Things in Past and Present in the Spirit of Man

GA 167/1916-04-25/p015 ·1916-04-25 · original (original)

Ja, das wäre solch ein Kapitel aus der Geisteswissenschaft. Und notwendig wäre es schon, daß der Mensch wenigstens ein bißchen von unserem heutigen Zeitabschnitte ab sich im allgemeineren hineinfände in das Verständnis solcher Sachen. Denn man redet ja heute über den Menschen in der aller-unverständigsten Weise, weil man im zeitgenössischen Sinne ja selbstverständlich gescheit redet; man redet in der unverständigsten Weise. Und die Zeit gibt uns größere Aufgaben, als sie mit der unverständigen Wissenschaft und Weisheit gelöst werden können. Aber wie wehren sich die Menschen, auch nur einen Begriff aufzunehmen von so etwas, wie es zum Beispiel jetzt wiederum auseinandergesetzt worden ist! Und es kommt ja nicht darauf an, daß man gerade just diese Dinge weiß, sondern es kommt darauf an, daß man so denken lernt, diese Beweglichkeit des Denkens bekommt, die man eben haben muß, wenn man sich so etwas klar machen kann. Derjenige, der heute die Dinge durchschaut, weiß, daß durch die harten Prüfungsereignisse der Gegenwart in der nächsten Zeit der Menschheit schwere, schwere Aufgaben gestellt sein werden, Aufgaben, von denen vielleicht wenige heute noch ahnen. Nur soll man nicht glauben, daß mit der Beweglichkeit und Elastizität des Denkens, die die Menschen heute haben, es möglich sein wird, diese Aufgaben zu lösen. Wenn man so etwas bedenkt im unmittelbaren Zusammenhang mit den harten Prüfungsereignissen unserer Zeit, dann wird man noch ein ganz anderes Gefühl bekommen von der Notwendigkeit des Einlebens von Geisteswissenschaft in die menschlichen Gemüter von unserer heutigen Zeit an. Blut düngt unsere Erde. Aber entwickeln muß sich etwas auf dieser blutgedüngten Erde in der Zukunft, was wirklich mit einem anderen Denken umspannt werden muß als dem Denken, das sich aus der mehr oder weniger materialistischen Entwickelung des neunzehnten Jahrhunderts, die von dem Geisteswissenschafter, wie Sie wissen, durchaus nicht verkannt wird in ihrer Bedeutung und in ihren großen Triumphen, ergeben kann. Denn eben das Karma dieser materialistischen Entwickelung des neunzehnten Jahrhunderts hat als seine Folge hervorgebracht die Ströme des Blutes und all das Traurige, das in der Gegenwart geschieht.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/167/1916-04-25/p015.json
Cite: GA 167/1916-04-25/p015 · edition original