Neunter Vortrag

GA 191/1919-10-19/p015 ·1919-10-19 · original (original)
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Sehen Sie, in diesem Vibrieren zwischen dem Einschlafen in dem anderen und Aufwachen in uns selbst haben Sie das Urelement, gewissermaßen das Atom des sozialen Zusammenlebens der Menschen. Das ist das Urelement desjenigen, was soziales Leben von Mensch zu Mensch ist. Es ruhen also dieses Urelement und damit auch alle komplizierten Gebilde des sozialen Lebens eigentlich in demjenigen Teile unseres Wesens, der schläft, auch wenn wir wachend sind. Das soziale Leben ist im wesentlichen höchstens ein träumendes Wesen des wachenden Menschen; es ist nicht ein völlig waches Leben, das der Mensch lebt im sozialen Leben. Daher ist das Soziale so schwer für das gewöhnliche Leben faßbar, weil es eigentlich gar nicht ein völlig waches Leben ist, weil es ein träumerisches Leben ist, und weil wir uns eigentlich immer, um uns selbst in uns aufrechtzuerhalten, wehren müssen gegen das soziale Empfinden, gegen das Empfinden in dem anderen.

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Cite: GA 191/1919-10-19/p015 · edition original