Siebenter Vortrag

GA 131/1911-10-11/p026 ·1911-10-11 · original (original)
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Jetzt können wir auch im Grunde genommen den Buddhismus sehr gut verstehen. Denken wir uns einmal ein halbes Jahrtausend vor den Ereignissen von Palästina einen Menschen die Wahrheit aussprechen — nur vermöge seiner Entwickelungsrichtung nicht achtend auf das Ereignis von Golgatha: Alles was den Menschen als physischer Leib umschließt, was ihn zu einem Wesen in fleischlicher Inkarnation macht, das muß als wertlos angesehen werden; das ist im Grunde genommen etwas Letztes, was abgestreift werden muß. — Bis dahin war es allerdings so, daß die Menschheit einer solchen Weltanschauung hätte zusteuern müssen, wenn nichts anderes gekommen wäre. Aber es trat eben das Ereignis von Golgatha ein und bewirkte eine vollständige Wiederaufrichtung der verlorenen Entwickelungsprinzipien des Menschen. Indem der Mensch das aufnimmt, was wir gestern schon mit dem Namen «unverweslicher Leib» belegten, und was wir uns heute genauer vor die Seele gestellt haben, indem er sich diesen unverweslichen Leib einverleibt, wird er immer mehr dazu kommen, sein Ichbewußtsein heller und heller zu machen, wird er immer mehr das in seiner Natur erkennen, was sich von Inkarnation zu Inkarnation hindurchzieht.

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Cite: GA 131/1911-10-11/p026 · edition original