84. Notizen

In der zweiten Hälfte des September hat Annie Besant eine Reihe von theosophischen Vorträgen in Deutschland gehalten. Es wurden von ihr die theosophischen Zweige der deutschen Sektion in Hamburg, Berlin, Weimar, München, Stuttgart, Köln besucht. Ein reicher Strom von Anregungen ist von der allverehrten Führerin auf die deutschen Mitglieder der theosophischen Bewegung ausgegangen. Annie Besant hat in den engeren Kreisen der theosophischen Zweige der genannten Orte und auch in allen genannten Städten in öffentlichen Vorträgen gesprochen. Der durchaus gute Besuch der letzteren zeigt, daß in unserer Zeit das Interesse für die theosophische Bewegung in rascher Steigerung begriffen ist. In Hamburg sprach Annie Besant über das Thema «Die Botschaft der Theosophie an die Menschheit», in Berlin, Weimar und Köln über «Die neue Psychologie», in München und Stuttgart über «Theosophie und Christentum». Annie Besants Art, die theosophischen Wahrheiten in das Licht des gegenwärtigen Geisteslebens zu rücken, muß überall den tiefsten Eindruck machen. Sie ist vorbildlich für alles geistige Wirken in unserer Zeit. - In den engeren Kreisen der Zweige in Hamburg, München, Stuttgart sprach die Rednerin über die Art, wie ein theosophischer Zweig wirkt, wie er seine geistige Kraft dem Kulturleben der Gegenwart mitteilt. In Berlin und Köln hielt Annie Besant in diesen engeren Kreisen den eindringlichen Vortrag «Der Mensch als Herr seiner Bestimmung». Es wird noch: Gelegenheit sich finden, auf die mannigfaltigen Anregungen in dieser Zeitschrift zurückzukommen, die von Annie Besants Besuch ausgegangen sind. Er hat alle deutschen Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft mit tiefstem Dankesgefühle für die große Führerin der theosophischen Bewegung erfüllt. — Dr. Rudolf Steiner begleitete Annie Besant auf ihrer Reise durch Deutschland und gab in allen Städten kurze Resümees der Reden in deutscher Sprache.

Bei dem von einzelnen für die Theosophie interessierten Privatpersonen veranstalteten Kongreß in Dresden hielt Dr. Rudolf Steiner am 26. September 1904 einen Vortrag über«Theosophie und moderne Wissenschaft». Er hatte sich zur Aufgabe gemacht, zu zeigen, wie die Naturwissenschaft der letzten Jahre überall eine Vertiefung der Fragen notwendig mache, die allmählich zur theosophischen Weltanschauung und Lebensauffassung hinführen müsse. Noch steht die Wissenschaft ablehnend der Theosophie gegenüber. Sie wird es in Kürze nicht mehr können, weil sie durch ihre eigenen Fortschritte zu ihr gedrängt wird.

Am 27. September hat im Beisein des Gencralsekretärs der deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft ein neubegründeter Zweig der Gesellschaft in Dresden seine erste Sitzung gehalten. Vorsitzender ist Herr Ahner, Schriftführer Herr Böhme.

German original of Notes · ← Previous · Next →