfaltung des Willens, sagte ich immer wieder und wiederum, schlafen wir fortwährend. Jetzt haben Sie hier die genaue Determination der Sache. Sie haben jetzt hier gewissermaßen den Menschen willkürlich bewegt in der horizontalen Fläche, und er vollzieht da dasselbe wie im Schlafe, nämlich Schlafen durch seinen Willen. Schlafen und Bewegung durch den Willen stehen in dieser Beziehung. Und wir schlafen in der horizontalen Lage, wobei nur das Ergebnis das andere ist, daß dasjenige, was in die Außenwelt verpufft bei der willkürlichen Bewegung, von unserer Hauptesorganisation aufgenommen und weiter verarbeitet wird.
Wir haben also zwei streng auseinander zu haltende Vorgänge: Das Verpuffen des Stoffwechselprozesses bei der willkürlichen Bewegung und das innerliche Verarbeiten des Stoffwechselumsatzes bei demjenigen, was während des Schlafes in unserem Haupte sich abspielt. Und wir können, wenn wir jetzt das Ganze auf die Tierheit beziehen, ermessen, welche Bedeutung es hat, wenn wir sagen: Das Tier vollbringt überhaupt sein Leben in der horizontalen Lage. Es muß in einer ganz anderen Weise beim Tier organisiert sein diese Umkehrung des Stoffwechsels für das Haupt, und es bedeutet die willkürliche Bewegung beim Tier durchaus etwas ganz anderes als beim Menschen. Das ist dasjenige, was in der Gegenwart so wenig wissenschaftlich berücksichtigt wird. Jetzt wird nur gesprochen von dem, was sich äußerlich darbietet, und es wird übersehen, daß derselbe äußere Vorgang bei dem einen Wesen etwas ganz anderes darstellen kann als bei dem anderen Wesen. Ich will jetzt absehen von allen religiösen Intentionen, sondern nur darauf hinweisen: Der Mensch stirbt, das Tier stirbt; das braucht in psychologischer Beziehung durchaus bei den beiden Wesen nicht dasselbe zu sein. Denn derjenige, der es dasselbe sein läßt und daraufhin seine Untersuchungen anstellt, der gleicht einem Menschen, der ein Rasiermesser findet und sagt, es ist ein Messer, die Funktion muß dieselbe Bedeutung haben wie bei einem anderen Messer, also schneide ich mit dem Rasiermesser meine Knödel. - Wenn man die Dinge so trivial ausspricht, wird man sagen: Das wird der Mensch doch nicht tun. Aber wenn er nicht acht gibt, passieren diese Dinge nämlich gerade mit dem vorgerücktesten Untersuchen.
Nun werden wir also darauf hingewiesen, daß wir in unseren willkürlichen Bewegungen eben denjenigen Vorgang finden, der sich ausdrückt in einer Kurvenrichtung, die parallel zur Erdoberfläche geht. Wir werden da also gedrängt zu einer Kurvenrichtung, die diesen Verlauf nimmt. Nun, was haben wir denn da zugrunde gelegt? Wir haben zugrunde gelegt einen inneren Vorgang, etwas, was im Menschen vor sich geht, was wir auf der einen Seite als etwas Gegebenes haben im Schlafe, was wir auf der anderen Seite als etwas haben, was wir selber ausführen, so daß wir in dem, was wir ausführen, die Möglichkeit haben, das andere zu bestimmen. Wir haben also die Möglichkeit, dasjenige, was aus dem Weltenraum heraus mit unserem Organismus im Schlafe getan wird, als das zu Definierende zu betrachten, das wir erkennen sollen, und das andere, das wir äußerlich vollziehen, das wir also kennen in bezug auf seine Lageverhältnisse, als den Oberbegriff des Definierens zu betrachten.
Das ist dasjenige, wonach man streben muß in einer wirklichen Wissenschaft: Nicht Erscheinungen durch abstrakte Begriffe zu definieren, sondern Erscheinungen durch Erscheinungen zu definieren. Das ist dasjenige, was natürlich notwendig macht, daß man zuerst die Erscheinungen wirklich versteht, dann kann man sie durch einander definieren. Das ist überhaupt das Charakteristische desjenigen, wonach gestrebt wird von anthroposophischer Geisteswissenschaft: Zum wirklichen Phänomenalismus zu kommen, Erscheinungen durch Erscheinungen zu erklären, nicht abstrakte Begriffe zu bilden, durch die die Erscheinungen erklärt werden; und auch nicht die Erscheinungen einfach hinzustellen und sie zu lassen, wie sie sind im zufälligen empirischen Tatbestand, denn da können sie nebeneinanderstehen, ohne daß sie einander irgendwie erklären können.
