Sechster Vortrag

GA 147/1913-08-29/p005 ·1913-08-29 · original (original)
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Man wird sich allerdings bekanntmachen müssen damit, welch ein ungeheures Talent, welch eine Genialität in der Gegenwartskultur für Flachheit da ist gegenüber dem, was sich als Geistiges in der Welt zum Ausdruck bringt. Und so muß man denn schon sich in der physischen Welt die Begriffe aneignen für das, was aus der geistigen Welt hereinleuchtet und hineinstrahlt in die physisch-sinnliche Welt. Deshalb sei noch an einem Gebiet gezeigt, wie das luziferische und ahrimanische Element innerhalb der physischen Welt spielen. Das sei zunächst auf künstlerischem Gebiete besprochen. Dabei bleibt durchaus bestehen, daß das richtig ist, was schon immer hervorgehoben wurde, daß in alle künstlerische Entwickelung der Menschheit der luziferische Impuls hineinspielt, und daß in hohem Maße das luziferische Element, wie ich es dargetan habe, in der künstlerischen Entwickelung der Menschheit vorhanden ist. Aber dazu kommt etwas anderes. Wenn man die Künste betrachtet, wie sie uns in der physischen Welt entgegentreten, hat man zunächst im wesentlichen fünf solche Künste: die Baukunst oder Architektur, die Plastik, die Malerei, die Musik und die Poesie. Es gibt Künste, welche die verschiedenen Elemente, die in den angeführten Künsten sind, vermischen oder miteinander verbinden, sagen wir die Tanzkunst, die mancherlei verbindet. Wenn man sie recht versteht, versteht man sie aus dem, was Grundbedingung ist in den verschiedenen Künsten; die können natürlich durchaus wieder verbunden werden. Von den fünf Künsten ist das Architektonische und das Plastische vorzugsweise dem ahrimanischen Impuls ausgesetzt; in die Architektur und in die Plastik spielen die ahrimanischen Impulse hinein. Da hat man es mit den Formen zu tun. Will man etwas leisten in Architektur oder Plastik, so muß man sich in das Formelement einleben. Dieses Formelement herrscht namentlich auf dem physischen Plan. Hier sind die eigentlichen Herrscher die Geister der Form. In ihr geistiges Element muß man untertauchen, wenn man sich mit ihnen bekanntmachen will, wie ich es ausgesprochen habe in dem Bild von dem Hineinstecken des Kopfes wie in einen Ameisenhaufen. Und jeder, der etwas mit dem plastischen Element zu tun hat, muß so den Kopf hineinstecken in das lebendige Element der Geister der Form. Auf dem Gebiete der physischen Welt haben es nun gemeinsam zu tun die Geister der Form mit dem ahrimanischen Element.

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