V. Höhere Welten und Ihr Zusammenhang mit der Unsrigen

GA 118/1910-04-12/p017 ·1910-04-12 · original (original)
Record: listeners' notes. This text is a newspaper's or a listener's report of the lecture, not a transcript. The wording is the reporter's: do not quote it as Steiner's own words. Evidence: «Notizen aus dem Vortrag». The unit's own header line in the edition served.

Die alten Initiationsformen bedingten ein Hinabsteigen des Menschen in sein eigenes Innere, was eine Verstärkung aller egoistischen Kräfte zur Folge hatte und eine wahre Versuchung für den Schüler war. Alles, was er an noch lebendigen und an schon überwundenen Trieben in sich hatte, wurde hierbei heraufgeholt. Wenn wir zum Beispiel gleich nach dem Aufwachen unsere Sinne allen sich herandrängenden äußeren Eindrücken gegenüber ausschalten und uns in uns versenken, so würde sich in diesem Augenblicke das- wirkliche Innere unserem Blicke nicht zeigen, blieben wir jedoch bewußt, so würde sich unser Selbstgefühl in maßlosen Egoismus steigern. Bei der Ekstase wiederum, wie wir gesehen haben, wenn der Mensch sich bewußt in den Makrokosmos auflöst, wird sein Ich immer schwächer und der Schüler hat den Beistand eines Guru nötig, damit er nicht in völlige Ohnmacht fällt.

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