Weihnachten - ein Inspirationsfest

GA 127/1911-12-21/p008 ·1911-12-21 · original (original)
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Aber wie das alte Hellsehen überhaupt, so schwand auch für die Menschheit jenes eigentümliche Aufflammen höchster hellseherischer Kräfte, höchsten Weihnachtslichtes der Menschheit dahin, wie es bei den Gnostikern vorhanden war. Und im 4. Jahrhundert war das abendländische Christentum längst nicht mehr imstande, diesen großen Gedanken zu verstehen. Daher hatte im 4. Jahrhundert das eigentliche Erscheinungsfest des Christus in dem Jesus den Sinn für die abendländische christliche Kultur verloren. Man hatte vergessen, was eigentlich dieses Erscheinungsfest, der 6. Januar, bedeutet. Man mußte für eine Zeitlang, ja bis in unsere Gegenwart herein, unter mancherlei materialistischem Verstandesschutt die Empfindung gegenüber der Christus-Gestalt in der Menschheitsentwickelung begraben. Und konnte man nicht begreifen, daß ein gegenüber der Menschheit Höchstes sich offenbart hat in der Johannestaufe im Jordan, so konnte man doch, weil das dem materialistischen Bewußtsein nicht widersprach, noch begreifen, daß jene Leibesorganisation, welche dazu ausersehen war, den Christus aufzunehmen, etwas Bedeutsames war. Daher rückte man die Geistgeburt, die eigentlich in der Johannestaufe im Jordan zutage trat, zurück zu der Kindesgeburt des Jesus von Nazareth und setzte das Jesu-Geburtsfest an die Stelle des Erscheinungsfestes.

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