Elfter Vortrag
Und im einzelnen Menschen selbst lebt heute dieser Dualismus. Auf der einen Seite betet der Mensch heidnisch die Natur an, auf der anderen Seite ist er, ohne daß er eine richtige Naturbasis findet, außer daß er die Denkgewohnheiten herüberzieht in die sogenannte Sozialwissenschaft oder Soziologie, nachdenkend über das soziale, sogar das ethische Leben. Und wenn er dann philosophiert, dann sagt er: Auf dem einen Gebiete findet er die Freiheit, auf dem anderen Gebiete findet er die Naturnotwendigkeit, und dann findet er sich hinein in ein Gespenstisches zwischen Freiheit und Naturnotwendigkeit, zwischen denen es keine Brücke geben soll, und dergleichen mehr, und die Verwirrung ist eine ungeheure.
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GA 194/1919-12-14/p031 · edition original