Von da aus möchte ich nun zu etwas übergehen, was Ihnen zeigen wird, welche Tragweite überhaupt dieses phänomenologische Streben hat. Man kann sagen, um zu entsprechenden Vorstellungen zu kommen, ist heute eine Überfülle von empirischem Material schon da. Dasjenige, was uns fehlt, ist nicht empirisches Material, sondern das sind die Zusammenfassungsmöglichkeiten, die ja zu gleicher Zeit die Möglichkeiten sind, das eine Phänomen durch das andere Phänomen wirklich zu erklären. Man muß die Phänomene zuerst verstehen, bevor man sie durch einander erklären kann. Man muß aber den Willen entwickeln, so vorzugehen, wie wir hier vorgehen, daß man zuerst die Tendenz entwickelt, eine Erscheinung wirklich zu durchdringen. Diese Tendenz läßt man heute vielfach außer acht. Daher wird in unserem Forschungsinstitut es sich in erster Linie nicht darum handeln, im Sinne der alten experimentellen Methoden weiter zu experimentieren, denn da ist eigentlich wirklich eine Überfülle von empirischem Material vorhanden, nicht zur Technik, wohl aber zum wirklichen Zusammenfassen. Es wird sich nicht darum handeln, die alten Experimentierrichtungen weiter fortzusetzen, sondern, wie ich ja auch in dem Wärmekurs im letzten Winter aufmerksam gemacht habe, handelt es sich darum, die Versuchsanordnungen anders zu machen. Wir werden nicht nur die Instrumente brauchen, die man heute in gewohnter Weise bei dem Optiker und so weiter kauft, sondern wir werden nötig haben, unsere Instrumente schon selbst zu konstruieren, damit wir andere Versuchsanordnungen haben, und die Phänomene so hinzustellen, daß das eine durch das andere erklärt werden kann. Wir müssen wirklich von Grund auf arbeiten. Dann wird sich aber auch eine Überfülle wiederum ergeben von demjenigen, was wirklich eine lichtvolle Perspektive darbieten kann. Mit denjenigen Instrumenten, die da sind, können die Leute der Gegenwart wirklich genügend viel machen. Sie sind außerordentlich geschickt geworden in ihrer Einseitigkeit, damit zu experimentieren. Wir brauchen neue Versuchsanordnungen, das muß durchaus ins Auge gefaßt werden, denn mit den alten Versuchsanordnungen kommen wir über gewisse Fragen einfach nicht hinaus. Und auf der anderen Seite darf auch wiederum nicht auf Grundlage der Resultate, die durch die alten Untersuchungen gewonnen sind, einfach blind weiter spekuliert werden, sondern es müssen uns die experimentellen Ergebnisse immer wiederum die Möglichkeit geben, so viel wie möglich, wenn wir uns entfernt haben von den Tatsachen, zu den Tatsachen zurückzukehren. Wir müssen immer gleich die Möglichkeit finden können, wenn man an einen bestimmten Punkt gekommen ist mit den Versuchen, nicht weiter zu theoretisieren, sondern mit dem, was sich ergibt, sogleich zu der Beobachtung zu gehen, die dann eine erläuternde Beobachtung ist. Sonst wird man über gewisse Grenzen, die aber nur Augenblicksgrenzen der Wissenschaft sind, nicht hinauskommen. Und da mache ich aufmerksam auf eine solche Grenze, die übrigens von keinem Menschen so genommen wird, als ob sie nicht überwindbar wäre, die aber nur überwindbar sein wird, wenn man auf dem betreffenden Felde zu anderen Versuchsanordnungen übergeht. Das ist die Frage der Sonnenkonstitution.
