Erster Vortrag
Nun möchte ich ein anderes Bild hinstellen vor unsere Seelen, ein Bild, von dem ich nicht sagen will, daß es weniger erhaben sei als dieses Bild der Bhagavad Gita, das aber unendlich viel näher steht demjenigen, was westländische Kultur ist. Da gibt es ein erhabenes Bild, ein schönes, poetisches Bild, von dem der Westländer sogar weiß, und das für ihn viel bedeutet. Was meine ich damit eigentlich? Ein Bild habe ich hingestellt: die Erscheinung des Krishna vor dem Arjuna. Fragen wir nun: Wieviel in der westländischen Entwickelung stehende Menschen glauben an die Wirklichkeit dieses Bildes, glauben, daß einmal dieser Krishna vor Arjuna erschien und so gesprochen hat? Fragen wir einmal, wieviel westländische Seelen an die Wirklichkeit dieses Bildes glauben. — Allerdings stehen wir am Ausgangspunkte einer Weltanschauung, die es dahin bringen wird, daß das nicht nur ein Glaube, sondern ein Wissen sein wird. Aber wir stehen eben am Ausgangspunkte dieser Weltanschauung, am Ausgangspunkte der anthroposophischen Weltanschauung. Das andere Bild steht uns viel näher. Es liegt wirklich in ihm etwas, für das die westländische Kultur einen Sinn hat.
Cite:
GA 146/1913-05-28/p013 · edition original