Elfter Vortrag
Und wie ist das Bild unserer Zeit? Viel geistige Kraft wird da angewendet, um unsere Naturwissenschaft mit ihren technischen Anwendungen hervorzubringen. Aber wie groß ist denn der Unterschied, ob Sie sich mit primitiven Mitteln, oder unter Zuhilfenahme von Telephon, Maschinen und so weiter die Nahrungsmittel von Amerika herüberschaffen, die doch nur dazu dienen, um dasselbe Bedürfnis zu befriedigen, welches auch das Tier hier befriedigt? Versuchen Sie einmal zu prüfen, wieviel von dem Geschaffenen dem Geistesleben dient, und wieviel Geisteskraft gebraucht wird für das materielle Leben. Welch ungeheure Geisteskraft muß die Menschheit heute entwickeln, um materielle Bedürfnisse zu befriedigen! Es ist kein großer Unterschied, wenn das Tier hingeht und Graß frißt, oder wenn man sich durch allerlei Mittel die Nahrungsmittel von Amerika und Australien herübeschafft. Aber das ist keine abfällige Kritik, das muß so sein. So untertauchen mußte der Mensch in diese Welt. Der Inder sah die Welt noch als Illusion an; der heutige Mensch sieht diese Welt als die einzige Wirklichkeit an. Wir sind am tiefsten heruntergestiegen und haben dadurch die größten Fortschritte gemacht auf dem physischen Plan. Aber dieser Herunterstieg darf auch im geistigen Sinne kein vergeblicher sein!
Cite:
GA 100/1907-06-26/p026 · edition original