Rudolf Steiner's handwritten draft of the 1912 Annual Report
An den Präsidenten der Theosophischen Gesellschaft. Der Unterzeichnete hat die Ehre, hiermit den JahresBericht der Theosophischen Gesellschaft in Deutschland zu übersenden.
Auch in diesem Jahre schritt unsere Arbeit in denjenigen Bahnen und in der gleichen Art weiter, wie dieses seit der Begründung der deutschen Sektion sich gezeigt hat. In den einzelnen Logen, zu welchen ... neue hinzugekommen sind, wurde so gearbeitet, dass Erkenntnis und Vertiefung und Veredlung des Lebens in dem gleichen Maße angestrebt wurden. Und deutlich bemerkbar ist, wie auch die öffentlichen Vorträge und das andere Wirken, das von unserer Gesellschaft ausgeht, ein immer weiteres Verständnis in breiteren Kreisen der Bevölkerung finden. Neue Logen sind begründet worden in ... . Die Gesamtzahl der Logen ist gegenwärtig ... und es bestehen außerdem ... Zentren. ... Mitglieder sind während des Jahres neu eingetreten; ... sind gestorben, ... sind dropped oder ausgetreten. Der reine Zuwachs beträgt ... . Die gegenwärtige Zahl der Mitglieder ist ....
Die Vortragsarbeit Dr. Rudolf Steiners verlief auch in diesem Jahre in derselben Art wie in den vorigen. Zyklen von Vorträgen durch ihn fanden statt in Hannover, Helsingfors, Norrköpping, Stockholm, Christiania, München und Basel. Einzelne Vorträge wurden in den meisten Logen der Sektion und auch außerhalb der Sektion gehalten. Dr. Carl Ungers Arbeit zum Aufbau einer philosophischen Begründung der theosophischen Arbeit schritt kräftig vorwärts. Auch er hat in der gleichen Art weitergearbeitet, in der er bisher sich bemüht hat. Herr Adolf Arenson, Fräulein Toni Völker sind von Stuttgart, dem Hauptfelde ihrer Arbeit, aus für unsere Arbeit hingebungsvoll tätig. Von München aus arbeiten Fräulein Stinde, Baronin von Gumppenberg, von Nürnberg aus Michael Bauer, von Leipzig aus Frau Wolfram, von Köln aus Frl. Scholl, von Hamburg aus Frau Wandrey. Alle diese unermüdlich tätigen Mitglieder bestreben sich, der Ausbreitung der theosophischen Erkenntnisse und des theosophischen Lebens in der intensivsten Art zu dienen. Es ist gegenwärtig die Zahl derjenigen, welche in die Reihe derjenigen eingetreten sind, die in Vorträgen wirksamen Menschheitsdienst und sonst auf die mannigfaltigste Art ihre Arbeit in den Dienst unserer Sache stellen, eine sehr große und kaum mehr möglich, das Einzelne in diesem Berichte auch nur zu nennen. Dr. Peipers Tätigkeit als Heiler und Vortragender in München, Frl. Stindes und der Gräfin Kalckreuth unermüdliche Wirksamkeit für die Verbreitung des Geisteslebens im Volke, die Tätigkeit in Wort und Tat durch Herrn Walther, Frau v. Reden, Herrn v. Rainer, Frau Reif-Busse und vielen andern hat nach mannigfaltigsten Richtungen gedient, unsere Gedanken zu vertiefen und in wirksamer Art dem seelischen und auch dem praktischen Leben einzupflanzen.
Die Fruchtbarkeit unserer Arbeit durch die Mysterien-Darstellungen in München erwies sich nicht nur durch die sich steigernde Besucherzahl auch bei diesen Veranstaltungen in diesem Jahre, sondern auch dadurch, dass wir außer der Wiederholung der vorher aufgeführten Mysterien: «Das heilige Drama» von Edouard Schurg, «Pforte der Einweihung» und «Prüfung der Seele» von Rudolf Steiner noch die vierte Aufführung solcher Art, den «Hüter der Schwelle» von Dr. Rudolf Steiner, bieten durften. Von den bei dieser Arbeit Mitwirkenden, die schon früher in diesen Berichten genannt worden sind, Frl. v. Sivers, Frl. Waller, Herrn Doser, Herrn Seiling, Dr. Peipers und vielen andern, von Baroness Eckhardtstein als künstlerische Ausgestalterin der szenischen Bilder, von unseren Malern Herrn Hass, Herrn Linde, Herrn Volkert als Gestalter des dekorativen Werkes, von der organisierenden Arbeit Frl. Stindes und der Gräfin Kalckreuth, von ihnen allen soll nur gesagt werden, dass mit der Vergrößerung der Arbeit, die sie zu leisten hatten, auch ihre Hingebung und ihr Opfermut sich vergrößert haben.
Im Ganzen darf gesagt werden, dass unsere Arbeit in den Bahnen weiterschreitet, welche durch die Tatsache vorgezeichnet ist, dass innerhalb unseres Arbeitsfeldes eine große Anzahl von Personen in Theosophie den innersten Impuls ihres Lebens gefunden haben.
Wir senden die besten Grüße dem Präsidenten und den Brüdern in Indien.
Dr. Rudolf Steiner
General Sekretär der Deutschen Sektion
der Theosophischen Gesellschaft.