Zweiter Vortrag

GA 156/1914-12-13/p009 ·1914-12-13 · original (original)
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Nicht nur die Nervenapparate unseres Mundes schmecken, sondern unser ganzer Verdauungskanal schmeckt, und beim Übergang der Nahrungsstoffe in den Organismus, in das Blut und so weiter, schmeckt der ganze Organismus wieder dasjenige, was die Verdauungsorgane für ihn zubereitet haben. Man könnte sagen, der ganze Organismus ist von Geschmacksempfindungen durchdrungen. Und dieser Organismus ist so von Geschmacksempfindungen durchdrungen und durchlebt, daß man von differenzierten Geschmäcken sprechen kann. Man kann sprechen von Organgeschmäcken. Jedes Organ hat sein bestimmtes, spezifisches Geschmackserlebnis; der Magen hat sein bestimmtes Geschmackserlebnis, Leber, Lunge, das Herz haben ihre besonderen Geschmackserlebnisse. Es differenziert sich das allgemeine Schmecken in das Organschmecken.

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Cite: GA 156/1914-12-13/p009 · edition original