Dritter Vortrag
Und dann erzählte er von jenem Ereignis, das er erlebte, nachdem er sein achtzehntes Jahr vollendet hatte und hinausgezogen war in jüdische und heidnische Gegenden. Er erzählte es erst jetzt der Mutter, wie er auf seiner Wanderung an eine heidnische Kultstätte gekommen war, wie aber dort die Priester geflohen waren. Denn es war unter der Bevölkerung eine bösartige Krankheit ausgebrochen, die jeden anstecken konnte. Und als er hinkam, wurde er gesehen, und wie ein Lauffeuer verbreitete es sich, daß ein ganz besonderer Mensch herankäme. Denn das war ihm eigentümlich, daß er allein schon durch sein äußeres Auftreten, als Jesus von Nazareth, überall, wo er hinkam, einen besonderen Eindruck machte. So glaubten die Menschen jener Gegend, deren größte Trauer darin bestand, daß die heidnischen Priester sie verlassen hatten und ihr Altar nicht mehr bedient wurde, sie glaubten, daß ein Opferpriester herankäme in Jesus von Nazareth, der wieder ihre Opfer verrichten werde. In großer Zahl versammelten sie sich um den verfallenen Altar. Jesus von Nazareth hatte nicht den Willen, ihren Opferkult zu verrichten. Aber er sah die tieferen Gründe dessen, warum jene Menschen litten. Er sah das, was man folgendermaßen ausdrücken könnte:
Cite:
GA 148/1913-11-18/p021 · edition original