Die Verbindung zwischen Lebenden und Toten
Verzeihen Sie, daß ich an dieser Stelle etwas Persönliches einschalte; aber dieses Persönliche schalte ich durchaus, ich möchte sagen, aus objektiven Gründen ein, denn nur durch die konkrete Anschauung kann eine solche Wahrheit ganz verständlich werden. Anschauungen sollte eigentlich niemand vorbringen so, daß er sie als seine persönlichen Meinungen, wenn sie auch noch so ehrlich errungen sind, vorbringt. Daher wird keiner, der ganz ehrlich auf dem Boden des Okkultismus steht, der erfahren ist in den Bedingungen der Geisteswissenschaft, der Welt seine Meinungen oktroyieren, sondern er wird alles tun, um ja nicht seine Meinungen der Welt unmittelbar zu oktroyieren; denn dasjenige, was er unter dem Einflusse seines persönlichen Gestimmtseins sich als Meinungen erwirbt, das wird erst dreißig, vierzig Jahre nach seinem Tode wirken dürfen. Da wirkt es dann so, daß es auf denselben Wegen in Seelen hineingelangt, auf denen die Impulse der Zeitgeister, der Archai, in die Seelen hineingelangen. Da ist es so reif geworden, daß es wirklich wirken kann, daß es dem objektiven Gang der Dinge entspricht. Daher ist es notwendig, daß derjenige, der auf dem Boden des Okkultismus steht, vermeidet, persönlich Proselyten zu machen, persönlich für seine Meinungen Anhänger zu werben.
Cite:
GA 168/1916-11-09/p025 · edition original