Dritter Vortrag
Es kann aber auch etwas anderes geschehen. Nehmen wir einmal an, Sie interessieren das Kind nicht dadurch, daß Sie ein Spielzeug machen, sondern Sie setzen ihm aus irgendwelchen Dingen etwas zusammen. Oder Sie machen ihm sogar nur etwas vor, indem Sie ihm Gesten vormachen oder dergleichen. Nehmen wiir an, Sie erregen die Aufmerksamkeit des Kindes dadurch, daß Sie in ganz bestimmter Weise dem Kinde mit den Händen oder den Fingern etwas vormachen, meinetwegen etwas voreurythmisieren. Das können Sie nicht in den Schrank tun, morgen und übermorgen wieder herausnehmen und wie ein Spielzeug dem Kinde immer wieder geben. Dasjenige, was so Eindruck auf das Kind machen soll, müssen Sie immer neu machen. Eine Puppe, die Sie fertig machen, können Sie aufbewahren; die kann das Kind dann immer wieder kriegen. Wenn Sie aber etwas, was Sie selber durch Gesten oder dergleichen machen, zur Erregung der Aufmerksamkeit des Kindes verwenden, müssen Sie es immer wieder frisch machen.
Cite:
GA 162/1915-05-29/p019 · edition original