Rudolf Steiner's handwritten draft of the 1905 Annual Report
To the President-Founder, Theosophical Society
Dear Colonel Olcott: Mit brüderlichen und herzlichen Grüßen gestatte ich mir Ihnen den jährlichen Bericht der deutschen Sektion TS hiermit zu übersenden. Neue Zweige sind entstanden in Berlin (Besant-Zweig), Freiburg im Breisgau, zwei neue Zweige in Stuttgart (sodass wir in dieser Stadt jetzt 3 Zweige haben) und Karlsruhe. Ferner haben wir gearbeitet in St. Gallen (Schweiz), Zürich (Schweiz), Basel (Schweiz), Heidelberg, Frankfurt a. Main, Bonn, Jena und einer Anzahl anderer Städte. Wenn wir auch in diesen augenblicklich noch keine Zweige haben, so sind uns doch Anhänger geworden, und die Bildung mehrerer neuer Zweige steht bevor.
Die Gesamtzahl der Zweige in Deutschland und der Schweiz ist 18; ... neue Mitglieder sind während dieses Jahres eingetreten; gestorben sind ..., ausgetreten sind ..., sodass die Gesamtzahl der Mitglieder gegenwärtig ... ist.
Die Zeitschrift Luzifer - Gnosis, die in Berlin erscheint, und deren Herausgeber Dr. Rudolf Steiner ist, hat jetzt in ihrem dritten Jahrgang begonnen; sie sucht durch eine möglichst allseitige Behandlung der theosophischen Fragen das Interesse für unsere Bewegung zu heben. Ihr Einfluss ist augenscheinlich im Zunehmen begriffen. Der Vâhan kann von jetzt ab nicht mehr als eine unsere Gesellschaft vertretende Zeitschrift angesehen werden, da sein Herausgeber, Herr Richard Bresch, aus der TS ausgetreten ist.
In Kürze wird ein neues Buch Dr. Steiners «Einführung in die Geheimwissenschaft» erscheinen. Übersetzt ist in diesem Jahre geworden: «Der Pfad der Jüngerschaft» von Annie Besant durch Gräfin Scheler, ferner «Geschichte des Jahres» von M. Collins durch Stuttgarter Mitglieder der TS. Eine vom theosophischen Standpunkte geschriebene Schrift ist auch von Dr. Rudolf Steiner erschienen: «Schiller und unser Zeitalter». Ich habe mich auch in diesem Jahre durch Abhaltung von Vorträgen in vielen deutschen und schweizerischen Städten bemüht, für die Ausbreitung der theosophischen Bewegung zu sorgen.
Wir dürfen, trotz aller in Deutschland bestehenden Schwierigkeiten, aus den gewonnenen Ergebnissen und gemachten Erfahrungen auf eine gute Wirkung in der Zukunft hoffen.
Unsere Generalversammlung am 22. Oktober hat gezeigt, dass der theosophische Gedanke in unseren Mitgliedern sich tief eingewurzelt hat. Eine an Zahl verschwindend kleine Opposition gegen Maßnahmen der gegenwärtigen Führerschaft der TS wurde energisch zurückgewiesen.
Der bisherige General Sekretär, Dr. Rudolf Steiner, wurde auf weitere drei Jahre wiedergewählt. Als Sekretär wird ihm wie bisher zur Seite stehen Fräulein Marie von Sivers. In den Vorstand wurden außerdem gewählt: Herr Bernhard Hubo, ... Wir senden unsere wärmsten Grüße allen Brüdern in Indien und insbesondere unserem verehrten Präsidenten.
Dr. Rudolf Steiner.