Jeshu Ben Pandira Der Vorbereiter Für Ein Verständnis Des Christus-Impulses. Karma Als Lebensinhalt

GA 130/1911-11-04/p012 ·1911-11-04 · original (original)
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Wenn wir uns mit einem lebhaft bewegten Gemüt zu Bett legen, wenn wir wissen, wir haben etwas auf unsere Seele geladen, oder wenn wir eine besondere Freude im Gemüt haben, die sich noch nicht ausgelebt hat, so werden wir uns sehr oft auf unserem Lager wälzen und nicht einschlafen können. Während uns also die Vorstellungen, welche nicht von Gemütsbewegungen begleitet sind, ermüden, sodass wir leicht einschlafen, hindert uns gerade dasjenige, was unser Gemüt recht kräftig bewegt, am Einschlafen. Es ist nicht möglich, die Trennung herbeizuführen, welche nötig ist, wenn wir in den Zustand des Schlafes kommen wollen. Daraus können wir schon sehen, dass sich das Leben unserer Gemütsbewegungen anders verhält zu unserem ganzen Dasein als das Leben unserer Vorstellungen. Wenn wir so recht den Unterschied machen wollen, so müssen wir allerdings noch auf etwas anderes Rücksicht nehmen, nämlich auf unsere Träume. Zunächst könnte ja der Mensch glauben, wenn das bunte Leben der Träume auf uns wirkt, dass dies Vorstellungen sind, die in den Schlaf hinein ihr Dasein fortsetzen. Wenn man aber ganz genau prüft, so wird man bemerken, dass sich unser Vorstellungsleben nicht in unseren Träumen fortsetzt. Das, was geeignet ist, unsere Seele zu ermüden, setzt sich nicht in den Träumen fort. Es geschieht dies nur, wenn unsere Vorstellungen mit heftigen Gemütsbewegungen verknüpft sind. Die Gemütsbewegungen sind es, die in dem Traumbilde auftreten. Um das zu erkennen, muss man allerdings die Dinge genau prüfen. Ein Beispiel: Jemand träumt, er sei wieder jung und erlebe dies oder jenes. Gleich darauf verwandelt sich der Traum, und es geschieht etwas, was er allerdings gar nicht erlebt zu haben braucht. Es zeigt sich irgendein Ereignis, das seiner Erinnerung fremd ist, weil er es auf dem physischen Plane nicht erlebte. Aber es treten bekannte Personen auf. Wie oft kommt es vor, dass man sich im Traume in Handlungen verstrickt sieht, bei denen man mit Freunden oder Bekannten zusammen ist, die man lange nicht gesehen hat. Wenn man aber genau prüft, wird man sich sagen müssen, dass in dem, was im Traum auftaucht, Gemütsbewegungen im Hintergrund sind. Vielleicht hängen wir noch an dem damaligen Freund, sind noch nicht ganz. von ihm losgelöst. Es muss noch irgendeine Gemütsbewegung, die mit ihm zusammenhängt, vorhanden sein. Es tritt nichts im Traume auf, was nicht mit Gemütsbewegungen zusammenhängt. Demnach muss man hier einen bestimmten Schluss ziehen, nämlich den: Wenn die Vorstellungen, die uns unser waches Tagesbewusstsein übermittelt, im Traume nicht auftreten, so ist das ein Beweis dafür, dass sie nicht mit hineingehen in den Schlaf. Wenn Gemütsbewegungen uns am Schlaf verhindern, so bezeugt das, dass sie uns nicht loslassen, dass sie da sein müssen, um in den Traumgebilden auftreten zu können. Die Gemütsbewegungen sind cs, die herbeiziehen die Bilder des Träumens. Es liegt daran, dass die Gemütsbewegungen viel inniger mit dem eigentlichen Wesen des Menschen zusammenhängen als das Vorstellungsleben. Die Gemütsbewegungen tragen wir auch in den Schlaf hinein. Sie sind also ein Seelenglied, das auch während des Schlafes mit uns verbunden bleibt. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Vorstellungen sind die Gemütsbewegungen etwas, was mit uns in den Schlaf hineingeht, was also viel enger, viel intensiver mit der menschlichen Individualität zusammenhängt als das gewöhnliche Denken, das nicht mit Gemütsbewegungen durchsetzt ist.

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Cite: GA 130/1911-11-04/p012 · edition original