Sechster Vortrag

GA 113/1909-08-28_02/p006 ·1909-08-28 · original (original)
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Aber es wußte diese alte indische Seele zu gleicher Zeit, daß dieselbe Wesenheit, die sich draußen ausbreitet, und die sie als «Tat» bezeichnete, auffindbar ist, wenn man in das eigene Innere hineinschaut, daß sie nur das eine Mal von außen, das andere Mal durch das Innere erscheint. Steige ich also in meine Seele hinunter, so finde ich dieselbe ursprungsgeistige Wesenheit, die ich draußen als «Tat» bezeichne. Dann aber stelle ich mich zu dem, was da drinnen in mir lebt als mein Urgrund, der verschleiert wird durch das physische Seelenleben, in richtige Beziehung, wenn ich das Urteil jetzt anders ausspreche, wenn ich sage statt: Das bist du selbst — Ich bin Brahman, Ich bin das All [Aham brahma asmi]. — Und die beiden Urteile: Das Es bin Ich und Ich bin das All, sagten im Grunde genommen, wenn man. sie zusammenstellte: Schaue ich hinaus in die Welt des «Tat», so finde ich eine geistige Welt; tauche ich unter in mein eigenes Seelenerlebnis, so finde ich eine geistige Welt; und die beiden sind eins. - Das war die Grundempfindung in der ersten Epoche der nachatlantischen Geisteskultur. Ganz einheitlich empfand man die beiden Geisteswelten.

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