III. Der Fortschritt in der Erkenntnis des Christus Das Fünfte Evangelium
Bei diesen Wanderungen kam Jesus von Nazareth auch in heidnische Gegenden. Er traf eines Tages einen heidnischen Ort, in dem die Bevölkerung verwahrlost war. Der Ort war verlassen von seinen Priestern. An diesem Ort war eine Opferstätte, aber sie war verödet. Die Priester waren weggeflohen, weil eine böse Krankheit unter den Leuten des Ortes ausgebrochen war. Solche Opferorte und die Kultusverrichtungen an diesen Opferstätten leiteten sich her aus den Mysterien. Was in den Mysterien sich geoflenbart hatte, das ging über in die zeremoniellen Handlungen an diesen Opferstätten. Um eine solche Sache zu verstehen, muß man ein wenig auf die Bedeutung der zeremoniellen Opferung aufmerksam sein. Durch die Art, wie die Opferhandlungen vorgenommen werden, und dutch die Gebete, die diese Opferhandlungen durchdringen, fließen tatsächlich spirituelle Kräfte sozusagen auf die Altäre herab. Aber Jesus von Nazareth fand, als er zur Kultstätte des erwähnten Ortes kam, nicht mehr die guten Kräfte, die einstmals bei den alten Opfern heruntergeflossen waren auf die Altäre. Er fand die Kultstätten, die von ihren Priestern verlassen waren, bevölkert von Dämonengewalten, die um den Altar herum waren. Selbst die verwahrlosten, siechen, herabgekommenen Menschen dieses heidnischen Ortes hatten einen tiefen Eindruck, als sie herankommen merkten Jesus von Nazareth, den sie ja nicht kannten, der aber eine Atmosphäre der Liebe ausströmte. Sie glaubten zuerst, einer ihrer alten Priester, der sie verlassen hatte, käme wieder und wolle ihnen ihre heidnischen Opfer darbringen. Jesus von Nazareth wollte selbstverständlich nicht das heidnische Opfer darbringen, aber er trat unter die Leute. Da wurde er erfaßt von der Kraft der Dämonen, die um den Altar waren, und er fiel wie tot hin. Als die Leute das sahen, flohen sie, und im Betäubtwerden sah Jesus von Nazareth noch, wie die Leute von den Dämonengewalten verfolgt wurden. Dann verlor er das gewöhnliche Bewußtsein und wurde entrückt in geistige Welten. Und wahrnehmen konnte er jetzt, was den alten Mysterienpriestern in Reinheit und Wahrheit einmal geoflenbart war, wahrnehmen konnte er die alten heidnischen Offenbarungen, wie er in der Stimme der großen Bath-Kol die jüdischen Offenbarungen wahrgenommen hatte. Und hören konnte er jetzt die uralt heidnische Offenbarung, die etwa in der folgenden Weise in der heutigen Sprache wiederholt werden kann:
Cite:
GA 152/1914-05-27/p021 · edition original