Siebenter Vortrag
Es gibt mancherlei in der Gegenwart, das in erschütternder Weise die Menschen auf dasjenige hinweisen kann, was ich jetzt zu Ihnen gesagt habe. Gerade die Schmerzensjahre, die letzten vier bis fünf Jahre, können diese große Lehre auch in die Menschheit hereinträufeln, daß dieses Bewußtsein von dem Verbundensein mit den höheren Wesenheiten an jedem Tag durch die Erlebnisse der vorhergehenden Nacht leider nicht vorhanden war. Was alles wäre anders geworden in den letzten vier bis fünf Jahren, wenn diese Gesinnung die Menschen durchdrungen hätte: Was du tust, das tust du im Einklange mit den Verhandlungen mit deinem Engelwesen im Laufe der letzten Nacht. - Das sind Dinge, von denen heute gesprochen werden muß. Es muß davon gesprochen werden, daß der Mensch wird lernen müssen, dieses Leben zwischen Geburt und Tod als eine Fortsetzung des geistig-seelischen Lebens anzusehen, das er vor der Geburt zugebracht hat. Davon muß gesprochen werden, daß der Mensch die Offenbarungen des Gottes in seinem Wesen durch sein ganzes Leben hindurch soll erfahren können. Und davon muß gesprochen werden, daß der Mensch ein starkes Bewußtsein durch das ganze Tagesleben tragen soll: Was du tust vom Morgen bis zum Abend, das hast du vorher in der Zeit vom Einschlafen bis zum Aufwachen mit deinem Engelwesen verhandelt.
Cite:
GA 193/1919-09-13/p009 · edition original