Vierter Vortrag
Es ist vorangegangen der Zeit, in der wir leben, diese andere Zeit, in der die Menschen noch bis zu einem gewissen Grade in der nachatlantischen Kultur ein natürliches Hellsehen gehabt haben, durch das sie hineinblicken konnten in die geistige Welt. Da strömten in gewissen abnormen Zuständen der Seele die Geheimnisse der geistigen Welt herunter; da sahen die Menschen hinauf in die Hierarchien. Natürlich am meisten und am längsten sahen sie zu derjenigen Hierarchie, die dem Menschen am allernächsten steht, zu der Hierarchie der Engel. Als unmittelbar über dem Menschen stehende Wesenheiten sahen sie die Engel. Von sich selbst nahm der Mensch in diesen Zeiten alten Hellsehens noch nicht wahr, daß er in sich selber etwas hatte, was ihn hinaufführen sollte in die geistige Welt. Er mußte es ansehen als eine ihm von äußeren Mächten erwiesene Gnade, als ein Hereinschicken der geistigen Mächte in die Seele. Daher konnten die Propheten in der folgenden Art hinweisen auf die Zukunft: Es wird die Zeit kommen, da wird der Mensch sein Ich fühlen; da wird er wissen, daß es das selbstbewußte Ich ist, woraus die Geheimnisse der geistigen Welten heraussprießen sollen. Alles muß in der Zeit kommen. Aber die Zeit wird kommen, wo der Mensch sagen kann: Wenn ich mein Ich in mir habe, so dringe ich aus der Kraft des Ich heraus hinauf in die Geheimnisse der geistigen Welt.
Cite:
GA 124/1910-12-06_02/p017 · edition original