Neunter Vortrag

GA 185/1918-11-03/p060 ·1918-11-03 · original (original)
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Wenn Sie rückblicken auf dasjenige, was ich gesagt habe, dann werden Sie doch finden, daß gegenwärtig hier außen auf dem physischen Plane etwas ist, was eigentlich in die Seelen hineingehört und in den Geistesmenschen hineingehört, während auf dem äußeren physischen Plane eigentlich die Brüderlichkeit heraus will. Es hat sich auf dem physischen Plane dasjenige geltend gemacht, hat ihn organisiert, diesen physischen Plan, was auf den physischen Plan unmittelbar nicht gehört. Natürlich gehört es auf den physischen Plan, insofern die Menschen auf dem physischen Plane stehen und es in den Seelen lebt, aber es gehört nicht hinein dadurch, daß man auf dem physischen Plane die Leute organisiert. Auf dem physischen Plane müssen zum Beispiel die Religionen absolut nur Seelengemeinschaften sein können, nicht äußerlich organisiert sein, müssen die Schulen als solche ganz anders organisiert sein; vor allen Dingen dürfen nicht Staatsschulen sein und so weiter. Das alles muß aus der Freiheit des Gedankens, aus der Individualität des menschlichen Wesens herausgehen können. Dadurch, daß sich in der Wirklichkeit die Dinge ineinanderschieben, dadurch kann so etwas kommen, wie zum Beispiel, daß heute der Sozialismus vielfach das Gegenteil dessen ist, was ich Ihnen heute als sein Prinzip dargestellt habe. Er ist tyrannisch, er ist machtlüstern, er ist dasjenige, was am liebsten alles andere auch in die Hand nehmen möchte. Innerlich ist er in Wirklichkeit die Bekämpfung des widerrechtlichen Fürsten dieser Welt, denn der widerrechtliche Fürst dieser Welt tritt dann auf, wenn man den Christus-Impuls oder das Geistige äußerlich nach Staatsprinzipien organisiert, wenn man die äußere Organisation nicht bei der bloßen sozialen Brüderlichkeit läßt.

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Cite: GA 185/1918-11-03/p060 · edition original