Achter Vortrag
Wenn der Mensch das wahrnahm, womit er sich in seinem Ätherleibe verbindet, dann können wir etwa sagen: Das erste Wort, Gedulah, wirkte etwa so, daß man eine Vorstellung bekam von alledem, was im geistigen Reiche, in der geistigen Welt majestätisch, groß erscheint, was den Eindruck des Überwältigenden macht. Dagegen hatte das, was mit Geburah zu bezeichnen ist, obwohl es mit dem ersten Worte verwandt ist, eine ganz andere Nuance der Größe, es hatte die Nuance der durch die Wirkung wieder herabgeminderten Größe. Es ist Geburah die Nuance der Größe, der Kraft, die sich schon nach außen kundgibt, um sich zu wehren, um sich als selbständige Wesenheit nach außen kundzugeben. Während also mit dem Ausdruck Gedulah verbunden ist das Wirken durch die innere Gediegenheit, durch die innere Wesenheit, ist mit dem Ausdruck Geburah ein solches Wirken verbunden, von dem man sagen kann, daß es aggressiv ist, sich nach außen hin durch aggressives Vorgehen kundgibt. Das nun Insich-Ruhen der Größe, der Innerlichkeit, die sich zwar nach außen kundgibt, aber nicht durch aggressives Wesen, sondern dadurch, daß es in sich zum Ausdruck bringt die geistige Größe, das wurde mit Tiphereth bezeichnet, das wir nur wiedergeben könnten, wenn wir kombinierten unsere beiden Begriffe von Güte und Schönheit. Ein Wesen, das seine Innerlichkeit so zum Ausdruck bringt, daß sich seine Innerlichkeit in der äußeren Form ausprägt, das erscheint uns als schön. Und ein Wesen, das seine eigene innere Gediegenheit nach außen zum Ausdruck bringt, erscheint uns als gut. Aber diese beiden Begriffe gehören für die althebräische Geheimlehre zusammen in Tiphereth. Also die Wesenheiten, die sich durch diese drei Eigenschaften kundgeben, waren es, zu denen man eine Beziehung erlangte beim Hinuntersteigen in den Ätherleib.
Cite:
GA 123/1910-09-08/p021 · edition original