Zwanzigster Vortrag

GA 173c/1917-01-15/p031 ·1917-01-15 · original (original)
Record: stenogram (shorthand transcript). Shorthand transcript taken during the lecture — the strongest kind of lecture record in this corpus. Evidence: «Diese dreibändige Ausgabe wurde auf der Grundlage der stenografischen Nachschriften vollständig neu bearbeitet.» (This three-volume edition was completely re-edited on the basis of the shorthand transcripts.). The publisher's description of GA 173a-c, as mirrored on AnthroWiki (GA 173a-c). The translation is the maintainer's, not a published one.

Blicken wir jetzt nach dem Zentrum zurück. Da handelt es sich darum, daß der Widerpart, der Gegenpol da ist, damit immer eine Art von Bremsung geschehen kann. Diese Bremsung ist ebenso notwendig, wie das andere notwendig ist. Und so wenig wie ich das eine tadele, lobe ich das andere; ich schildere nur die Impulse, die Tatsachen. Es wird mir nicht im geringsten einfallen, ein moralisch wegwerfendes Urteil zu fällen über dasjenige, was ich gerade als eine Notwendigkeit aus dem ganzen Charakter des fünften nachatlantischen Zeitraumes heraus schildere. Der Welt die materielle, industrielle, kommerzielle Kultur zu geben ist ja nichts Schlechtes, ist durchaus eine Notwendigkeit. Aber ein Gegenpol muß da sein, denn die Menschheitsentwickelung kann nicht so fortgehen, daß die Evolution einfach in einer geraden Linie geht. Aufeinanderprallen müssen die Gegensätze, und in ihrem Aufeinanderprallen entwickelt sich die Realität. Und in Mitteleuropa war immer eine Ansammlung von Impulsen nötig, welche zum Teil mit den nach der Peripherie ausgestrahlten Impulsen arbeiteten, in der Weise, wie ich es schon dargestellt habe, zum Teil aber gerade das in vieler Beziehung sogar tragische Schicksal hatten, sich jenen Impulsen entgegenstellen zu müssen.

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Cite: GA 173c/1917-01-15/p031 · edition original