Nicht wahr, zunächst ergibt sich ja aus wirklich sorgfältigen, gewissenhaften Beobachtungen, die mit allen heute zur Verfügung stehenden Mitteln angestellt worden sind, daß wir zu unterscheiden haben irgend etwas in der Sonnenmitte, worüber alle Menschen im unklaren sind. Es wird einfach vom Sonnenkern gesprochen. Was der ist, darüber kann kein Mensch eine Auskunft geben, bis dahin reicht die Untersuchungsmethode nicht. Das ist keine Kritik und kein Tadel, denn das gibt ja jeder zu. Den Sonnenkern läßt man dann umgeben sein von der Photosphäre, der Atmosphäre, der Chromosphäre und der Korona. Es beginnt die Möglichkeit, sich Vorstellungen zu machen, bei der Photosphäre. Man kann sich auch Vorstellungen über die Atmosphäre, die Chromosphäre machen. Nehmen Sie nun einmal an, man wolle sich Vorstellungen machen über das Auftreten der Sonnenflecken. Man wird finden, indem man an diese merkwürdige Erscheinung herantritt, die ja nicht ganz willkürlich verläuft, sondern die einen gewissen Rhythmus zeigt in Maxima und Minima der Sonnenfleckenbildung, nach ungefähr 11-jähriger Periode sich regelnd, daß diese Sonnenfleckenphänomene, wenn man sie verfolgt, in Zusammenhang gebracht werden müssen mit Vorgängen, die in irgendeiner Weise außerhalb des Sonnenkernes liegen. Man legt sich gewisse Vorgänge da zurecht und spricht von explosionsartigen oder ähnlichen Verhältnissen. Nun handelt es sich darum, daß man, wenn man so vorgeht, immer von Voraussetzungen ausgeht, die man im irdischen Felde gewonnen hat. Wenn man nämlich nicht versucht, sein Begriffsfeld zuerst zu bearbeiten und zu erweitern, wie wir es getan haben, indem wir Kurven uns vorgestellt haben, die aus dem Raum herausgehen; wenn man nicht zu seiner Selbsterziehung so etwas macht, möchte ich sagen, dann gibt es ja auch keine andere Möglichkeit als dasjenige, was vorliegt an Beobachtungsergebnissen von einem außerhalb der irdischen Welt befindlichen Körper, so zu erklären, wie es die irdischen Verhältnisse darstellen.
Was läge denn überhaupt im Sinne der heutigen Vorstellungswelt näher, als einfach sich die Vorgänge im Sonnenleben ähnlich den Vorgängen im Erdenleben, nur modifiziert, vorzustellen! Es bilden sich da aber zunächst relativ unübersteigbare Hindernisse. Das, was man physische Konstitution der Sonne nennt, das läßt sich nicht durchschauen mit den Vorstellungen, die man im irdischen Leben gewinnt. Es kann sich nur darum handeln, die Beobachtungstesultate, die bis zu einem gewissen Grade auf diesem Felde durchaus sprechend sind, in einer ihnen adäquaten Weise vorstellungsgemäß zu durchdringen. Man wird sich da schon ein wenig befreunden müssen mit dem, was ich charakerisieren möchte etwa in der folgenden Weise. Nicht wahr, hat man irgendeinen äußeren Zusammenhang, den man mit einer geometrischen Wahrheit durchleuchtet, so sagt man sich: Dasjenige, was man zuerst geometrisch konstruiert hat, schnappt ein; die äußere Wirklichkeit ist so. - Man fühlt sich verbunden mit der äußeren Wirklichkeit, wenn man das wiederfindet, was man zuerst konstruiert hat. Nun darf ja natürlich dieses innerliche Erfreutsein, daß es einschnappt, nicht zu weit getrieben werden, denn es schnappt auch immer ein bei denjenigen, die bei diesem Einschnappen schon übergeschnappt sind. Die finden auch immer, daß die Vorstellungen, die sie ausgebildet haben, durchaus übereinstimmen mit der äußeren Wirklichkeit. Aber es liegt doch etwas Gültiges in diesen Dingen.
