Elfter Vortrag
Und die nachfolgende Passahgeschichte ist dann nichts anderes als das jetzt real-lebendige Einfließen dessen, was zuerst einfließen sollte in die Jünger als eine Lehre und dann magisch einfließen soll in die Menschheit durch die Kräfte, die vom Mysterium von Golgatha ausgegangen sind. So müssen wir den weiteren Fortgang des Matthäus-Evangeliums begreifen. Wir werden dann auch begreifen, wie der Schreiber des Matthäus-Evangeliums sich immer bewußt geblieben ist, daß er sozusagen aufmerksam zu machen hat auf den Kontrast zwischen der lebendigen Lehre, die aus den kosmischen Höhen gehört worden ist, und die für die Jünger gilt, und demjenigen, was den Außenstehenden entgegentreten kann, die nicht empfänglich sind für die Kräfte des Christus Jesus selber. Deshalb treten uns jene Ausführungen entgegen in den Gesprächen mit den Schriftgelehrten und Pharisäern, die wir morgen betrachten wollen. Heute aber wollen wir noch darauf aufmerksam machen, daß der Christus Jesus, nachdem er seine Jünger so weit geführt hat, als es ging, und sie hat teilnehmen lassen an den Stätten, wohin der zu Initiierende geführt wird, er ihnen auch noch in Aussicht gestellt hat, daß, wenn sie diesen Weg gehen, sie selber erleben werden das Hineinwachsen in die geistige Welt des Makrokosmos. Er sagt ihnen, daß sie selber die Veranlagung zur Initiation haben, daß sie ihnen bevorsteht, und daß sie sich hinausleben werden in die makrokosmische Welt, wo sie die wahre Natur des Christus immer mehr und mehr werden erkennen können als desjenigen Wesens, das alle geistigen Räume erfüllt, und das sein Abbild gehabt hat in dem Jesus von Nazareth. Daß sie zu dieser Initiation heranreifen, daß sie Menschheitsinitiierte werden, das mußte der Christus seinen Schülern sagen. Er konnte sie noch darauf aufmerksam machen, daß man zur selbständigen Initiation nur heranwachsen kann, indem man in Geduld und Ausdauer das Innere reifen läßt.
Cite:
GA 123/1910-09-11_02/p035 · edition original