Elfter Vortrag
Wir sehen, wie in den Menschen die Krankheit verpflanzt wird. Krankheit hängt zusammen mit den Ursachen, die hier angedeutet worden sind. Und da der physische und der ätherische Leib mit den Vererbungstatsachen zusammenhängen, so geht durch die Vererbungslinie das Prinzip der Krankheit. Es soll hier noch einmal betont werden, daß wir unterscheiden müssen von dem, was innere Krankheiten sind, dasjenige, was äußere Verletzungen sind. Wenn sich ein Mensch überfahren läßt, so hat das damit nichts zu tun. Auch gewisse innere Krankheiten können mit äußerlichen Ursachen zusammenhängen. Wenn der Mensch irgend etwas ißt, das den Magen verstimmt, so ist das natürlich auch etwas Äußerliches. Bevor im Laufe der Entwickelung jene Wesen Einfluß gewannen auf den Menschen, war er so organisiert, daß er in viel stärkerem Maße als heute reagierte auf das Schlechte, was auf ihn von außen einwirkte. In demselben Maße aber, als sie an Einfluß gewannen, verlor er das, was er an Instinkten besaß für das Nichtrichtige. Es war der Mensch vorher in seiner ganzen Organisation noch so, daß er feine Instinkte hatte für dasjenige, was für ihn nicht richtig war, so daß, wenn irgend etwas in den Magen hinein wollte, was heute darinnenbleibt und dann Unheil anrichtet, daß dem einfach durch die Instinkte der Eintritt verweigert wurde. Rückblickend kommen wir immer mehr in Zeiten, in denen der Mensch in einem feinen Zusammenhange stand mit Kräften seiner Umgebung, und wo der Mensch in feiner Weise reagierte auf die Kräfte seiner Umgebung. Aber immer unsicherer und unfähiger wurde der Mensch, das zurückzuweisen, was ihm nicht dienlich ist.
Cite:
GA 106/1908-09-13/p021 · edition original