Sechster Vortrag

GA 176/1917-07-10/p015 ·1917-07-10 · original (original)
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Da fand derselbe Herr, der das andere erlebt hat, einen Zigeuner, welcher ein krepiertes Tier, das er auf der Straße oder auf dem Felde gefunden hatte, mit vollem Appetit verzehrte. Das tun nämlich die Zigeuner; sie verzehren krepierte 'Tiere, machen sich nichts daraus, können sie auch gut vertragen. Da wollte ihm der Betreffende klarmachen: Ja, ein krepiertes Tier ißt man doch nicht, man ißt doch nur geschlachtete Tiere. — Jetzt erwies sich der Zigeuner als ein Abstraktling, indem er sagte: Ja, aber das Tier, das ich jetzt esse, das ist von Gott geschlachtet! — Sie sehen, er bekommt einen Gottes-Begriff, den er auf alles anwendet, ganz nach dem Muster der Pantheisten. Selbstverständlich kann man denken wie die Pantheisten; dann denkt man ganz richtig, wenn man denkt: ein krepiertes Tier hat Gott geschlachtet. Wie soll man nicht essen, meinte er, was Gott geschlachtet hat.

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Cite: GA 176/1917-07-10/p015 · edition original