Nun handelt es sich darum, daß eben einfach der Versuch gemacht werden muß, sich vorzustellen zuerst einen Vorgang, der im irdischen Leben so verläuft, daß wir uns seinen Verlauf vorstellen durch das Verfolgen der Richtung vom Mittelpunkt nach außen, also in der Richtung des Radiialen. Wir fassen einen Vorgang ins Auge, sagen wir zum Beispiel einen gewissen Ausbruch, einen vulkanischen Ausbruch oder die Richtung irgendeiner Deformation bei Erdbeben und dergleichen. Wir verfolgen also Vorgänge auf der Erde im Sinne einer Linie, die vom Mittelpunkt nach auswärts geht. Nun können Sie sich aber auch vorstellen, das sogenannte Sonneninnere sei so geartet, daß es seine Erscheinungen nicht vom Mittelpunkt nach außen stößt, sondern daß die Erscheinungen von der Korona über die Chromosphäre, Atmosphäre, Photosphäre, nun statt von innen nach außen, von außen nach innen verlaufen. Daß die Vorgänge also (Fig.2), wenn das die Photosphäre ist, das die Atmosphäre, das die Chromosphäre, hier die Korona, nach innen verlaufen, und sich gewissermaßen nach dem Mittelpunkt hin, nach dem sie tendieren, verlieren, so wie sich die Erscheinungen, die von der Erde ausgehen, in der Flächenausdehnung verlieren. Dann kommen Sie zu einem Vorstellungsbilde, das Ihnen gestattet, in einer gewissen Weise die empirischen Resultate zusammenzufassen. Wenn Sie also konkret sprechen, so werden Sie sagen: Wenn auf der Erde Ursachen dazu vorliegen, daß nach oben hin ein Kraterausbruch erfolgt, so würde der Ursachenzusammenhang auf der Sonne so liegen, daß von außen nach innen so etwas geschieht wie ein Kraterausbruch, so daß seine Natur die ganze Sache anders zusammenhält, weil das eine Mal alles in die Weite auseinanderläuft, das andere Mal ins Zentrum zusammenstrebt.

Sie sehen, es würde sich darum handeln, die Phänomene, die man hier verfolgt, erst zu durchdringen, zu verstehen, um sie dann dutch einander erklären zu können. Und erst wenn man in dieser Weise auf das Qualitative der Dinge eingeht, wenn man sich wirklich darauf einläßt, im umfassendsten Sinne eine Art qualitativer Mathematik zu finden, kommt man vorwärts. Davon werden wir morgen noch sprechen. Heute möchte ich nur noch erwähnen, daß es ja auch noch die Möglichkeit gibt gerade für die Mathematiker, aus dem Mathematischen heraus schon Übergänge zu finden zu einer qualitativen Betrachtung, zu einer qualitativen Mathematik. Und diese Möglichkeit ist sogar in unserem Zeitalter in ganz intensiver Weise vorhanden, indem man einfach versucht, die analytische Geometrie und ihre Ergebnisse im Zusammenhang zu betrachten mit synthetischer Geometrie, mit innerem Erleben der projektiven Geometrie. Das liefert einen Anfang zwar, aber einen sehr, sehr guten Anfang. Und derjenige, der mit solchen Dingen den Anfang gemacht hat, der also durchaus darauf eingegangen ist, einmal sich klarzumachen, wie es doch so ist, daß eine Linie nicht zwei unendlich ferne Punkte hat, den einen auf einer, den andern auf der andern Seite, sondern unter allen Umständen nur einen unendlich fernen Punkt hat, der findet dann auch realere Begriffe auf diesem Gebiet und von da aus eine qualitative Mathematik, durch die er nicht mehr das, was sich polarisch ausnimmt, bloß entgegengesetzt, sondern gleichgerichtet denkt. Es ist ja auch nicht qualitativ gleich gerichtet. Die Erscheinungen der Anode und Kathode sind nicht gleich gerichtet, sondern es liegt etwas anderes dahinter. Und der Weg, einmal dahinterzukommen, was da für ein Unterschied vorliegt, der liegt eben darin, daß man sich nicht gestattet, überhaupt eine reale Linie mit zwei Enden zu denken, sondern daß man sich klar wird darüber, daß eine reale Linie in ihrer Totalität nicht mit zwei Enden gedacht werden darf, sondern mit einem Ende, und das andere Ende geht einfach durch reale Verhältnisse über in eine Fortsetzung, die irgendwo liegen muß.
Beachten Sie nur die Tragweite einer solchen Auseinandersetzung. Sie führt tief hinein in manches Rätsel der Natur, das, wenn man ohne diese Vorbereitung an es herangeht, eben doch nur so aufgefaßt werden kann, daß niemals die Vorstellung die Erscheinung durchdringen wird.