Gruppen-Ich und Individual-Ich
Was ich Ihnen jetzt als eine Tatsache über das Verhältnis der höheren Welten zu den niederen Welten ausgesprochen habe, versuchte man symbolisch zum Ausdruck zu bringen in der Evolutionslehre in einem Wortspiel. Als die Menschen in ihr Dasein auf der Erde eintraten, traten sie aus einem geistigen Zustand in einen sinnlichen Zustand ein - durch Eva. In Eva sah man jenen Zustand, wo die geistige Menschheit physisch wurde, und daher auch sündhaft. Wenn die Menschheit nun wiederum hinaufgeführt werden soll zum Geistigen, und wenn der Gegensatz ausgedrückt werden soll zu dem Weibe, das das Sterbliche in die Welt gebracht hat, dann muß dasjenige, was das Unsterbliche wieder hineinbringen soll in die Menschheit, umgekehrt ausgedrückt werden; der Name muß umgekehrt werden. Daher redet der Engel Gottes die Maria an mit den Worten «Ave, Maria!» - Aus Eva wird Ave; diese Umkehrung hat symbolischen Charakter. Was auch eine mehr oder weniger verkehrte Philologie dagegen sagt, darauf kommt es nicht an. Es kommt darauf an zu zeigen, wie im Okkultismus das Symbolische in der Wortfügung zu wirken vermag. Man suchte mit dieser Wortfügung zu bewirken, daß der Mensch, indem er die Worte ausspricht, sich der okkulten Tatsache bewußt wird, daß die physische und die geistige Welt in ihren Strömungen umgekehrte Richtungen haben.
Cite:
GA 101/1907-12-27/p030 · edition original