Rundbrief an die Mitglieder der Esoterischen Schule

Vertraulich
Berlin, 17. Oktober 1906

Allen denen, welche an mich herangetreten sind, um ihre esoterische Schulung zu suchen, sei mit den besten Grüßen «im Geiste und in der Wahrheit» das Beifolgende mitgeteilt.

Diese Mitteilung enthält Dinge, deren Beobachtung sich jeder zur Pflicht machen soll, der eine esoterische Entwicklung anstrebt. Sie gehören nicht zu der eigentlichen Meditation, sondern sollen noch außer dieser gepflegt werden. Die Sache ist so aufzufassen, dass die esoterische Schulung nur dann berechtigt ist, wenn gleichzeitig diese Forderungen von dem Schüler an sich gestellt werden. Ein guter Erfolg kann nur in diesem Falle erzielt werden.

Gleichzeitig soll hier darauf hingewiesen werden, dass zur esoterischen Schulung Geduld notwendig ist. Es möge doch niemand glauben, dass sein Erfolg ein größerer wird, wenn er ungeduldig nach neuen Anweisungen sich sehnt oder solche verlangt. Jeder möge energisch bei den ihm einmal gegebenen Anweisungen bleiben; solche immer wieder und wieder wiederholen, bis er neue erhält. Niemand, der wirklich etwas braucht, wird zur rechten Zeit unberücksichtigt bleiben. Ob in dieser Geduld geübt wird oder nicht, davon hängt viel ab.

Von allem, was der Schüler an Unregelmäßigkeiten infolge der Übungen an seinem seelischen und leiblichen Befinden bemerkt oder zu bemerken glaubt, möge er mir sogleich berichten. Ebenso von allem, worüber er sonst Rat oder seelischen Beistand braucht.

Weitere notwendige Sendungen werden zur rechten Zeit folgen. Wenn alles richtig beobachtet wird, werden die Meister der Wahrheit den Weg des Schülers leiten.

In solchem Sinne
Dr. Rudolf Steiner
Berlin, Motzstraße 17

German original of Circular Letter To The Members Of The Esoteric School · ← Previous · Next →