Siebenter Vortrag

GA 146/1913-06-03/p006 ·1913-06-03 · original (original)
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Nehmen wir an, wir hätten hier den Rezipienten einer Luftpumpe, eine Glasglocke, aus der wir die Luft herauspumpen, und nehmen wir an, es würde uns gelingen, diese umgestürzte Glasglocke wirklich luftleer zu machen. Das ist ja angehend möglich für die äußere Erfahrung. Da wird nun jeder sagen, der mit seinem Verstande an der sinnlichen Welt kleben will: Da drinnen ist also keine Luft, da ist ein luftleerer Raum. Mehr kann man ja nicht machen, weniger als keine Luft kann da nicht drinnen sein. —- Wahr ist das doch nicht. Denken wir uns einmal, wir pumpten, das heißt wir machten die Luft immer dünner da drinnen. Dann können wir uns vorstellen, daß das so weit gehen könnte, daß wir gewissermaßen am Nullpunkt angelangt wären, daß wir nun aber weiter pumpten, und nun unter Null gehen könnten: dann würden wir einen Raum bekommen, der weniger als luftleer wäre. Die Menschen, die sehr am Materiellen hängen, werden sich das schwer vorstellen können, denn die Menschen können sich gewöhnlich nicht «weniger als nichts» vorstellen.

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