Death and Immortality in the Light of Spiritual Science

GA 69d — 15 October 1913, Copenhagen

23. Die Rätsel des Lebens

[Anfang fehlt] Die Seele muss abgespaltet werden von dem Körper durch eine Art geistig-seelischer Chemie, wie Wasserstoff und Sauerstoff aus dem Wasser. So die Denkkraft, die aber nur schwer losgelöst werden kann vom physischen Leib, durch Konzentration auf Bilder. Ein ganz aufmerksamer Mensch wird der Mensch dann endlich, ohne einen Gegenstand für die Aufmerksamkeit. «Zwar ist es leicht, doch ist das Leichte schwer.» Dann lebt man in der Denkkraft, in dem, was die unbestimmten Züge bildet, aber des Menschen Leiblichkeit schafft. Was man dann erlebt, ist, dass man vor sich selber kommt. In der Tätigkeit, die das Gehirn bildet, lebt der Geistesforscher, obgleich zum Denken das Gehirn notwendig ist. Man fühlt sich, wie wenn man in Strömungen das Gehirn umkreiste, außerhalb des Gehirns, man schleicht um sein Gehirn herum. Man träumt diese Dinge, phantasiert sie, oder aber sie sind wahr. Dann lernt der Mensch ein Gefühl kennen, als habe er Furcht. Dann ist man neben dem Gehirn. Erst empfindet man da Scheu, weil man kennen lernt, was da arbeitet zwischen Geburt und Tod. Da schaut man den Zerstörungsprozess des gewöhnlichen Denkens, dann fühlt man das Gehirn wie eine Last. Aber man lässt es nicht zu dem gewöhnlichen Zerstörungsprozess kommen. Künstlich erreicht man da dasselbe wie im Schlaf. Dann macht man die Erfahrung eines innerlichen Widerstandes der Organe, von Blut, Atmung, Drüsentätigkeit. Das wird erreicht durch gefühlsmäßige Konzentration. Das Gefühl, wenn das Herz warm wird, froh, wie auf Bergen, in Feldern. Dann umkreisen wir den Leib, sind außerhalb des Leibes. Dann blickt man auf seinen Leib von außen. Es ist ein erschütternder Moment, wie ein Blitz, das Loslösen von der Leiblichkeit, wie der Tod. Dann weiß man, was der göttlich-geistige Wesenskern ist. Dann drittens löst man auch den Willen los von der äußeren Betätigung, nämlich auf dem Gebiet des Sprechens. Es ist ein innerliches Erleben der Sprachtätigkeit, der sprachbildenden Fähigkeit. Dann schaut man zurück in frühere Erdenleben. Das heißt die Sprachtätigkeit ergreifen, ohne zum äußeren Sprechen zu kommen. So kommt man dazu, zu erkennen, man schmiedet sich den Schmerz, damit die Seele vorwärts kommt durch Überwindung des Schmerzes. Die Schicksalsfrage wird zur Vervollkommnungsfrage.

Erstens blickt man also hinter den Schleier des Todes, um etwas zu erfahren über den Sinn des Lebens, zweitens schaut man hinter das Schicksal. Wie ist das Geistig-Seelische zu finden? Wie kommen wir zu einer Betrachtung des Geistig-Seelischen? Die Pflanze klärt uns [über] ihr Wesen nicht auf, wenn wir sie ansehen. Aber wenn wir sie wachsen sehen, wird es anders. Der Keim ist Ende des Wachstums und Anfang einer neuen Pflanze. Ende und Anfang sind im Keim zusammengebracht. Geisteswissenschaft bringen wir dem Tod entgegen; wie den Keim muss man dieses Ende und den Anfang zusammenbringen, wenn der Mensch durch die Geburt ins Leben tritt. Die Geistesforschung bringt das Ende des Lebens mit dem Anfang zusammen. Wenn der Mensch alt wird, die Haare grau werden, wenn er Runzeln bekommt und so weiter, ist es wie das Leben, das sich zusammendrängt in den Keim, aber jetzt unsichtbar, in den geistig-seelischen Wesenskern. Der geht durch die Pforte des Todes und fügt sich bei der Geburt wieder ein einem neuen Leib. Das Leben, das wir jetzt erleben, ist der Anfangspunkt für ein folgendes Leben und Folge eines vorhergegangenen.

Wie kann man anschauen, was so von der Geburt zum Tode geht? Wir können auch nicht erzählen von unserer Jugend durch irgendeine Spekulation oder Hypothese; sondern indem man sich hineinversetzt. Dazu muss man die Kräfte der Seele heraufholen. Man kann das Bewusstsein über Geburt und Tod heraufholen. Es gehören dazu geistig-seelische Experimente und Versuche, die der Mensch machen kann mit der Menschenseele selber. Jeder Mensch hat die Fähigkeit dazu schon in der Seele, aber sie muss gesteigert werden. [Schluss fehlt]

German original of The Mysteries of Life · ← Previous · Next →