Einundzwanzigster Vortrag
Damit wird auf etwas hingedeutet, was von einer ungeheuren Tragweite ist. Denn denken Sie sich, eine Anzahl von Menschen werde zusammengetan zu einer gewissen Brüderschaft. Diese Menschen wissen zunächst: uns sind andere vorangegangen, die, welche so starke Herrschaftsmachtgedanken ausgeprägt haben, daß ihnen das Leben nicht genug war, um sie zu verwirklichen, daß sie sie über den Tod hinaus verwirklichen wollen. Für die schaffen wir einen Kreis, und durch das, was wir tun, durch die zeremoniellen magischen Handlungen, die wir vornehmen, wirken sie in unsere Leiber herein. Wir kriegen stärkere Macht dadurch, als wir haben, wir werden dadurch in die Lage versetzt, wenn wir den andern, schwachen Menschen, die außerhalb solcher Gesellschaften stehen, entgegentreten, eine gewisse gesteigerte magische Macht über sie auszuüben. Wenn wir ein Wort sagen, wenn wir eine Rede halten, dann wirken durch uns diese Toten mit, weil wir vorbereitet sind durch das Eingesponnensein in die Handlungen der zeremoniellen Magie.
Cite:
GA 173c/1917-01-20/p022 · edition original