Three Lectures on the Mystery Dramas

GA 127/1911-12-19/p012 ·1911-12-19 · original (original)

Aber gerade unsere Zeit — diese in vieler Beziehung so merkwürdige Übergangszeit — zeigt uns so recht, wie der Mensch doch sich nicht viel hinausfühlt über die Stimmung des armen Burschen, auch wenn er Dichtung und Kunst in die gegenwärtige Welt der Sinne hereinstellen kann, wie sie ihm gegeben ist. Denn in unserer Zeit strebten die Menschen aus einem gewissen Unglauben an die höhere Kunst und an die höhere Dichtung hin zum Naturalismus, zu einer rein äußerlich gehaltenen Wiedergabe der äußeren Wirklichkeit. Und wer möchte leugnen, daß unsere Zeit etwas von jener Stimmung hat, die, wenn im Glanze der Kunst und der Dichtung die Wirklichkeit dargestellt wird, doch immer wieder seufzt: Ach, das alles sind doch Scheingebilde, das alles ist doch keine Wahrheit. — Wieviel hat nicht unsere Zeit von einer solchen Stimmung? So daß in der Tat der König im Menschen, der urständet aus der geistigen, aus der spirituellen Welt heraus, gar sehr der Überredung bedarf durch die kluge Katze, durch den Verstand, der dem heutigen Menschen gegeben ist, um einzusehen, wie dasjenige, was der Phantasie erwächst und erwacht in der Kunst, doch in einer gewissen Weise wahrer Menschenbesitz ist. Überredet wird der Mensch, der König im Menschen zunächst. Aber das taugt doch eigentlich nicht viel, taugt nur für eine gewisse Weile. Es kommt dann an den Menschen in einer Zeit — wir leben jetzt gerade am Ausgangspunkte dieser Zeit — die Notwendigkeit heran, wieder den Zugang zu finden zu der höheren, geistigen, zu der eigentlichen spirituellen Welt. Es kommt an den Menschen heran, und überall ist heute zu fühlen, wie an den Menschen dieser Drang herankommt, wieder aufzusteigen in die Sphären der geistigen Welt.

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