Vierter Vortrag
In der Bibel erlebt der Mensch die Götterkraft, die ihm zufließt, als das «Manna». Nehmen wir jetzt die volle Charakteristik des Zeitraumes: Es offenbart sich Jehova auf Sinai im brennenden Dornbusch. «Da sprach Jahve zu Moses: «Ich bin der Ich-bin.» Und er sprach: «So sollst du den Söhnen Israels sprechen: Der Ich-bin hat mich zu euch gesandt.»» (Vgl. 2. Mose 3, 14) Damit wurde den Menschen gesagt: Der Ich-bin hat mich zu euch gesandt! Jahve ist der Name des unaussprechlichen Gottes. Niemals kann der Name «Ich» zum Menschen von außen erklingen; das ist der intime Gottesname, den der Mensch nur geheiligt empfangen durfte in der Brust. Der wurde geschrieben auf den Altar der Stiftshütte. Daher heißt es: «Wer überwindet, dem will ich geben vom verborgenen Manna, und will ihm einen weißen Stein geben und darauf einen neuen Namen geschrieben...»(Vgl. Apk. 2, 17) Diejenigen, die das Ich empfingen, lernten durch innere Geisteskraft den Namen mit dem verborgenen Manna erkennen. Dadurch, daß sich der Christus im menschlichen Leibe auf der Erde enthüllte, dadurch sollten die Menschen lernen, nicht wie die Asketen das physische Dasein zu verachten; sie sollten lernen, daß diese Erde ihnen etwas zu geben hat. Daher soll man nicht auslöschen den Durst nach Dasein, nur läutern soll man seine Begierden. Der Westen sollte sich sagen: «Hier wird gearbeitet; hier werden die Hände gerührt und das, was man sich hier erarbeitet, das nimmt man mit durch die Pforte des Todes.» Nicht Wunder wollen wir erzählen, sondern durch Legenden uns einmal klarmachen, was der Menschheit als Weisheitslehre gegeben worden ist.
Cite:
GA 104a/1909-05-13/p021 · edition original