Zweiter Vortrag

GA 147/1913-08-25/p010 ·1913-08-25 · original (original)
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Aber nun kann wiederum Luzifer dieses sein Gebiet überschreiten. Darauf beruht immer das Auflehnen gegen die Weltenordnung, daß diese Wesenheiten ihr Gebiet überschreiten. Er überschreitet es und hat fortwährend die Tendenz, es zu überschreiten, indem er verseucht das Seelisch-Fühlende. Während es Ahriman mehr mit dem Denken zu tun hat, hat es Luzifer mehr mit dem Fühlen, mit dem Affekt-, Leidenschafts-, Trieb-, Begierdeleben zu tun. Alles das, was seelisch fühlsam ist in der physisch-sinnlichen Welt, ist das, worüber Luzifer Herr ist. Und er hat die Tendenz, dieses Seelisch-Fühlsame herauszulösen, herauszuschälen aus der physisch-sinnlichen Welt, es zu vergeistigen, und auf einer besonderen, man möchte sagen, isolierten Insel des geistigen Daseins ein luziferisches Reich sich einzurichten mit all dem, was er erhaschen, erbeuten kann an Seelisch-Fühlsamem in der Sinneswelt. Während Ahriman das Denken zurückhalten will in der physisch-sinnlichen Welt und es als Schatten und Schemen hereinschaflt in die Sinneswelt, so daß es für das elementarische Hellsehen als herumhuschende Schatten sichtbar ist, macht Luzifer das andere: er nimmt das Seelisch-Fühlsame in der physisch-sinnlichen Welt, reißt es heraus und steckt es in ein besonderes luziferisches Reich, das er im Gegensatz zur allgemeinen Weltenordnung einrichtet wie ein isoliertes Reich, das seiner eigenen Natur ähnlich ist.

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Cite: GA 147/1913-08-25/p010 · edition original