Erster Vortrag
Wenn einmal der osteuropäische Mensch von Europa seine Natur entwickelt haben wird, so wird es für ihn schlechterdings ein Unsinn sein, die äußere physische Welt der Tatsachen die Wahrheit zu nennen, denn er wird sich nicht bloß im Denken darinnen stehend finden, sondern im Geiste mit dem Geistselbst. Er wird sich als ein Bürger der geistigen Welt wissen, und es wird ihm als Unsinn erscheinen, zu sagen, der Mensch sei dasjenige, was einstmals die westlichen Völker als den Menschen angenommen haben. Das, was die westlichen Völker als den Menschen angenommen haben, was sie im Zusammenhang mit der Evolution aus dem Tierreiche gebracht haben, das wird er als Schale ansehen. So wie der osteuropäische Mensch von seinem Geistselbst aus mit der geistigen Welt, mit den Hierarchien, den Weg hinauf zu den Hierarchien macht, so macht der Westeuropäer den Weg zu dem Naturreiche hinunter. Das lebt schon als Instinkt, dieses Drinnenstehen in der geistigen Welt, in African Spir. Aber dieses instinktive Leben in der geistigen Welt, wie es in Osteuropa jetzt vorhanden ist, hat noch keine Möglichkeit, seine Weltanschauung auszudrücken; es wird erst seine Weltanschauung ausdrücken können, wenn es übernimmt diejenigen Vorstellungen, die in der Geisteswissenschaft in Mitteleuropa entwickelt werden können. Dann kann es sich mit seinen inneren Erlebnissen in diese Dinge kleiden.
Cite:
GA 176/1917-07-31/p011 · edition original