Vierter Vortrag

GA 174a/1915-11-29/p004 ·1915-11-29 · original (original)
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Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht, da ist es ja, ich möchte sagen, unserer Seele zunächst gelegen, zu erfahren, wie er, nachdem er seinen physischen Leib auf dem Schauplatz des Erdenseins zurückgelassen hat, dann in die geistigen Welten, gewissermaßen diese physischen Welten verlassend, hinansteigt. Wenn wir geisteswissenschaftliche Überzeugungen gewonnen haben, dann empfinden wir das Durchschreiten der Todespforte bei einem Menschen wie ein Verlassen der physischen Welt. Wenn nun der geistesforscherische Blick auf das Erlebnis des Todes gerichtet wird, das heißt auf das Hindurchgehen eines Menschen durch die Todespforte, dann stellt sich diesem geistesforscherischen Blick allerdings die Sache etwas anders dar. Hauptsächlich kommt ja dabei das in Betracht, was der sogenannte Tote selber als Erlebnis hat, wie er in seinem Innersten das Durchschreiten der Todespforte empfindet und erlebt, und wie es sich für ihn dann weiter gestaltet zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und da muß gesagt werden: Was durch die Todespforte schreitet, das ist, wie wir wissen, zunächst der Ätherleib mit dem astralischen Leib und dem Ich. - Nun fühlt aber der Tote, indem er in dieser Dreiheit seines Wesens zunächst die geistige Welt betritt, den Schauplatz der physischen Welt und darauf stehend diejenigen Menschen, mit denen er sich verbunden fühlte im Leben, und auch alles das, womit er sich sonst verbunden gefühlt hat, eigentlich so, als wenn ihn das alles verließe, als wenn es sich unter ihm gewissermaßen wegbewegte. Und dann fühlt derjenige, der durch die Todespforte geschritten ist und sich einlebt mit seinem Ätherleib in die ätherische Welt, sich eins werdend mit dieser ätherischen Welt. Und auch das wissen wir schon: Vor seinem Blick tritt eine Art Überschau über das Erleben auf der Erde in der letzten Inkarnation auf. Dieses Erleben ist wirklich mit einer Art universellen 'Traumerlebens zu vergleichen. In wogenden, webenden Bildern, die vielsagend, vielbedeutend sind, läuft das Leben eben tagelang ab. Man möchte sagen, es vergrößert sich dieses Lebenspanorama, indem der Tote fühlt: Bis dahin schaust du; dein Leben webt sich ab, flutet ab. Und jenseits dieses flutenden Lebens verläßt dich der Schauplatz, auf dem du bisher gestanden hast.

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Cite: GA 174a/1915-11-29/p004 · edition original